Wissenschaftler gibt Entwarnung Künstliche Intelligenz wird menschliche Arbeit nicht verdrängen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt die Menschen bei ihrer Arbeit und ist aus vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Doch kann KI auch irgendwann den Menschen vollständig ersetzen?

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Künstliche Intelligenz: Vernichtet sie Jobs oder werden dank KI neue Arbeitsplätze geschaffen?
Künstliche Intelligenz: Vernichtet sie Jobs oder werden dank KI neue Arbeitsplätze geschaffen?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Auf der KI-Landkarte sind über 1.000 Anwendungen aus Deutschland verzeichnet, die künstliche Intelligenz vor allem in Form von selbstlernenden Softwaresystemen einsetzen. Ähnlich wie Maschinen einst die menschliche Arbeitskraft verdrängt haben, so geht jetzt wieder eine Angst um: Verdrängt KI menschliche Arbeit? Daran hat Christoph-Alexander Holst allerdings seine Zweifel.

Holst ist Vorstandsmitglied und Forschungsgruppenleiter „Diskrete Systeme“ am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT). Er hatte vor kurzem einen Vortrag gehalten, der mit dem Titel „Verdrängt KI menschliche Arbeit“ vielleicht etwas spitz formuliert war.

Doch was ist eigentlich KI? Laut Definition ist KI ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Erforschung von Mechanismen des intelligenten menschlichen Verhaltens befasst. „Man kann die künstliche Intelligenz als eine Nachempfindung der menschlichen Intelligenz und des menschlichen Verhaltens ansehen“, führt Holst weiter aus.

Die schwache KI löst konkrete Fragestellungen

Aktuelle Anwendungen sind aber ausschließlich der schwachen KI zuzuordnen. Bei der schwachen KI geht es nicht mehr darum, menschliche Denkprozesse zu imitieren, sondern gezielt Algorithmen zu entwickeln, die bestimmte – konkret abgesteckte – Problemstellungen lösen. Der größte Treiber für Methoden der schwachen KI ist dabei ganz klar das maschinelle Lernen.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Wird KI den Menschen ersetzen? Die Stärken von Maschinen liegen vor allem in den kognitiven Arbeiten, Mustererkennung in multidimensionalen Bereichen, Prozessoptimierung und 24/7 Monitoring. Außerdem werden sie nicht müde. Der Mensch hingegen zeichnet sich durch seine Kreativität und Empathie aus. Er kann Bewerten, Entscheiden, Schlussfolgern und auf Unvorhersehbares reagieren. „Das alles macht den Menschen aus und das sind entscheidende Eigenschaften, die so schnell nicht durch eine Maschine oder KI ersetzt werden können. Die Verschmelzung von Mensch und Maschinen eröffnet aber neue Möglichkeiten“, sagt Holst.

Künstliche Intelligenz schafft Jobs

Vorstandsmitglied und Forschungsgruppenleiter „Diskrete Systeme“ am inIT: Christoph-Alexander Holst.
Vorstandsmitglied und Forschungsgruppenleiter „Diskrete Systeme“ am inIT: Christoph-Alexander Holst.
(Bild: Institut für industrielle Informationstechnik (inIT))

Am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) werden in verschiedenen Projekten die Möglichkeiten der Unterstützung durch KI untersucht. Im Projekt ML4Pro2 beispielsweise wird eine automatische Verschleißüberwachung umgesetzt. So können Wartungsplanungen gezielter und definierter durchgeführt werden. Auch als medizinischer Assistent kann KI eingesetzt werden. Mit dem PD-Assist können Parkinson-Patienten bei der Behandlung unterstützt werden und sie erhalten Hilfe bei der Medikamentendosierung.

Künstliche Intelligenz wird den Menschen auf lange Sicht nicht ersetzen können. Sie kann ihn unterstützen und helfen. Letztendlich hat KI aber mehr Menschen einen Job geschaffen, als dass sie durch KI ihren Job verloren haben.

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