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Kernfusion Kompakter Fusionsreaktor soll in zehn Jahren einsatzfähig sein

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Es wäre zu schön um wahr zu sein und könnte auch die Elektromobilität von schweren Fahrzeugen vorantreiben: Die Hightech-Schmiede Lockheed Martin arbeitet an einem kompakten Fusionsreaktor, der bereits in zehn Jahren einsatzbereit sein soll und die Größe eines Containers hat.

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(Bild: Loockheed Martin)

Steht da wirklich die Lösung aller Energieprobleme vor unserer Tür oder wird sich auch diese vollmundige Ankündigung ähnlich wie die der kalten Fusion eines Tages als Luftblase entpuppen? Warten wir's ab!

Das Skunk-Works-Team von Lockheed Martin entwickelt einen kompakten Fusionsreaktor (compact fusion reactor, CFR), der nach Angaben der Wissenschaftler der bereits in zehn Jahren fertig entwickelt und einsatzfähig sein soll. Es bereits eine ganze Reihe von Entwicklungen im Rahmen dieses Forschungsprojekts bereits durch Patentanmeldungen geschützt sind.

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Kernfusion an sich ist kein neues Thema – Skunk Works hat bereits mehr als 60 Jahre Erfahruing in Sachen Fusionsforschung und in dieser Zeit viel in eine deutliche Miniaturisierung des Fusionsreaktors investiert.

Der Trick: der magnetische Käfig fürs Plasma

„Vor 50 Jahren, als die Leute von der Kernenergie noch voll begeistert waren, hat man versucht sie überall einzusetzen – sogar in Flugzeugen. Sicherheit war damals kein Thema“, erklärt Tom McGuire, Leiter „kompakte Fusion“ innerhalb des Programms „revolutionäre Technologien“ bei Skunk Works. „Kernfusion ist dagegen eine deutlich sicherere Alternative: Flugzeuge der nächsten Generation werden dann nicht mehr von fossilen Treibstoffen abhängig sein und können unbegrenzt in der Luft bleiben sowie eine unendliche Reichweite haben – mit Kernfusion wäre das möglich! Ich kann mir auch gut vorstellen, dass schon in zehn Jahren beispielsweise auch schwere Militärfahrzeuge einen Fusionsreaktor für den Antrieb an Bord haben.“

„Unser Konzept eines kompakten Fusionsreaktors kombiniert verschiedene Möglichkeiten eines magnetischer Käfigs für das Plasma, wobei wir uns jeweils für die beste Alternative entschieden haben. So konnten wir die Größe des Reaktors um 90 Prozent reduzieren“, so t Tom McGuire weiter. „Diese Verkleinerung wird es uns erlauben, einen solchen kompakten Fusionsreaktor innerhalb eines Jahres zu entwickeln, aufzubauen und zu testen. In zehn Jahren könnte er beispielsweise für den Antrieb schwerer Militärfahrzeuge genutzt werden.“

Forscher blicken optimistisch in die Zukunft

Nachdem bereits einige Entwicklungs- und Testschleifen durchlaufen sind, ist das Forscherteam überzeugt davon, einen Prototyp binnen fünf Jahren realisieren zu können. Da Zuversicht und technische Fortschritte mit jedem Experiment wachsen, sind sie derzeit auf der Suche nach Partnern, um die Technologie weiter voranzutreiben.

Lockheed Martin ist ein Global Player in Sachen Sicherheits- und Luftfahrttechnologie mit Hauptsitz in Bethesda, Maryland, mit weltweit rund 113.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen befasst sich mit Forschung, Entwicklung, Fertigung sowie Integration fortschrittlicher Technologien und Systeme.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.