Suchen

Lattice: Spezialist für programmierbare Logik darf nicht verkauft werden

| Redakteur: Michael Eckstein

Eine andere Reaktion hätte überrascht: Per Dekret hat US-Präsident Trump den Verkauf des US-Halbleiterherstellers Lattice Semiconductor an die private Beteiligungsgesellschaft Canyon Bridge Capital Partners blockiert.

Firmen zum Thema

Deal Breaker: Trump verhindert Verkauf von Lattice Semiconductor
Deal Breaker: Trump verhindert Verkauf von Lattice Semiconductor
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Mit seiner Entscheidung folgt Trump – wie bislang alle Präsidenten vor ihm – den Empfehlungen des Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS). Der Ausschuss für ausländische Investitionen war in einer langwierigen Prüfung des geplanten Geschäfts zur Auffassung gelangt, dass durch den Verkauf des Herstellers programmierbarer Logikbausteine möglicherweise die nationale Sicherheit der USA bedroht sei. Außerdem sei dadurch die US-Vormachtstellung im Halbleitermarkt gefährdet. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte in einer Stellungnahme, dass die Bedenken auch durch Anpassungen nicht auszuräumen seien.

Durch Trumps „Executive Order“ platzt nun die auf etwa 1,3 Mrd. Dollar taxierte Übernahme durch Canyon Bridge und seine Kapitalpartner. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass hinter der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft letztlich die chinesische Zentralregierung steht. Das geht aus dem Dekret hervor, dass das Weiße Haus veröffentlicht hat: Demnach ist ein Investor die in der Volksrepublik China ansässige, im Staatsbesitz befindliche China Venture Capital Fund Corporation Limited.

Bedenken gegenüber China

Bereits Amtsvorgänger Barack Obama hatte einen Bericht veröffentlichen lassen, der vor Chinas aufstrebende Ambitionen in der globalen Halbleiterindustrie warnte. Die US-Regierung befürchtet einen Ausverkauf amerikanischer Hightech-Unternehmen sowie deren intellektuellen Eigentums nach China – und damit einen Bedeutungs- und letztlich wohl auch Kontrollverlust in wichtigen Technologiebranchen.

Trumps Dekret beendet den seit mehr als neun Monaten dauernden Übernahme-Poker um Lattice Semiconductor. Im November 2016 machten Canyon Bridge und Lattice die geplante Übernahme öffentlich. Es folgten zahlreiche Schriftwechsel mit dem CFIUS, mit denen die Unternehmen die Bedenken letztlich aber nicht ausräumen konnten.

Nach Angaben der EE Times haben Lattice und Canyon Bridge ihre Fusionspläne sofort nach dem Dekret gestoppt. Lattice-CEO Darin G. Billerbeck ist demnach enttäuscht von dem Ergebnis. Nun gehe es darum, sich auf Initiativen zu fokussieren, die den langfristigen Erfolg von Lattice sichern – besonders im Bereich für preisgünstige, stromsparende Logik-ICs mit kleinem Formfaktor. Auch auf den Gebieten Prozessoren und Konnektivitätslösungen will Billerbeck nach Angaben des US-Nachrichtenmagazins profitables Wachstum generieren.

Wie weit der Arm der amerikanischen Administration reicht, zeigt der Fall Aixtron: Auch der Verkauf des deutschen Chip-Anlagenbauers an die chinesische Fujian Grand Chip Investment (FGC) wurde durch Sicherheitsbedenken der USA verhindert.

(ID:44899396)