Embedded-Computing-Standards Kontron steigt ins Geschäft mit CompactPCI Serial ein

Autor / Redakteur: Peter Ahne * / Holger Heller

2013 steigt Kontron in den Support für CompactPCI Serial ein. Fünf neue Boards und vorintegrierte Musterkonfigurationen werden vorgestellt.

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CompactPCI Serial jetzt auch bei Kontron: Weiterentwicklung der PICMG-2.0-Spezifikation, die sich durch serielle Kommunikation über die Backplane auszeichnet
CompactPCI Serial jetzt auch bei Kontron: Weiterentwicklung der PICMG-2.0-Spezifikation, die sich durch serielle Kommunikation über die Backplane auszeichnet
(Kontron)

Die Spezifikation CPCI-S.0, die von der PICMG vor knapp zwei Jahren offiziell verabschiedet wurde, hat in der Fachöffentlichkeit großes Interesse geweckt. Dies insbesondere auch deshalb, weil CompactPCI unter den modularen Standards über alle Marktsegmente für Industriecomputer hinweg die höchste Akzeptanz hat. Allerdings zögerten größere OEM-Kunden, den Umstieg zu wagen.

Die Unterstützung durch globale Hersteller von Embedded-Computer-Technologie fehlte nämlich bislang. Dies ändert Kontron nun mit der offiziellen Bekanntmachung, die PICMG-Spezifikation CPCI-S.0 zu unterstützen.

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Der Standard CompactPCI Serial ist eine Fortentwicklung der bestehenden PICMG-2.0-Spezifikation, die sich durch serielle Kommunikation über die Backplane auszeichnet. Unterstützt werden Erweiterungskarten, die entweder über Ethernet, PCI Express, SATA oder USB angebunden werden können. In spezifikationskonformen Systemgehäusen sind dabei beliebige Kombinationen solcher Karten steckbar, wobei bis zu acht unmittelbar unterstützt werden. Über passende Bridges sind auch Lösungen mit einer deutlich größeren Anzahl an Erweiterungskarten umsetzbar.

Hochleistungssysteme im Fokus von CPCI Serial

Diese hohe Flexibilität bei der Auslegung ermöglicht es ganz unterschiedliche Systemkonfigurationen umzusetzen:

  • skalierbare Multi-Prozessorsysteme und CPU-Cluster über PCIe oder Ethernet;
  • RAID-Systeme mit bis zu acht SATA Lanes für SATA-Harddisk-Shuttles, z.B. für die Datenaufzeichnung von Videoüberwachungssystemen;
  • NAS-Systeme für den Datenzugriff aus der Cloud, die mit einem Mix aus Ethernet-vernetzten CPU-Baugruppen und SATA-Harddisk-Shuttles realisiert sind;
  • Multimonitorsysteme zur Ansteuerung von bis zu 32 Displays, z.B. für Infotainment, Digital Signage und Leitwarten;
  • flexible Drahtlos-Konfigurationen mit WLAN, UMTS, HDSPA, LTE und GSM auf bis zu acht Trägerkarten mit je zwei Funk-Modulen.

Und sogar gemischte Lösungen, die auch weiterhin PCI unterstützen, sind möglich. Alle Systemauslegungen sind dabei von einer besonders hohen Leistungsfähigkeit bei modularem Aufbau ohne Kabel gekennzeichnet.

Mit CPCI-S.0 ist es möglich, mehrere Gigabyte pro Sekunde an Daten zu übertragen. Zum Vergleich: Der höchstmögliche Datendurchsatz über ein paralleles 32-Bit-/66-MHz-PCI-Interface in CompactPCI beträgt 0,264 GB/s. Diese enorme Bandbreiten-Steigerung eröffnet also neue Möglichkeiten, die auch unmittelbar erschlossen werden können.

Standardisierte Module, kürzere Entwicklungsdauer

OEM und Anwender profitieren dabei vom modularen Ansatz: Ein individuelles Hochleistungssystem wird aus einem großen Fundus von standardisierten Modulen zusammengestellt. Auch wenn es bei einem guten Gesamtsystem noch einige Integrationsthemen sorgfältig zu bearbeiten gilt, ist dabei doch die Entwicklungszeit vergleichsweise kurz und die Verlässlichkeit und Qualität sehr hoch. Vorteilhaft für die Systemverfügbarkeit ist zudem die Unterstützung von Hot-Swap und Redundanz.

Dank robuster Mechanik eignet sich CompactPCI Serial neben industriellen Anwendungen auch für den Einsatz in Bahn-, Luftfahrt- und Militär- Anwendungen. Möglich werden höchst leistungsfähige zentrale Rechensysteme, die je nach Bedarf zum Beispiel die Steuerung ganzer Produktionslinien übernehmen können. Die hohe Flexibilität bei der Systemauslegung ermöglicht es, dass einmal eingerichtete Systeme später in nahezu jedwede denkbare Richtung ausgebaut werden können, was die Investitionen besonders zukunftssicher macht.

Mechanisch aus einem Guss; Bewährtes bleibt erhalten

Die Migration von CompactPCI hin zu CompactPCI Serial ist dabei von mechanischer Seite her kein Hexenspiel, denn abgesehen vom neuen Connector auf der Backplane und den Boards bleibt die komplette bewährte Mechanik von CompactPCI erhalten. Bestehende Systeminstallationen können somit auf gleichem Raum einen enormen Performanceboost erhalten.

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