Lasersystem für berührungslose Erkennung von Explosivstoffen

| Redakteur: Julia Schmidt

DLR-Forscher arbeiten an einem laserbasierten, berührungslosen Verfahren, um Explosivstoffe schnell und sicher zu detektieren.
DLR-Forscher arbeiten an einem laserbasierten, berührungslosen Verfahren, um Explosivstoffe schnell und sicher zu detektieren. (Bild: / DLR / BY 3.0)

DLR-Forscher arbeiten an einem laserbasierten, berührungslosen Verfahren, um Explosivstoffe schnell und sicher zu detektieren. Das transportable Lasersystem namens "PHYLAX" soll zum Beispiel an Flughäfen, öffentlichen Einrichtungen oder Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Bei Kontrollen zum Beispiel an Flughäfen oder bei Großveranstaltungen prüft das Sicherheitspersonal stichprobenartig Personen und Gegenstände auf Explosivstoffe. Bisher wird dafür mit einem speziellen Teststreifen über persönliche Gegenstände wie Taschen oder Laptops gewischt und der Teststreifen anschließend in einem Analysegerät untersucht. Das benötigt einige Minuten Zeit und entsprechendes Personal. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickeln und testen aktuell ein laserbasiertes Verfahren: Es funktioniert komplett berührungslos und ermöglicht so die schnelle und zuverlässige Überprüfung einer wesentlich größeren Personenzahl.

Mit Lasertechnologie Explosivstoffen auf der Spur

Wer mit Explosivstoffen hantiert, hinterlässt auch bei großer Vorsicht kleinste Partikel auf Haut, Kleidung, Schuhen oder angefassten Gegenständen. Bei Sicherheitskontrollen gilt es, diese Spuren möglichst schnell und genau festzustellen. Die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Technische Physik in Lampoldshausen setzen dabei auf das Verfahren der Laserspektroskopie. Grob vereinfacht lässt sich das Prinzip hinter diesem Detektionsverfahren wie folgt beschreiben: Ein speziell für dieses Anwendungsgebiet entwickeltes, augensicheres System sendet einen Laserstrahl über ein Teleskop aus. Dieser Strahl trifft auf den zu untersuchenden Gegenstand und löst dort einen physikalischen Effekt aus, beispielsweise wird das Licht auf eine ganz bestimmte und für den jeweiligen Explosivstoff charakteristische Weise gestreut. Dieses gestreute Licht wird dann mit Hilfe des Teleskops beobachtet und mittels eines integrierten Spektrometers analysiert. So sind Rückschlüsse möglich, ob und welche explosive Substanzen vorliegen.

Flexibler Einsatz zum Schutz von Mensch und Infrastruktur

Seinem System hat das Forscherteam den Namen PHYLAX gegeben, was für personenbezogene hybride laserbasierte Explosivstoffdetektion steht. Im Altgriechischen bedeutet der Begriff Wächter oder Beschützer. Genau diese Aufgabe soll das Lasersystem übernehmen: nämlich Menschen genauso wie kritische Infrastruktur zu schützen. "Da PHYLAX transportabel und auch für Außeneinsätze geeignet ist, kann es beispielsweise an Eingängen zu öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen zum Einsatz kommen genauso wie bei Veranstaltungen mit hohem Personenaufkommen", fasst Dr. Frank Duschek, Leiter der zuständigen Abteilung für Atmosphärische Propagation und Wirkung, mögliche Anwendungsszenarien zusammen.

Das Ziel der DLR-Wissenschaftler ist es, vorbeugende Kontrollmaßnahmen zu verbessern und sie mit geringeren Einschränkungen, mehr Komfort und Diskretion durchzuführen. "PHYLAX soll in Zukunft eine Personenkontrolle im Vorbeigehen ermöglichen – aus einer Entfernung von etwa zwei Metern, berührungslos, sekundenschnell und mit einer hohen Zuverlässigkeit", beschreibt Dr. Frank Duschek die Vorteile der laserbasierten Technologie. Als kompakte und robuste Einheit soll sich das System in die bestehende Infrastruktur einfügen und mit weiteren Kontrollelementen – zum Beispiel Röntgengeräten für die Handgepäckkontrolle oder Sicherheitsscannern wie sie bereits heute an Flughäfen vorhanden sind – kombinierbar sein.

Nach ersten erfolgreichen Machbarkeitsstudien arbeiten die Forscher aktuell an der Weiterentwicklung der Technologie und führen erste Systemtests durch.

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