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LED-Treiber für die Wachstumsbeleuchtung von Pflanzen

| Redakteur: Johann Wiesböck

In Kooperation mit Mean Well bietet Emtron ein breites Spektrum an Netzteilen und Wandlern für den LED-Sektor an. Wir sprachen mit Geschäftsführer Jörg Traum über die aktuelle Entwicklung und die Chancen im Green-Tech-Sektor.

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Jörg Traum, Geschäftsführer EMTRON und Vorstandsmitglied FORTEC Elektronik: „Die LED-Beleuchtung hat sich im Bereich der Gartenbauindustrie rasch zu einem führenden Trend entwickelt, den Mean Well maßgeblich mitgestaltet hat.“
Jörg Traum, Geschäftsführer EMTRON und Vorstandsmitglied FORTEC Elektronik: „Die LED-Beleuchtung hat sich im Bereich der Gartenbauindustrie rasch zu einem führenden Trend entwickelt, den Mean Well maßgeblich mitgestaltet hat.“
(Bild: Emtron)

Mean Well hat sich dank eines umfangreichen LED-Treiberportfolios, das über 2000 Modelle mit hohem Wirkungsgrad, ausgefeiltem Wärmemanagement, IP-Schutzartklasse und vielseitigen Dimm-Optionen beinhaltet, auf dem Markt durchgesetzt. Ein Fokus liegt auf Gartenbauautomatisierung sowie Vertikal- oder Containerlandwirtschaft. Emtron vertreibt das Mean Well-Portfolio und unterstützt als Fachdistributor die Anwender. ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit Geschäftsführer Jörg Traum über die aktuelle Entwicklung und die Chancen im Green-Tech-Sektor:

In Kooperation mit Mean Well bietet Emtron ein breites Spektrum an Netzteilen und Wandlern für den LED-Sektor an. Darunter befinden sich auch Lösungen für die Wachstumsbeleuchtung von Pflanzen. Wie schätzen Sie diese Nische generell ein und worauf kommt es in solchen Anwendungen besonders an?

Schon jetzt macht das Geschäft mit LED-Netzteilen etwa 20 Prozent unseres Umsatzes aus, mit steigender Tendenz. Besonders bei kommunikationsfähigen Hochleistungsnetzteilen spüren wir eine wachsende Nachfrage. Hier vor allem auch im Bereich der Gewächshausbeleuchtung, der für uns ein vielversprechendes Marktsegment darstellt. Wir bedienen diese Nachfrage aber nicht nur mit Produkten von Mean Well. Mit Artesyn haben wir schon seit Jahrzehnten ein weiteres Ass im Ärmel. Wir betreiben das einzige, autorisierte Konfigurationszentrum für die modularen Netzteile von Artesyn auf dem europäischen Festland. Mit den 12 und 24-KW-Netzteilen der iHP-Serie konnten wir in jüngster Zeit sehr interessante Projekte bei Stadionbeleuchtungen und eben auch im Horticultural-Markt realisieren.

Green Tech kennt man vor allem aus Asien und von einigen Ölstaaten. Wie sehen Sie die Entwicklung in Deutschland und Europa?

In Europa ist Green Tech inzwischen ebenfalls ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut dem Bundesumweltministerium hatten Umwelttechnologien schon 2016 einen Anteil von 15 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt. Bis 2025 gehen die Prognosen sogar von 19 Prozent aus. Das damit einhergehende Prinzip der Nachhaltigkeit ist Teil unserer Geschäftsphilosophie. Wenn wir mit Kunden über ihre Applikationen sprechen, haben wir nicht nur die unmittelbaren Investitionen, sondern ebenso die langfristigen Betriebskosten im Blick.

Welche weiteren Trends und Entwicklungen sehen Sie in den Märkten für Stromversorgungen und wie adressieren diese Ihr Unternehmen?

Der Transportsektor, und hier vor allem die E-Mobility, ist ganz klar ein Wachstumsmarkt. Darüber hinaus sehen wir bei Emtron aber auch in der zunehmenden Gebäudeautomation eine positive Entwicklung. Der KNX-Standard wird hier zusammen mit DALI ein wichtiger Zukunftsträger. Auch in der Sondertechnik haben sich in letzter Zeit vielversprechende Projekte ergeben.

