Embedded Computing Kostengünstiges Komplettsystem für Mensch-Maschine-Interaktion

Redakteur: Franz Graser

Der Gröbenzeller Entwicklungsspezialist DENX Computer Systems hat mit dem M28 sein erstes ARM-basiertes System on Module (SOM) vorgestellt. Das Gerät wird bereits mit dem aktuellen Linux-Kernel 3.7 ausgeliefert.

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Das M28 (hier als Evaluierungs-Kit mit Display) ist ein ARM-basiertes System on Module (SOM). Es kann unter anderem als kostengünstiges Eingabeterminal für industrielle Anwendungen dienen.
Das M28 (hier als Evaluierungs-Kit mit Display) ist ein ARM-basiertes System on Module (SOM). Es kann unter anderem als kostengünstiges Eingabeterminal für industrielle Anwendungen dienen.
(Bild: DENX Computer Systems)

Das Modul misst 70 mal 35 Millimeter. Dank des geringen Formfaktors eignet sich das Rechnermodul für tragbare Geräte im Industriebereich. So kann es beispielsweise die Grundlage für Systeme zur Mensch-Maschine-Interaktion bilden, die mit einem berührungsempfindlichen Display ausgestattet sind wie etwa Eingabeterminals oder portable Messgeräte.

Als Hauptprozessor wird der Freescale-Chip i.MX287 eingesetzt. Der Prozessor basiert auf dem Chipdesign ARM926EJ-S, der als einer der beliebtesten ARM-Prozessoren gilt und bereits fünf Milliarden Mal ausgeliefert wurde. Der Chip ist mit 454 Megahertz getaktet und wartet mit jeweils zwei CAN-und Ethernet-Schnittstellen sowie einem Display-Controller auf. Darüber hinaus verfügt die CPU über eine integrierte Batterie-Ladeeinheit.

Das M28 in seiner Reinform. Dank des geringen Formfaktors ist das Modul unter anderem für portable Geräte geeignet.
Das M28 in seiner Reinform. Dank des geringen Formfaktors ist das Modul unter anderem für portable Geräte geeignet.
(Bild: DENX Computer Systems)
Softwareseitig sind auf dem Modul der aktuelle Linux-Kernel 3.7 sowie der Bootloader U-Boot in der Variante 2012-10 installiert. DENX erweist sich damit auf der Höhe der Zeit, denn die Version 3.7 des Linux-Kernels ist erst am 11. Dezember 2012 freigegeben worden.

Zeitgleich mit dem Hardwaremodul hat die Schwesterfirma DENX Software Engineering die Version 5.3 der Entwicklungsumgebung ELDK (Embedded Linux Development Kit) veröffentlicht. Das Release umfasst den freien Compiler GCC 4.7.2, die Variante 4.8.3 der Softwarebibliothek Qt sowie den Bootloader U-Boot 2012-10 und den Linux-Kernel 3.6.7.

Zu den neu hinzugekommenen Features zählt die Hard-Float-Toolkette für die ARM-Architektur v7. Hard-Float bedeutet, dass der kompilierte Code von der Fließkommaeinheit der CPU Gebrauch macht und daraus Geschwindigkeitsvorteile zieht.

Entwickler benötigen zur Benutzung keine Super-User-Rechte und damit auch keinen Systemadministrator. Das ELDK läuft auf gängigen Linux-Distributionen für x86-Rechner und unterstützt eine große Bandbreite an ARM-, Power PC- (8xx, 82xx, 4xx, QorIQ) und MIPS-Prozessoren. Cross Development Tools (Compiler, Assembler, Linker) zur Entwicklung von Software für das Zielsystem bis hin zu grafischen Applikationsumgebungen sind ebenfalls enthalten. Neben einem schnellen Einstieg durch vorkompilierte Images ist das ELDK als Build-Umgebung für den kompletten Software-Stack eines Embedded-Produktes geeignet: Vom Bootloader über den Kernel bis hin zur eigenen Applikation sind laut Hersteller alle Elemente in eine durchgängige Umgebung integrierbar. Natürlich ist der komplette Quellcode der Entwicklersuite nebst aller Tools und Hilfsmittel für den Build und die Installation auf der Website des Unternehmens verfügbar.

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