LEDs im Fahrzeug und der Industrie: Licht ist Design und Funktion

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Ausblick: Die Seitenlichtfaser für viele Anwendungen

Die weitere Entwicklung der flexiblen Fasern erlauben maßgeschneiderte Lichtanwendungen für immer mehr Produkte. Mentor hat mit dem Seitenlichtfasersystem M-Fibre ein System aus leistungsstarken LED-Modulen, passenden Treibern und Seitenlichtfasern in verschiedenen Längen entwickelt. Um die Fasern entsprechend dem gewünschten Lichtszenario aktivieren zu können, ging Mentor eine Technologiekooperation ein. Je nach Aktivierungsart der Fasern ist eine homogene oder kundenspezifische Ausleuchtung möglich. Dazu gehören beispielsweise partielles oder Lauflicht. Entwickelt wurde es sowohl für die Automobilindustrie als auch für andere Einsatzgebiete. Einsatzmöglichkeiten finden sich im Auto-Cockpit, in Möbeln oder Wearables. Aufgrund der Trennung von Lichtquelle und Lichtaustritt kann die M-Fibre auch unter Wasser, im Ex-Schutz oder bei Lebensmitteln eingesetzt werden.

„Nur gutes Licht macht ein Produkt besser!“

Auf ein Wort: Seit gut 6 Jahren ist Wolfgang Mursch als CTO bei Mentor verantwortlich. Im Gespräch mit der ELEKTRONIKPRAXIS erklärt er, wie sich in diesem Zeitraum die Kundenanforderungen und -wünsche deutlich verändert haben.
Auf ein Wort: Seit gut 6 Jahren ist Wolfgang Mursch als CTO bei Mentor verantwortlich. Im Gespräch mit der ELEKTRONIKPRAXIS erklärt er, wie sich in diesem Zeitraum die Kundenanforderungen und -wünsche deutlich verändert haben.
(Bild: Studio Salewski BOCHUM)

Seit gut sechs Jahren ist Wolfgang Mursch als CTO bei Mentor verantwortlich. Ein Zeitraum, über den sich Kundenanforderungen und –wünsche deutlich verändert haben. Die Herausforderungen moderner Lichttechnik liegen längst nicht nur in der simplen Beleuchtung durch solitäre Einzelelementen. „Licht muss heute erlebbar sein. Es muss über den Designaspekt hinaus einen funktionellen Mehrwert bieten“, so Mursch. Und funktionell bedeute, Licht werde vor allem intelligenter, dynamischer, heller und bunter. „Licht wird inszeniert.“

Trends sieht er beispielsweise bei der Entwicklung großflächiger Anwendungen und bei der Realisierung von Lauflichtern. Wie etwa komplett beleuchtete Auto-Innentüren und Dachhimmel – oder auch im Bereich Sicherheitskleidung, wie zum Beispiel Warnwesten. „Stellen Sie sich vor, die Weste könne mittels verschiedener Farben und Symbole unterschiedliche Zustände signalisieren. Dazu bedarf es einer Vielzahl eingekoppelter Lichtquellen, die einzeln angesteuert werden können.“ Mentor arbeitet auch an der Weiterentwicklung dieser Technik.

Die Entwicklung des autonomen Fahrens sieht Mentors CTO als weiteren Bereich, in dem smartes Licht kombiniert mit intelligenter Sensorik eine bedeutende Rolle spielen wird. „In den Innenraum integrierte, dynamische Beleuchtungssequenzen können dazu genutzt werden, dem Fahrer Handlungsbedarf zu signalisieren.“, sagt Mursch. Und auch im non-automotive Bereich spielen neben Komfort und Sicherheit zunehmend Information, Kommunikation und Interaktion im Vordergrund der Lichtanwendungen. Eine intuitive Bedienung ist angesichts der Komplexität moderner Produkte oft nicht gegeben, hier steigert Licht die sogenannte User Experience, berichtet Mursch. Für den Dialog zwischen Mensch und Produkt sei Licht unerlässlich.

Ein weiterer Trend ist die Entwicklung von der Ambientebeleuchtung hin zu Tageslichtanwendungen. Dabei ist die Herausforderung, das Thermomanagement so zu beherrschen, dass im Ergebnis helleres Licht bei kleinstem Bauräumen ermöglicht wird. Steigende Projektanfragen aus den unterschiedlichsten Branchen bestätigen dies. „Die Entwickler und Produktverantwortlichen wissen unsere Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schätzen. Solch schwierige Prozesse sind für Unternehmen, die keine jahrelange Erfahrung haben, nicht realisierbar. Schließlich gilt: nur gutes Licht macht ein Produkt besser!

* Sebastian Wette arbeitet als Produkt-Manager bei Mentor Präzisions-Bauteile in Erkrath.

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