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Kromberg & Schubert: Fraunhofer IPA unterstützt Neustart der Produktion

| Redakteur: Richard Oed

Zusammen mit dem Fraunhofer IPA plante der Automobilzulieferer Kromberg & Schubert die Wiederaufnahme seiner Produktion. Oberste Priorität hatte dabei der Schutz von Mitarbeitern und Kunden vor dem Corona-Virus.

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Durch die Auswahl und Analyse gezielter Maßnahmen hat das Fraunhofer IPA den Wiederanlauf der Produktion bei Kromberg & Schubert vorbereitet und gestärkt.
Durch die Auswahl und Analyse gezielter Maßnahmen hat das Fraunhofer IPA den Wiederanlauf der Produktion bei Kromberg & Schubert vorbereitet und gestärkt.
(Bild: Kromberg & Schubert)

Der Automobilzulieferer Kromberg & Schubert Automotiv, kurz Kroschu, beschäftigt in 40 Standorten auf 4 Kontinenten etwa 50.000 Personen. Kroschu stellt dort Bordnetze sowie Sonderleitungen her und bietet zusätzlich Kunststofftechnik für Hersteller im Automobilbereich an. Der Ausbruch der Corona-Pandemie erzwang mit den Produktionsstillständen der Hauptkunden einen weitgehenden Stopp der weltweiten Produktion.

Schon früh arbeitete Kroschu an Szenarien für einen gesicherten Wiederanlauf der Produktion. Im Mittelpunkt stand dabei der Schutz der Mitarbeiter und Kunden vor dem Virus. Hierzu trat Kroschu in einen Austausch mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA ein. Das Fraunhofer IPA sollte es Kroschu mit seiner Expertise in den Bereichen Fabrikplanung, Logistik, Wertstrom und Automatisierung ermöglichen, in allen 26 Werken weltweit schnell, effizient und effektiv den Betrieb unter strengem Schutz der Mitarbeiter wieder aufzunehmen. Zugleich sollten die finanziellen Auswirkungen auf Mitarbeiter und das Unternehmen so gering wie möglich gehalten werden.

„Dass die volle Produktionskapazität nicht sofort wieder ausgeschöpft werden kann, war uns klar. Entscheidend war für uns, den Schutz der Mitarbeiter und Kunden einerseits und die Produktionsfähigkeit andererseits verantwortungsvoll ins Gleichgewicht zu setzen,“ beschreibt Thomas Bauernhansl, Institutsleiter am Fraunhofer IPA, die Herausforderung.

Task Force erarbeitet Online-Maßnahmenkatalog

Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass Vor-Ort-Begehungen und -Workshops nicht möglich waren. Zunächst wurde eine Task Force gegründet, die sich aus Experten des Fraunhofer IPA, Mitarbeitern des Stammsitzes von Kroschu und mehreren ausgewählten Werken zusammensetzte und sich via Videokonferenz traf. Bildmaterial und Videoaufzeichnungen halfen den Mitgliedern, sich die Situation vor Augen zu führen.

Mittels Kollaborationsplattformen tauschten sich die Einzelnen über notwendige Maßnahmen aus, sammelten und bewerteten diese in wöchentlichen Online-Meetings, um die wichtigsten Ad-hoc- Aktionen auszuwählen. Die von IPA-Wissenschaftlern zusammengestellten Basisinformationen über Ursachen, Übertragungswege und Folgen des Corona-Virus halfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. So konnte innerhalb weniger Tage ein Standard-Maßnahmenkatalog verabschiedet werden. Temperaturmessung, Management des Bustransfers, Arbeitsplatzgestaltung und Risikoanalyse gehörten zu den Hands-on-Maßnahmen der ersten Zeit.

Wertstrom-Methode um Risikoprozessklassen modifiziert

Gleichzeitig wurde ein Satz technischer Lösungen erarbeitet, der in allen 26 Werken eingeführt wurde, um die getroffenen organisatorischen Maßnahmen zu unterstützen. Dabei wendete das Fraunhofer IPA methodische Verfahren aus dem Wertstrom, sowie sein Knowhow der Fabrikplanung wie Lieferantenmanagement an und übertrug diese auf die Corona-Situation.

Das Wertstrom-Konzept, das alle wertschöpfenden und nichtwertschöpfenden Aktivitäten umfasst, um Verschwendung bei der Herstellung eines Produkts auszuschließen, ergänzten die IPA-Experten aus der Bayreuther Projektgruppe Prozessinnovation um die Risikovermeidung. Risikoprozessgruppen mit hohem, mittlerem, geringem und keinem Risiko – wie Homeoffice – wurden klassifiziert und als rote, gelbe und grüne Werkbereiche markiert. Des Weiteren erarbeitete Fraunhofer-Austria Maßnahmen für externe Partner wie Zulieferer, Logistik und Instandhaltung.

Schließlich wurden die Maßnahmen weltweit auf alle 26 Werke ausgerollt und umgesetzt. Thomas Lange-Stalinski, Geschäftsführer bei Kromberg & Schubert, zeigt sich zufrieden: „Die zusammen mit dem Fraunhofer IPA entwickelten Methoden und Handlungsanweisungen ergeben ein erfolgversprechendes Konzept, um unsere Produktion wieder hochfahren zu können. Auch unsere Kunden bestätigen, dass wir damit frühzeitig und vorausschauend handeln.“

Projekt mündet in Plattform

Durch das Projekt mit Kromberg & Schubert bestärkt, initiierte das Fraunhofer IPA zusammen mit Fraunhofer-Austria eine Plattform, auf der sich Unternehmen austauschen und mit Experten darauf vorbereiten können, ihre Produktion wieder sicher hochzufahren. Im sogenannten Virtual CoLAB entsteht zum einen ein Pool von Ad-hoc-Maßnahmen, die für Schutz vor dem Virus und Arbeitsfähigkeit sorgen. Zum anderen entwickeln die Wissenschaftler dort mit den Unternehmen Strategien, die zu mehr Wandlungsfähigkeit in der Krise und der Zeit danach führen. Dabei haben sich gerade in der Anfangszeit die einfachen, aber durchdachten Lösungen als hilfreich herausgestellt.

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