LEDs im Fahrzeug und der Industrie: Licht ist Design und Funktion

| Autor / Redakteur: Sebastian Wette * / Hendrik Härter

Anwendung Licht: Im Fahrzeugbau sind die Anforderungen an die Leuchten sehr hoch. Das Know-how lässt sich ebenfalls auf die Industrie übertragen.
Anwendung Licht: Im Fahrzeugbau sind die Anforderungen an die Leuchten sehr hoch. Das Know-how lässt sich ebenfalls auf die Industrie übertragen. (Bild: Mentor)

Licht im Fahrzeug setzt hohe technische Anforderungen voraus. Mit dem Wissen lassen sich auch Industrie-Produkte beleuchten. Das produktintegrierte Licht ist Design und Funktion in einem.

Ein Klassiker der Filmzitate stammt aus Rambo III: „Wozu ist das? – Das ist blaues Licht. – Und was macht es?“ – Es leuchtet blau.“ Licht hatte schon immer eine besondere Stellung. Wer aufmerksam seine Umgebung betrachtet, stellt fest, dass Licht viel mehr kann als einfach nur zu leuchten. Die Funktion von Licht über den funktionalen Aspekt hinaus erkannten vor allem die Automobilbauer frühzeitig. Auf Licht im Fahrgastinnenraum liegt dabei ein besonderer Fokus. Neben dem ästhetischen Mehrwert hat Licht im Fahrzeug vor allem eine Funktion: Es soll spezifische Designelemente hervorheben und dem Fahrer dabei helfen, den Innenraum besser wahrzunehmen und sich zu orientieren.

Ob Ambiente, Kontur oder Funktionsbeleuchtung: Gefragt ist eine weitreichende Erfahrung, um den Innenraum gemäß kundenspezifischer Anforderungen zu illuminieren. Mentor verfügt über umfangreiches Know-how und bietet nicht nur Kunden aus dem Automobilbau sein Wissen vom Konzept bis zur Serie an. Unternehmen aus vielen Bereichen setzen auf Mentor. Dem Kunden steht dabei ein Expertenteam zur Verfügung, das sie von der Entwicklung, Beschaffung und Produktion bis hin zur Logistik und zur Qualitätskontrolle berät und betreut.

Hoher Anspruch von Seiten der Automobilhersteller

Gegründet wurde Mentor vor knapp 100 Jahren. Das Unternehmensziel galt vor allem der Produktion elektronischer Bauteile. Der Trend, Licht als Kommunikationsmittel in Form unterschiedlich beleuchteter Taster und Schalter zu nutzen, erweiterte das Geschäftsfeld um optoelektronische Bauteile. Noch heute produziert Mentor LED-Bausteine, deren Leuchtfarbe auf den Gerätezustand verweist. Gleichzeitig ergab sich durch die enge Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie die Entwicklung immer komplexerer LED-Lichtlösungen.

Heute arbeitet Mentor mit bedeutenden deutschen und internationalen Automobilbauern zusammen, um Interieur-Lichtanwendungen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Ob Kofferraumleuchte, Logobeleuchtung oder individuelle Ambientebeleuchtung: Um die unterschiedlichen Kundenprojekte umsetzen zu können, steht Mentor ein breites Spektrum ganz unterschiedlicher Techniken zur Verfügung. Die technischen Möglichkeiten reichen von im Spritzguss oder Laserschnittverfahren hergestellten Lichtleitern über flexible Fasern bis zu Fasermatten. Die Automobilhersteller verlangen von ihren Zulieferern hohe Standards. Dementsprechend verfügt Mentor über das entsprechende technische Niveau. Davon profitieren auch Kunden aus anderen Branchen, für die Mentor zunehmend Projekte realisiert.

Damit hochwertiges Licht möglich wird, müssen Farbort und Temperatur der LEDs abgestimmt sein. Der Einsatz mehrerer LEDs in einer Applikation verlangt eine genaue Kalibrierung. Dazu hat Mentor eine Produktionsanlage entwickelt, um RGB-Elektronik zu kalibrieren. Zum Einsatz kommt ein Spektrometer und unter Einsatz eines integrierten Mikrocontrollers werden Abweichungen bezüglich Farborten, Helligkeit, Temperaturverhalten und Binning ausgeglichen. Insbesondere bei langen Lichtleitern stellt das die Lichttechniker und Ingenieure vor Herausforderungen. Optimale Ergebnisse lassen sich daher am besten erzielen, wenn das Team aus Physikern, Photonik- und Elektro-Ingenieuren die Kunden bereits bei der Festlegung des Farbraums berät.

