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LED-Leuchten navigieren durch einen Elektronikmarkt

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Lichtspezialist Signify hat zusammen mit einem Elektronikmarkt eine Instore-Navigation entwickelt, um Kunden gezielt zu bestimmten Produkten zu navigieren. Dahinter steckt Visual Light Communication (VLC).

Navigation im Laden: Signify hat zusammen mit einem Partner eine Navigation auf Basis von Licht entwickelt, die über eine Smartphone-App bedient werden kann.
Navigation im Laden: Signify hat zusammen mit einem Partner eine Navigation auf Basis von Licht entwickelt, die über eine Smartphone-App bedient werden kann.
(Bild: Signify)

Das LED-Licht im Einzelhandel hatte bisher primär die Aufgabe, Waren in das beste Licht zu setzen und mit einem hohen Farbwiedergabeindex die Produkte in den Mittelpunkt zu stellen. Doch gerade der großflächige Einzelhandel will seine Kunden gezielt zu bestimmten Angeboten locken. Dabei kann das LED-Licht helfen. Das Stichwort heißt Visual Light Communication, kurz VLC. Ähnlich wie mit GPS navigieren allerdings keine Satelliten, sondern die Leuchten den Kunden.

Signify hat jetzt zusammen mit der Elektronikmarkt-Kette Mediamarkt ein Pilotprojekt gestartet: Im hessischen Gründau-Lieblos sorgt ein durchdachtes Beleuchtungssystem mit einer von Signify entwickelten VLC-Technik, um die Position genau zu bestimmen. Kunden können mit einer digitalen Store Guide-App auf ihrem Smartphone Produkte innerhalb des Marktes auffinden und sich dorthin navigieren lassen. Zudem finden sich in der App weitere Informationen zu den Produkten.

App navigiert durch den Laden

Ermöglicht wird die sogenannte Instore-Navigation über Deckenleuchten. Sie sorgen nicht nur für eine hochwertige Ausleuchtung des Shops, sondern senden ein moduliertes und codiertes Licht aus. Die für den Menschen nicht wahrnehmbaren Lichtsignale werden dann von der Kamera des Smartphones empfangen und werden über eine spezielle App ausgelesen, um den Standort des Kunden zu bestimmen. Als Zielpunkt für die Navigation per App dienen dann die Standortdaten der Produkte. Diese werden zuvor von Mitarbeitern des Marktes gescannt und über eine Software des Retailtech Hub-Startups Qopius mit dem Marktplan verbunden. So kann der Kunde durch den Laden navigiert und direkt zu seinem Wunschprodukt geleitet werden. Zukünftig soll auch Inventurroboter Tory die Mitarbeiter dabei unterstützen. Dieser arbeitet mit RFID und kann bei einer Fläche von 2000 m² zwischen 20.000 und 100.000 RFID-Etiketten pro Stunde erfassen.

Wie Visual Lighting Communication funktioniert

Das Übertragungsprinzip der Visible Light Communication ist einfach: Mit einem Modulator wird eine Hochleistungs-LED sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Diese Lichtimpulse werden von einer Photodiode im Empfängergerät (Laptop, Tablet oder Smartphone) aufgefangen und als Nullen und Einsen in elektrische Impulse umgewandelt. Das ganze passiert so schnell, dass das menschliche Auge kein Flackern des Lichts wahrnimmt. Eine bidirektionale Übertragung ist auch möglich. Der Upstream der Daten erfolgt zum Beispiel über einen Infrarot-Rückkanal. Mit der VLC-Technologie können Datenraten bis 1,25 GBit/s erreicht werden. Da weiße LEDs teilweise drei Lichtfarben bzw. Lichtfrequenzen aufweisen, können Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen bis drei Gigabit pro Sekunde erreicht werden.

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