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Motorsport Engineering Le Mans 2017 – Fokus auf Hybridtechnik und Aerodynamik

| Autor / Redakteur: Harald Gallinis / Wolfgang Sievernich

Das überarbeitete Reglement für die Langstrecken-WM beinhaltet weiter entwickelte Energierückgewinnungssysteme, einen niedrigeren Verbrauch und gekürzte Aerodynamik.

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Für 2017 hat der ACO zahlreiche Änderungen für die Langstrecken-Weltmeisterschaft beschlossen.
Für 2017 hat der ACO zahlreiche Änderungen für die Langstrecken-Weltmeisterschaft beschlossen.
(Bild: Porsche)

Der Automobile Club de l'Ouest (ACO) hat im Rahmen des 24-Stunden-Rennens von Le Mans das neue Reglement für 2017 bekannt gegeben. So sollen ab 2017 kontinuierliche Änderungen in den Le Mans Prototypenklassen LMP1-H, LMP1-L und LMP2 umgesetzt werden.

In der LMP1-H Klasse für die Werksfahrzeuge soll die Aerodynamik zur Begrenzung der Rundenzeiten weiter beschnitten werden. So werden die Abmessungen des Diffusors und Frontsplitters kleiner. Für 2018 wird der Treibstoffverbrauch bei den Benzinern und Dieseln um weitere acht Prozent beschnitten. Die Hybridkapazität soll von acht Megajoule auf bis zu zehn Megajoule pro Runde steigen. Dafür sind künftig drei statt bisher zwei Energierückgewinnungssysteme pro Fahrzeug zugelassen.

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Neue Monocoques notwendig

Da ab 2018 die Sicherheitszelle größer wird und zudem einen zusätzlichen Seitenaufprallschutz erhält, müssen die Monocoques der Prototypen neu gestaltet werden. Künftig müssen die Hybridaggregate und Speichersysteme auch außerhalb der Sicherheitszelle in einem speziellen Container platziert werden.

In der Privatfahrerklasse LMP1-L soll der Rundenzeitenunterschied zu den Werkswagen verkleinert werden. Aktuell liegen zwischen den beiden Klassen aufgrund fehlender Hybridsysteme in der LMP1-L satte sieben Sekunden pro Runde. Als Lösung präferiert der ACO ein Leistungsplus der Benzinaggregate, eine freie Hubraumwahl und geringere Leergewichte der Fahrzeuge. So soll das Mindestgewicht von aktuell 855 auf 830 Kilogramm reduziert werden dürfen. Zusätzlich erhält die Aerodynamik mehr Freiheiten: größere Heckflügel und eine geänderte Frontaerodynamik. Neu wäre ein DRS-System (Drag Reduction System), also ein beweglicher Heckflügel, der schon in der Formel 1 und der DTM genutzt wird.

Einheitsmotor in der LMP2

Ab dem kommenden Jahr fahren in der kleinen Klasse, der LMP2 alle Fahrzeuge mit einem Einheitsmotor von Gibson. Der GK428 ist ein Achtzylindermotor in V-Form mit einem Hubraum von 4.169 Kubikzentimeter und 600 PS. Damit leistet das neue Aggreegat rund 100 PS als bisherige Motoren in der LMP2. Die neuen Motoren sollen günstiger sein: statt 1.300 Euro pro Betriebsstunde kosten sie künftig nur noch 1.250 Euro. Im kommenden Jahr dürfen zudem nur noch vier Chassis-Lieferanten starten: Oreca, Ligier, Dallara und Riley-Multimatic. In der Europäischen Le Mans Serie (ELMS) gilt eine einjährige Übergangsfrist.

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Biogas und Wasserstoff möglich

Im sogenannten 56. Garage-Projekt startet jedes Jahr ein Projekt mit neuen Antriebs- oder Aerodynamikformen. Diese Fahrzeuge starten außerhalb des bestehenden Reglements und sollen die Innovationskraft neuer Techniken im Motorsport verdeutlichen. Der ACO plant für 2017 mit einem Biogas-Projekt und ab 2020 mit einem Brennstoffzellenfahrzeug.

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