Licht im Produkt als ein Mehrwert für die Industrie

Es kommt auf Präzision an, damit das Licht dort ankommt, wo es hin soll. Entscheidend sind auch harmonische Farblichtlösungen. Die Entwickler von Mentor verwenden im hauseigenen Lichtlabor aktuelle Technik. Die entwickelten Lichtlösungen werden dabei in verschiedenen Messverfahren getestet, um eine homogene Farbwahrnehmung zu garantieren. Das Messen der Lichtqualität nach objektiv festgelegten Kriterien ist die eine Seite. Ein Großteil der empfundenen Lichtqualität ist allerdings subjektiv. Dabei liegt die empfundene Lichtqualität sprichwörtlich im Auge des Betrachters.

Welche Abweichungen erlaubt sind und welche Kosten den adäquaten Nutzen bringen, um Produktions- und Temperaturunterschiede auszugleichen; hierum kümmert sich ein interdisziplinäres Team. Es sind genau diese Kompetenzen, welche Kunden aus der Industrie nutzen. In der Industrie gilt: Der funktionale Nutzen vieler Produkte ist ausgereift, doch mit produktintegriertem Licht ergibt sich ein designorientierter Mehrwert. Licht ergänzt oder ersetzt Benutzerschnittstellen, da sich Geräte beispielsweise besser bedienen lassen, wenn sie ihren Status anzeigen. Genauso gewinnen Ästhetik und Ambiente zunehmend an Bedeutung. Licht wird so zum Kommunikationsmittel zwischen Gerät und Anwender. Zu den Industriekunden von Mentor gehören Grohe, Vorwerk, Busch-Jäger, Siemens oder Kärcher.

Entwicklungsingenieure frühzeitig ins Projekt einbinden

Der Kunde kommt oft mit konkreten Vorstellungen bezüglich der Lichtintegration zu Mentor, die Pläne für das zu entwickelnde Produkt sind bereits fix. Dabei ist es wichtig, die Entwicklungsingenieure von Beginn an in den Design- und Entwicklungsprozess einzubinden. Das garantiert optimale Lichtintegration. Dazu muss die Lichtentwicklung bewertet, der Bauraum untersucht, die Designstrategie erstellt und die produktionstechnische Umsetzung bewertet werden. Das Ergebnis sind lichttechnische Komponenten in Produkten wie der Grohe Spültischarmatur Blue Home bzw. Red Duo oder eine Wasseraufbereitungsanlage von BWT. Mit dem Licht in den Grohe-Armaturen lässt sich die Armatur intuitiv bedienen. Auch die Weichwasseranlage von Best Water Technology von BWT kommuniziert mit Licht.

Das ansonsten dem Corporate Design entsprechend blau leuchtende Logo wechselt bei einer Fehlfunktion die Farbe. Ähnlich verhält es sich bei dem Geberit Monolith Plus, einem Sanitärmodul, dessen LED-Licht sowohl funktionalen Nutzen als auch ästhetischen Mehrwert in Form von Komfort bietet. Die aus diesen Projekten gewonnene Erfahrungen zeigen, dass sich die Vorgaben und der Qualitätsanspruch der Industrie von der Automotive-Branche kaum noch unterscheiden. So ist es Mentor möglich, unter Nutzung von Synergieeffekte aus der Automobilbranche und Industrie, bestmögliche Produkte für alle Kundengruppen umzusetzen.

Eine komplexe Produktentwicklung ist die Beleuchtung des Cook-Keys für Vorwerk. Mit einem pulsierenden oder gleichbleibenden Licht wird der Gerätezustand signalisiert. Hierzu arbeitete Mentor an verschiedenen Konzepten, um den oval geformten Cook-Key unter Einsatz möglichst weniger LEDs rundherum hochwertig zu beleuchten. Mehrere Konstruktionsphasen waren nötig, um mit zwei LED-Einkopplungen ein homogenes Lichtbild mit vertretbarem Kostenaufwand zu realisieren.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45726850 / LED & Optoelektronik)