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Kabel und Leitungen Lapp feiert das 50. Jubiläum der Kabelwerke

| Redakteur: Kristin Rinortner

Oskar Lapp entwickelte die erste industriell gefertigte Steuerleitung mit farbigen Adern und setzte damit im Maschinen- und Anlagenbau einen Meilenstein. Am 27. September 2013 feierte die Lapp-Gruppe in Stuttgart die Gründung des ersten eigenen Kabelwerks vor 50 Jahren.

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U.I. Lapp: Ursula Ida und Oskar Lapp legten 1963 den Grundstein für Neubau des Kabelwerks in der Oskar-Lapp-Straße 5
U.I. Lapp: Ursula Ida und Oskar Lapp legten 1963 den Grundstein für Neubau des Kabelwerks in der Oskar-Lapp-Straße 5
(Bild: Lapp)

Oskar Lapp (1921-1987) war nicht nur ein genialer Erfinder, sondern auch Unternehmer mit Leidenschaft: Er entwickelte die erste industriell gefertigte Steuerleitung mit farbigen Adern und sorgte mit Unterstützung seiner Ehefrau Ursula Ida dafür, dass sein neues Produkt für den Maschinen- und Anlagenbau innerhalb kürzester Zeit unverzichtbar wurde. Wegweisend war auch die Idee, der Erfindung den Markennamen ÖLFLEX zu geben. Ein Name, der auch heute noch international für Anschluss- und Steuerleitungen steht.

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Damit haben Ursula Ida und Oskar Lapp Geschichte geschrieben. Bereits vier Jahre nach der Gründung der U.I. Lapp KG im Jahre 1959, investierte das Unternehmer-Ehepaar 1963 in das erste eigene Produktionswerk und legte damit den Grundstein für das heute weltweit erfolgreiche Familienunternehmen.

Im Beisein der Mitarbeiter des Kabelwerks und deren Familienangehörigen sowie zahlreicher anderer Gäste feierte die Stuttgarter Lapp Gruppe am 27. September das 50. Jubiläum der Lapp GmbH Kabelwerke. Neben Führungen durch die Kabelwerke gab es auch verschiedene Angebote für Kinder, das Kabelwerk spielerisch zu erleben. „Wir wollten ein familiäres Fest haben. Schließlich ist der Familiensinn für uns auch heute noch einer der wichtigsten Werte unseres Unternehmens“, erklärt Vorstand Siegbert E. Lapp.

Die frühen 60er Jahre waren geprägt von Aufbruchsstimmung und von schnellem Wachstum. Nachdem zunächst die ÖLFLEX Anschluss- und Steuerleitungen im Auftrag von einem Wuppertaler Unternehmen hergestellt worden waren, gründeten Ursula Ida und Oskar Lapp 1963 die Kabelwerke zunächst in einer gemieteten Halle in der Galileistraße in Stuttgart. 1965 erfolgte der Umzug des Handelshauses U.I. Lapp KG aus dem Wohngebäude in der Rosentalstraße in die heutige Schulze-Delitzsch-Straße. Damals beschäftigte das Unternehmen bereits 30 Mitarbeiter. „Meine Eltern bauten auf der grünen Wiese. Wir waren damals die Pioniere im heutigen Industriegebiet Vaihingen-Möhringen“, erinnert sich Siegbert E. Lapp. Kurze Zeit später wurde auch die Kabel-Produktion von der Galileistraße in ein eigenes Gebäude in der Breitwiesenstraße verlegt, direkt hinter dem Firmenstammsitz.

Ermutigt durch die rasante Entwicklung entschied sich die Unternehmerfamilie für einen Neubau des Kabelwerks, der 1983 in der damaligen Gewerbestraße (heute Oskar-Lapp-Straße), direkt gegenüber dem Firmensitz eröffnet wurde. Das Produktionswerk erstreckt sich auf rund 7000 Quadratmetern, davon sind 5500 Quadratmeter reine Produktionsfläche. Wenig später zog in das Obergeschoss des Gebäudes, das zunächst als Parkdeck genutzt wurde, die Contact GmbH ein. Die Contact GmbH ist ein Unternehmen der Lapp Gruppe, das auf die Fertigung von Industriesteckverbindern spezialisiert ist. Auch die Lapp Systems GmbH, die maßgeschneiderte Konfektionen von Kabel- und Leitungssystemen fertigt, ist im gleichen Gebäude untergebracht.

Allein im heutigen Kabelwerk sind 120 Mitarbeiter beschäftigt, davon 90 in der Produktion und 30 in der Verwaltung. Mit modernen Maschinen werden dort pro Jahr rund 15.000 km Leitungen produziert. Das entspricht fast einer Entfernung von Stuttgart nach Peking und zurück. In Stuttgart werden Kabel vor allem nach kundenindividuellen Wünschen gefertigt. Volumenprodukte mit Fertigungslängen bis über 100 km am Stück laufen dagegen im französischen Forbach vom Band.

Aber auch Innovationen und Prozessoptimierungen werden zunächst im Stuttgarter Kabelwerk entwickelt, getestet und umgesetzt. Deshalb befinden sich im Gebäude auch Labors für Hochleistungstests, welche von der U.I. Lapp GmbH betrieben werden. Dort können Kräfte bis zu fünffacher Erdbeschleunigung simuliert und mehrere Millionen Biegezyklen für das zu prüfende Kabel in einer Energieführungskette gefahren werden.

Heute betreibt die Lapp Gruppe neben dem Kabelwerk in Stuttgart noch weitere 16 eigene Fertigungsstandorte auf der ganzen Welt.

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