Sie haben jüngst in ein neues Büro- und Logistikzentrum in Riedstadt investiert und sind umgezogen. Was hat Sie bewogen, diesen Schritt zu gehen, und welche Ziele sind mit dieser Investition verbunden?

Am alten Standort sind wir räumlich und logistisch schlicht an unsere Grenzen gestoßen. In Riedstadt verfügen wir endlich über einen Bahnanschluss und genügend Parkplätze, was die An- und Auslieferung ungemein vereinfacht. Unser neues Regal- und Kommissionierlager ist 16 Meter hoch. Hatten wir im alten Gebäude 500 Palettenplätze, sind es jetzt fast viermal so viele. Unsere Arbeitsbedingungen haben sich deutlich verbessert. Aktuell arbeiten in Riedstadt rund 20 Beschäftigte. Neben Büro- und Technikräumen beherbergt unser zweigeschossiges Büro- und Verwaltungsgebäude jetzt auch ein großes Testlabor. Bei entsprechender Auftrags- und Umsatzentwicklung haben wir zudem die Option, dieses Gebäude aufzustocken sowie den Lagerbereich auf weiteren 3000 m2 zu erweitern. Wir gehen davon aus, dass wir an diesem Standort in Zukunft bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigen könnten.

Stichwort Wirtschaftskrise. Als Stromversorgungsanbieter sind Sie am Puls der Geräteproduktion. Wie sehen Sie die aktuelle Krise? Wird es noch schlimmer oder gibt es Licht am Horizont?

Das Geschäft ist den letzten Monaten zweifellos schwieriger geworden. Für eine positive Umsatzentwicklung müssen sich exportorientierte Unternehmen momentan besonders anstrengen. Vor allem der drohende Brexit sowie der Wirtschaftskonflikt zwischen China und den USA sorgen hier für ein schwieriges Umfeld.

Selbst wenn die Gefahr eines harten Brexit momentan gebannt scheint, auch bei einem geordneten Austritt ist Großbritannien ein Drittland innerhalb der EU. Dann ist dort die Größe eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Mit unseren jüngsten Akquisitionen in UK haben wir als Fortec-Gruppe diese kritische Masse erreicht.

Eine große Gefahr ist auch der Handelskonflikt zwischen USA und China. Unser Hauptlieferant Mean Well zum Beispiel generiert rund 30 Prozent seines Umsatzes in den USA. Da treffen die Strafzölle die Distributoren von Mean Well bei direkten Importen von China in die USA sehr schmerzhaft. Sollte der US-Zoll nun auch noch chinesische Komponenten und Subsysteme in Maschinen und Geräten aus Europa mit zusätzlichen Abgaben belegen, würde das unsere Kunden nachhaltig treffen.

Wir sehen unsere Chance deshalb auch in einer konsequenten Fortentwicklung einer paneuropäischen Vertriebsstrategie.

Wie wird sich die Fortec-Gruppe in Zukunft entwickeln? Sehen Sie sich weiter nach passenden Übernahmekandidaten um? Sind dabei auch Joint Ventures für Sie eine Option?

Unsere paneuropäische Vertriebsstrategie konnten wir mit Minmax und Advanced Energy bereits erfolgreich umsetzen. Mit weiteren Partnern stehen wir in Verhandlungen. Darüber hinaus sehen wir uns laufend nach interessanten Unternehmen um. Das gilt sowohl bei Bildgebungs- und Embedded-Systemen wie auch in der Stromversorgung. Es kann gut sein, dass wir in den nächsten zwei Jahren mit weiteren Akquisitionen tätigen werden.

Hintergrund: Emtron, mit Sitz in Riedstadt, ist Fachdistributor für Stromversorgungskomponenten und -wandler. Das Unternehmen unterstützt Kunden mit Fach- und Beratungskompetenz entsprechend der Projektanforderungen. Die Leidenschaft für anwendungsspezifische Lösungen macht Emtron zu einem Partner bei der präzisen Bestimmung und schnellen Beschaffung der optimalen Produkte, die auch ungewöhnlichen Anforderungen adäquat entsprechen. Das Unternehmen bietet ein umfassendes und herstellerübergreifendes Produktportfolio, um unterschiedlichste Ansprüche erfüllen zu können. Kundenspezifische Anfragen realisiert man gerne durch eigene Modifikationen.

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