In die nächste Runde LeCroy knackt die 65 GHz

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Einer bietet 63, der andere 65 GHz Echtzeit-Bandbreite für seine Oszilloskope. Aktuell haben Agilent und LeCroy mit ihren Scopes die höchsten Bandbreiten am Markt. Agilent setzt auf dabei auf seine InP- und LeCroy auf die SiGe-Chiptechnologie.

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LeCroys LabMaster 10Zi mit einer Echtzeit-Bandbreite von 65 GHz
LeCroys LabMaster 10Zi mit einer Echtzeit-Bandbreite von 65 GHz

Es hört sich fast an wie der Kampf der (Messtechnik)-Giganten. Zuerst hat Anfang April Agilent mit dem 90000 Q aus der Infiniium-Familie ein Oszilloskop auf den Markt gebracht, das dank der InP-Technologie eine Echtzeitbandbreite von 63 GHz auf zwei Kanälen bietet. Zu dieser Familie gehören insgesamt zehn Modelle mit vier Kanälen und Bandbreiten von 20 bis 63 GHz. Knapp zwei Wochen später schlägt LeCroy mit der LabMaster-Serie 10Zi zurück: Auf Basis der 8HP SiGe-Chiptechnologie kann LeCroy eine analoge Echtzeit-Bandbreite von 65 GHz anbieten. In den letzten Jahren konnte LeCroy nach eigenen Angaben viele Erfahrungen mit der SiGe-Technologie sammeln. Für die Zukunft plant der Spezialist aus Chestnut Ridge sogar Geräte mit einer Echtzeit-Bandbreite von 100 GHz.

LeCroy setzt auf die SiGe-Technologie

LeCroy konnte in den letzten Jahren viele Erfahrungen mit der SiGe-Technologie sammeln. Für den Einsatz von vier Kanälen unterstützt LeCroy 36 GHz analoge Bandbreite. Sowohl für die 65-GHz-Modelle und für künftige Modelle mit 100 GHz setzt man die patentierte DBI-Technologie ein. Bei DBI – dem Digital Bandwidth Interleave – lässt sich die Kanaldichte erhöhen. Darüberhinaus ermöglicht die patentierte ChannelSync-Architektur in den LabMaster 10Zi-Oszilloskopen, bis zu 80 Kanäle mit 36 GHz analoger Bandbreite und 80 GS/s Abtastrate hochpräzise zu synchronisieren und bis zu 40 Kanäle mit 65 GHz und 160 GS/s.

Anders bei Agilent: Hier gibt ein InP-Chipsatz den Takt des Scopes an. Mit 200 GHz lassen sich beispielsweise M-Band-Signale von 60 bis 100 GHz messen. Auch die dritte Harmonische von 28-, 32-, und 40-GBit-Signalen lässt sich erfassen. Agilent hat in seinen 90000er-Scopes die sogenannte RealEdge-Technologie verwendet. Das ist eine Kombination aus neuen Architekturen, Mikroschaltungen, Dünnschichtbauteilen und dem bereits erwähnten Indiumphosphid-Halbleiterprozess. So ist bei allen Modellen ein Eigenjitter von 75 fs garantiert, womit sich Digitalsignalflanken wesentlich genauer darstellen lassen. Gesenkt werden konnte ebenfalls die Anstiegszeit auf weniger als 7 ps.

Das Oszilloskop ist modular aufgebaut

Dank des modularen Aufbaus der LabMaster wird die Signalerfassung von Display-, Steuerungs- und Verarbeitungsfunktionen getrennt. Die Steuerungseinheit (MCM-Zi) besteht aus Display, Steuerung, ChannelSync-Architektur und einer CPU aus der Server-Klasse. Mit der 8HP SiGe-Technologie sind Bandbreiten von 36 GHz auf vier und bis zu 65 GHz auf zwei Kanälen möglich. Ein zukünftiges Upgrade auf 100 GHz soll möglich sein. Steuermodul und Erfassungsmodul arbeiten wie normale 36-GHz-Oszilloskope mit vier Kanälen oder wie ein 2-Kanal 65-GHz- und 4-Kanal 36-GHz-Oszilloskop. Mit einem zusätzlichen Erweiterungsmodul lässt sich die Anzahl an Erfassungsmodulen vervielfachen. // heh

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