Moderne Beleuchtung LED-Leuchten für die Straßen von Mailand

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

141.000 Straßenleuchten wurden in Mailand auf die LED-Technik umgerüstet. Eine Besonderheit bietet die integrierte astronomische Uhr, welche die Sonnenaufgangs- und -untergangszeit berechnet.

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Straßenbeleuchtung in Mailand: Das Porta Venezia erstrahlt schon in der Dämmerung im Licht von LEDs.
Straßenbeleuchtung in Mailand: Das Porta Venezia erstrahlt schon in der Dämmerung im Licht von LEDs.
(Bilder: Marco Di Lauro)

Am 1. Mai startet in Mailand die Weltausstallung. Für diese Veranstaltung werden die Straßen der zweitgrößten Stadt Italiens mit LEDs beleuchtet. Denn die italienische Metropole hat sich für die großflächige Umrüstung ihrer Straßenbeleuchtung auf LED entschieden. Erhebliche Einsparungen an Energie- und Wartungskosten lockten die Stadtväter ebenso wie modernstes Leuchten-Design und deutlich besseres Licht in den Straßen und Gassen.

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Beteiligt daran war das deutsche Unternehmen Osram mit der Steuerung: jede einzelne der neuen Straßenleuchten ist mit dem elektronischen Betriebsgerät „Optotronic 3DIM“ ausgestattet. Damit ist es möglich, die LEDs so zu steuern, dass sowohl in der Nacht als auch in der Dämmerung immer ein optimales Licht herrscht. Zudem steuert die Elektronik besonders bei hohen und niedrigen Temperaturen.

Dabei erfüllt es bereits alle kommenden Anforderungen der EU-Direktive „Eco design of Energy Using Products“ und ist auch für künftige LED-Generationen gerüstet. Durch diesen Einsatz in Mailand wird erstmals die so genannte AstroDim-Funktion auch in Europa in wirklich großem Maßstab eingesetzt. Damit hält die LED-Straßenbeleuchtung in Europa Einzug.

Allein 85.000 der insgesamt 141.000 ausgetauschten Mailänder Straßenlaternen kommen vom italienischen Leuchtenherstellers AEC Illuminazione, der einen großen Teil der Ausschreibung des regionalen Energieversorgers (A2A S.p.A.) für Mailand gewann. „Ein wesentlicher Vorteil unserer Betriebsgeräte ist die hohe Flexibilität um solche größeren optimal Projekte bedienen zu können“, erklärt Hannes Wagner, der bei Osram das Projekt technisch betreute. „So decken die Vorschaltgeräte bereits von Haus aus alle wichtigen Steuerungs- und Einsatzmöglichkeiten ab. Für AEC konnten wir außerdem eine deutliche Erleichterung in der Parametrisierung der Geräte einrichten.“

Mailands berühmte Plätze erstrahlen im LED-Licht

Bereits im ausgeschalteten Zustand bereichern die ITALO-Leuchten berühmte Straßen und Plätze Mailands durch makelloses italienisches Design, wie beispielsweise Corso Buenos Aires, Viale Sarca, Viale Forlanini und Bastioni di Porta Venezia, sowie prominente Viertel, etwa um den Sitz der Regionalregierung der Lombardei herum, den Mode-Hotspot Zona Tortona, Bicocca mit seiner Universität und die bei jungen Leuten besonders angesagte Area Navigli. Eingeschaltet sorgen sie für beste Sichtbedingungen bei gleichzeitiger Energieeinsparung.

Insgesamt rechnet Mailand mit über 50 Prozent weniger Stromverbrauch durch den Umstieg auf LED gegenüber der herkömmlichen Beleuchtung. Ein guter Teil davon wird durch den Osram-Treiber möglich. Der verfügt unter anderem über drei Ansteuerungs- und Dimm-Möglichkeiten: Von den klassischen Zwei-Stufen, über die eingebaute astronomische Uhr bis hin zur Integration in digitale Telemanagementsysteme via DALI-Interface.

Integrierte astronomische Uhr

DALI ist ein Protokoll aus der Gebäudeautomatisierung, um lichttechnische Betriebsgeräte zu steuern. Möglich sind bidirektionale Kommunikation und stufenloses Dimmen, Statusabfragen der Leuchtmittel und Vorschaltgeräte sowie deren direkte Adressierung. Alternativ können die Leuchten, dank der integrierten astronomischen Uhr, die Sonnenaufgangs- und -untergangszeit berechnet, wahlweise mit voreingestellten Werten oder individuell programmiert in Stufen autonom gedimmt werden (AstroDim). Außerdem ist die in Europa weit verbreitete Zwei-Stufen-Dimmung (Halbnachtschaltung) über eine gesteuerte Phase möglich (StepDim).

Optotronic-Betriebsgeräte liefern elektronisch stabilisierten Gleichstrom mit hohem Wirkungsgrad. Die galvanische Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite sowie die reversiblen Schutzmechanismen bei Überlast, Kurzschluss und Übertemperatur ermöglichen einen sicheren und zuverlässigen LED-Systemaufbau. So schützt der das Gerät gegen bis zu 6 kV Überspannung in den Schutzklassen I und II, mit der nächsten Generation 4DIM werden sogar Werte von 8 kV Überspannungsschutz erreicht. Dank des Kunststoffgehäuses mit Vollverguss ist es gegen Witterungseinflüsse, Insekten und Erschütterungen resistent. Seine Lebensdauer ist auf bis zu 100.000 Betriebsstunden ausgelegt.

Bereits in den ersten drei Monaten konnten über 40.000 Leuchten durch AEC Illuminazione ausgeliefert werden, sodass der Austausch durch A2A planmäßig im Sommer 2014 begann. Bis Februar 2015 waren dann alle Arbeiten abgeschlossen.

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