Kundenspezifische IPCs mit Coffee-Lake-Mainboard

Autor / Redakteur: Armin Erich * / Gerd Kucera

Nach Freigabe der „Coffee-Lake“-CPUs für den Konsummarkt im letzten Jahr gibt es nun Mainboards für den industriellen Embedded-Einsatz mit i7-8700K-Prozessor – etwa zum Bau kundenspezifischer IPCs.

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Intel Core i7-8700: Leistungshungrige Anwendungen lassen sich auf nunmehr sechs Kerne verteilen und noch schneller ausführen.
Intel Core i7-8700: Leistungshungrige Anwendungen lassen sich auf nunmehr sechs Kerne verteilen und noch schneller ausführen.
(Bild: InoNet Computer)

Die ersten Full-Industrial Mainboards mit der achten Intel-Core-Prozessorgeneration (Codename Coffee Lake) sind nun auf dem Markt und ermöglichen durch erweiterten Temperaturbereich, Widerstandsfähigkeit gegen Vibrationen, erhöhte Ausfallsicherheit und gesicherte Langzeitverfügbarkeit den Einsatz der aktuellen Prozessor-Generation in industriellen PC-Systemen. Der IPC-Hersteller InoNet hat in diesem Zuge sein Portfolio an kundenspezifischen 19-Zoll-Rackmount-Industriesystemen um eine Variante mit aktueller Core-i-Generation erweitert und baut auf diesem Weg Rechner mit höherer Performance bei gleicher Leistungsaufnahme und zuverlässiger Industrietauglichkeit.

Diese 19-Zoll-PCs sind modular aufgebaut und können ohne wesentlichen Aufwand auf kundenspezifische Anforderung hinsichtlich Belüftung, Erweiterbarkeit und Performance angepasst werden. Es lassen sich beispielsweise das 4HE-System Mayflower-II sowie die 2HE-Variante Mayflower-ID mit Industrie-Mainboards und den Prozessoren der achten Generation von Intel ausstatten, um damit den stetig steigenden Anforderungen der industriellen Automatisierungsanwendungen in rauen Umgebungen zu begegnen.

Sechs Kerne für rechenintensive Anwendungen

Der neue Core i7-8700 z.B. hat durch insgesamt sechs Kerne und zwölf Threads bis zu 50% mehr Leistung als das Vorgängermodell Core i7-7700 mit nur vier Kernen und acht Threads. Leistungshungrige Anwendungen lassen sich auf noch mehr Kerne als bisher verteilen und dadurch ohne Leistungseinbußen schneller ausführen. Die Basis-Taktfrequenz ist mit 3,20 GHz leicht niedriger als beim Vorgänger, was sich positiv in der Energiebilanz niederschlägt, doch ist bei anspruchsvollen Anwendungen eine Turbo-Taktfrequenz von bis zu 4,60 GHz möglich (etwa 10% höher im Vergleich zum Vorgängermodell).

Anwendung, die nur auf einem Kern laufen, profitieren so ebenfalls von der höheren Turbo-Taktfrequenz. Ein Cache-Speicher mit 12 MByte Kapazität, ebenfalls um 50% größer als beim Vorgängermodell der Generation Kaby Lake, ermöglicht durch die größere Kapazität das schnellere und energieeffizientere Ausführen einer Vielzahl von oft genutzten Anwendungen.

Auch die Kompatibilität für Arbeitsspeichermodule mit höherer Taktfrequenz (2666 anstatt 2400 MHz) hält mit dem Launch von Coffee Lake Einzug in den Industrie-PC. Dadurch können laufende Anwendungen noch schneller auf Daten im Arbeitsspeicher zugreifen.

Die Verlustleistung sowohl des Core i7-7700 als auch des i7-8700 beträgt 65 W. Somit ist der Prozessor der achten Generation nicht nur durch mehr Kerne und Threads leistungsstärker, sondern zusätzlich auch durch eine höhere Turbo-Taktfrequenz, einen größeren Cache-Speicher und eine schnellere Taktung der Arbeitsspeichermodule merklich effizienter im Betrieb – das System liefert eine wesentlich höhere Performance bei gleicher Verlustleistung.

Zum Thema Zukunftssicherheit: Neben dem deutlichen Leistungsvorteil beim Wechsel auf die neue Prozessorgeneration können Anwender auch weiterhin mit einem langen Produktlebenszyklus planen.

Die Embedded-Varianten der achten Generation der Intel-Prozessoren werden ebenfalls bis zu fünfzehn Jahre langzeitverfügbar sein – somit kann die Total Cost of Ownership, über einen mehrjährigen Zeitraum betrachtet, gering gehalten werden, da bei den Anwendungen keine Software-Anpassungen aufgrund wechselnder Hardware-Komponenten fällig werden.

* Armin Erich ist Entwicklungsleiter bei InoNet Computer, Taufkirchen.

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