Glasfaserkabel: Optische Leiterzüge direkt auf den Chip

| Redakteur: Hendrik Härter

Damit die Daten vom Glasfaserkabel am Rechner oder im Datencenter ankommen, setzen Forscher auf Dünnglas-Technik.
Damit die Daten vom Glasfaserkabel am Rechner oder im Datencenter ankommen, setzen Forscher auf Dünnglas-Technik. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Mit der Dünnglas-Technik wollen Forscher das Glasfaserkabel näher an den Chip heranbringen. Sie integrieren die optischen Leiterzüge direkt auf den Chip.

Daten über Glasfaser lassen sich mit rasender Geschwindigkeit übertragen. Doch kommen die Daten am privaten Computer oder Datencenter an, dann hört die schnelle Datenübertragung auf. Hier läuft alles noch elektrisch, denn eine optische Übertragung im Rechner ist technisch bisher kaum möglich. Via Stecker werden die elektrischen-optischen Anschlüsse mit optischen Kabeln verbunden.

Fraunhofer Forscher wollen die Optik noch näher an den Chip heranbringen. Dabei hilft ihnen die Dünnglas-Technik von Dr. Henning Schröder vom Fraunhofer IZM, mit der sich die optischen Leiterzüge direkt auf den Chip integrieren. Somit lassen sich die Signale schneller optisch auf die Leiterplatte übertragen.

Vorteile von Dünnglas

Aber was ist Dünnglas? Spätestens seit der Jahrtausendwende ist das Material kostengünstig verfügbar. Denn Dünnglas wird massenhaft hergestellt: Jedes Display, im Smartphone oder Laptop, besteht aus Dünnglas. Es bietet zahlreiche Vorteile gegenüber Polymeren, die heute auch genutzt werden, um optische Leiterzüge in die Leiterplatte zu verlegen: Dünnglas verfügt über bessere Zuverlässigkeitswerte. Man kann darauf löten, es ist nicht feuchte-empfindlich, und man kann es beliebig klein schneiden. Außerdem hat Dünnglas eine geringere optische Dämpfung als Polymere und sehr gute dielektrische Eigenschaften.

Physiker Dr. Henning Schröder erklärt: „Wir haben eindeutig auf das richtige Material gesetzt!“ Es dreht sich immer mehr um das Glas: Für Leiterplatten, photonische Module, Faserkopplung oder mikrooptische Bänke – in allen Bereichen wendet sein Team die Dünnglas-Technik an und entwickelt sie weiter, und das schon seit 15 Jahren. Als der Physiker eine Arbeitsgruppe zum Thema Photonik ins Leben rief, hatte er gerade einmal zwei Mitarbeiter. Heute zählt sein Team 16 Wissenschaftlern, Ingenieuren und Techniker.

Im Rahmen der 25-Jahr-Feier des Fraunhofer-IZM wurde Henning Schröder am 27. November 2018 mit dem Forschungspreis geehrt.

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