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Künstliche Intelligenz nicht unter Generalverdacht stellen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz hat nach über zwei Jahren ihren Abschlussbericht beschlossen. Für den BVDW bietet die KI enorme Chancen, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Gesellschaft.

Die Bürger in Deutschland sollen von der Künstlichen Intelligenz (KI) profitieren.
Die Bürger in Deutschland sollen von der Künstlichen Intelligenz (KI) profitieren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Nach über zwei Jahren intensiver Beratung hat sich am 26.10. die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ ihren Abschlussbericht beschlossen. Am heutigen Donnerstag wird im Bundestag über die Ergebnisse beraten. Der Digitalverband BVDW begrüßt es, dass man sich in der Politik nicht nur auf die Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) fokussiert, sondern auch die enormen Chancen in Betracht zieht.

„Das ist in mancherlei Hinsicht auch gelungen, etwa wenn eine einsatzspezifische Klassifizierung von KI angestrebt wird oder in KI das Potenzial gesehen wird, gesellschaftliche Diskriminierung nicht etwa fortzuschreiben, sondern diese aufzudecken und ihr entgegenzuwirken“, sagte es Matthias Wahl, Präsident Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Kritisch betrachtet der Verband vor allem eine bereits vorab diskutierte Regulierung von KI.

Wirtschaft treibt KI an, Rahmenbedingungen schlecht

Positiv wertet der BVDW auch den geplanten Ansatz, über die Aufklärung der Gesellschaft eine positive Entwicklung von KI zu fördern. Das ist auch ein Ansatz des KI-Monitors. Erst im September dieses Jahres veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem BVDW den KI-Monitor 2020. Dabei kam heraus, dass die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz in Deutschland von 2019 auf 2020 zugenommen hat.

Der KI-Index stieg um 7,85% auf 107,85. Das Wachstum ist vor allem der Bedeutung von KI in der Wirtschaft als größter Treiber (+6,39%) und der Gesellschaft (+1,85%) zu verdanken. Doch ausgerechnet die Rahmenbedingungen haben sich um -0,39% verschlechtert.

„Umso wichtiger ist es, dass sich der Bundestag heute eingehend mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz befasst und versteht, dass es hierbei um eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung geht, von der wir profitieren, nicht um ein Bedrohungsszenario“, berichtet Matthias Wahl.

Wo KI in Deutschland profitieren könnte

In Deutschland wünschen sich die Menschen mehrheitlich, von KI-Systemen profitieren zu können – Beispiele dafür sind in Medizin und Pflege, aber ebenso wie in Ämtern und Behörden oder in der Bildung sowie im Verkehr. Das berichtet die KI-Beauftragte Ronja Kemmer, Mitglied des Deutschen Bundestages. Von Seiten der Politik kommt auch, einen KI-Algorithmus vertrauenswürdig, sicher und nachhaltig zu gestalten. Deshalb empfiehlt Kemmer, „eine Regulierung, die immer die konkrete KI-Anwendung und ihre Auswirkung betrifft.“

Allerdings fordert die Enquete-Kommission, Anwender einer KI müssen sich gegen Diskriminierung durch KI-Anwendungen wehren. Deshalb gelte es, eine KI nicht nur transparent zu gestalten, sondern ihre Entscheidungen müssen nachvollziehbar und erklärbar sein. Das ist bei einer KI im medizinischen Umfeld oberstes Gebot.

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