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Internetkriminalität Kriminelle Services aus dem Cyber-Untergrund

| Autor / Redakteur: Petra Adamik / Andreas Bergler

Internetkriminalität kennt keine Grenzen, hat aber durchaus länderspezifische Eigenheiten. Deutsche Online-Gangster mischen im Markt für illegale Dienstleistungen aus dem Untergrund mit.

Trend Micro hat auch den deutschen IT-Untergrund genauer unter die Lupe genommen.
Trend Micro hat auch den deutschen IT-Untergrund genauer unter die Lupe genommen.
(Bild: Trend Micro)

Nahezu jeder denkt an Russland, die USA oder Afrika, wenn von Netzkriminalität die Rede ist. Dass auch der deutsche Cyber-Untergrund über ein beträchtliches Potenzial verfügt, zeigen Forschungen, die im Auftrag von Trend Micro erfolgten. Die „Arbeit“ der deutschen Cybergangster muss den internationalen Vergleich nicht scheuen, kann sich durchaus sehen lassen, so die Bedrohungsforscher.

Allerdings lässt sich nicht immer feststellen, ob die Aktivitäten sich geographisch ausschließlich auf die Bundesrepublik begrenzen oder ob der teutonische Untergrund Teil eines weltweiten kriminellen Geflechts ist, so die Studie. Bei der Anzahl der in deutschen Untergrundforen registrierten Nutzer werden die Forscher konkreter: rund 70.000 von ihnen tummeln sich in Foren und auf Marktplätzen. Deren Anzahl dagegen sei überschaubar. Ermittelt wurden diese Zahlen nicht nur über die Sprache der Teilnehmer, sondern auch über den geographischen Standort der „Kunden“.

Getarnte Angebote

Zehn große Foren und mindestens zwei Marktplätze, die auf Crimeware (für Internetkriminalität genutzte Schadsoftware wie beispielweise Spyware, Botnetze und Trojaner) und illegale Waren wie Drogen oder Fälschungen spezialisiert sind, haben die Bedrohungsforscher von Trend Micro im Rahmen ihrer Untersuchungen insgesamt aufgespürt.

Die Foren werden für den Informationsaustausch und das Kennenlernen genutzt, während die Marktplätze im Cyber-Untergrund als Verkaufsplattform für Kreditkarten, gehackte Konten, Fälschungen und andere Services oder illegitime Produkte fun­gieren. Merkmal der fünf wichtigsten Foren ist nach Aussage der Sicherheitsforscher, dass keines von ihnen in Deutschland gehostet wird und auch die Domains im Ausland angemeldet sind.

Besonders perfide ist, dass sich mit „back2hack.cc“ und „secunet.cc“ zwei darunter befinden, die sich explizit als Sicherheitsforen ausgeben. Das hier angebotene cyberkriminelle Angebot allerdings kann sich sehen lassen. Es reicht von Remote-Access-Trojanern, Password-Stealern bis hin zu ­gehackten Konten von Online-Händlern oder Banken. „Crimenetwork.biz“ dagegen, mit 60.000 registrierten Nutzern das größte deutsche Untergrundforum, verschleiert seine Aktivitäten gar nicht erst mit einem irreführenden Namen.

Ergänzendes zum Thema
Keine Service-Wüste im Cyber-Untergrund

Telefondienstleistungen sind eine Spezialität des deutschen Untergrundmarktes. Dazu zählen beispielsweise ­Verifizierungsanrufe bei Banken, die von deutsche Muttersprachlern durchgeführt werden. Andere geben sich als Bank-Mitarbeiter aus und fragen tele­fonisch zusätzlichen Details ab, um bereits ergaunerte Informationen anzureichern. Experten bezeichnen das als „Social Engineering“. Cybergangster entwickeln gegen Bezahlung aber auch Webanwendungen.

Gelobt wird in speziellen Kreisen besonders ein „Spezialist“, der ein funktionsfähiges Phishing-Skript mit Anti-Blacklisting-Funktionalität erstellte. Die komplette Studie von Trend Micro finden Sie hier.

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