Cobots Kollaborative Roboter: Gratistool unterstützt Firmen bei der sicheren Installation

Redakteur: Margit Kuther

Roboter müssen sicher für den Menschen sein. Das Tool COVR, entwickelt u.a. von Fraunhofer IFF, unterstützt Unternehmen bei der Analyse, Prüfung und Validierung der Sicherheit eingesetzter kollaborativer Roboter, Cobots.

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Cobots: Die direkte Zusammenarbeit mit den Menschen erfordert spezielle Sicherheitsmechanismen.
Cobots: Die direkte Zusammenarbeit mit den Menschen erfordert spezielle Sicherheitsmechanismen.
(Bild: gemeinfrei/Gerd Altmann / Pixabay )

Die neue Generation von Robotern arbeitet noch enger mit ihren menschlichen Kollegen zusammen. Diese kollaborativen Roboter, Cobots genannt, vereinfachen manuelle Arbeit und können Unternehmen dabei unterstützen, ihre hiesigen Standorte in Deutschland und Europa zu erhalten.

Allerdings stellen sie bezüglich der Sicherheit auch höhere Anforderungen an das Wissen der Nutzer, da sich die mechanischen Arbeiter – die Roboter – nicht mehr hinter einem Zaun verstecken.

Details zum Toolkit und zum Projekt COVR

Ein neuer digitaler Dienst, entwickelt von mehreren europäischen Forschungseinrichtungen, soll Unternehmen nun helfen, Wissen zu teilen und sichere Installationen von Robotern vorzunehmen. Dieser Dienst steht den Unternehmen als kostenloser digitaler Werkzeugkasten zur Verfügung.

Entwickelt wurde er im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts COVR (kurz für „Being safe around collaborative and versatile robots in shared spacese“). Das Toolkit steht es auf der Website Safearoundrobots kostenfrei zur Verfügung und bietet einen schnellen Zugriff auf alles Wissenswerte zur Nutzung eines sicheren, kollaborierenden Roboters, eines Cobots.

Das COVR-Toolkit hilft Unternehmen auf dem Weg zu sicheren Installationen von Cobots. Die Webseite bietet Interessenten zudem Anleitungen für eine Risikobewertung sowie relevante Normen und Protokolle oder diese können sich von anderen Cobot-Nutzern und deren Erfahrungen inspirieren lassen.

Sichere Mensch-Roboter-Kollaboration

COVR ist ein Zusammenschluss europäischer Forschungseinrichtungen, der sich unter Leitung des Dänischen Technologischen Instituts auf die Validierung und Umsetzung von Robotersicherheit konzentriert. Alle europäischen Partner im COVR-Projekt arbeiten seit 2018 daran, den Weg zur sichereren Mensch-Roboter-Kollaboration kürzer und überschaubarer zu machen.

Das Kit hilft bei der Einrichtung von Cobots und der Umsetzung der Sicherheitsvorkehrungen im Produktionsbereich, im Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft. Ziel ist es, Hilfestellung für die Frage zu geben, wie getestet, gemessen und dokumentiert werden kann, dass eine Roboterlösung bestehende Anforderungen erfüllt.

Validierung in allen Bereichen der Robotik

Sichere Roboter: COVR-Protokolle sind eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Validierungsmessung, wie hier im Bild.
Sichere Roboter: COVR-Protokolle sind eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Validierungsmessung, wie hier im Bild.
(Bild: Fraunhofer IFF, José Saenz)

COVR hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sicherheit aller Menschen, die sich den Raum mit Robotern teilen, durch Validierungsmessungen in allen Bereichen der Robotik zu erhöhen. Das COVR-Konsortium besteht aus dem Danish Technological Institute (DTI), dem National Research Council of Italy (CNR), der französischen Kommission für alternative Energien und Atomenergie (CEA), der niederländischen Roessingh Research and Development und dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF aus Magdeburg. Das Projekt wird von der EU gefördert.

„Wir versuchen systematisch die von Firmen benannten Hürden zu beseitigen, die die Verbreitung von Robotern in der Produktion und weiteren Branchen, wie etwa dem Gesundheitswesen oder der Landwirtschaft, bremsen können. Ganz wesentlich ist dabei, dass Unternehmen oft nicht wissen, wo sie auf Hilfe und Informationen zum Thema Sicherheit zugreifen können“, erklärt Dr. José Saenz, Projektleiter des COVR-Projekts am Fraunhofer IFF.

Toolkit für Nutzer mit unterschiedlichem Kenntnisstand

Sichere Roboter: Exemplarischer Messaufbau für Kraft- und Druckmessung zur Validierung der Sicherheit bei möglichem Kontakt mit einem kollaborativen Roboter.
Sichere Roboter: Exemplarischer Messaufbau für Kraft- und Druckmessung zur Validierung der Sicherheit bei möglichem Kontakt mit einem kollaborativen Roboter.
(Bild: Danish Technological Institute)

Dr.-Ing. Roland Behrens, Projektmitarbeiter am Fraunhofer IFF, beschreibt weitere Vorteile: „Das Toolkit wurde explizit für Nutzer mit unterschiedlichem Kenntnisstand entwickelt. Für Anfänger bietet es Ratschläge zur Risikobeurteilung und gibt wichtige Einblicke in relevante Gesetze und Normen, während erfahrene Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise Protokolle für die Sicherheitsprüfung, neueste Veröffentlichungen zum Thema Sicherheit und eine Übersicht über häufig verwendete Messgeräte finden.“

„Die Cobotindustrie hat seit über einem Jahrzehnt nach einer detaillierten Anleitung und praktischen Beispielen gefragt. Ich hoffe, dass mit Unterstützung dieses neuen Werkzeugs mehr kollaborative Roboter installiert werden, und zwar mit Hilfe einer effizienten und gründlichen Risikobewertung“, sagt Lasse Kieffer, Vorsitzender des dänischen National Robot Standardization Committee S-850, und fährt fort: „Es kann schwierig sein, zu erkennen, welche Richtlinien und Normen für eine bestimmte kollaborative Roboteranwendung relevant sind. Mit ein paar einfachen Klicks führt dieses Tool zu den relevanten Dokumenten.“

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