Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik (HHI)

Kodierverfahren passt Video-Formate an die aktuelle Empfangsqualität an

08.02.2010 | Redakteur: Hendrik Härter

Dank des SVC Realtime Encoders vom Fraunhofer HHI passt sich die Bildqualität den aktuellen Signalverhältnissen an
Dank des SVC Realtime Encoders vom Fraunhofer HHI passt sich die Bildqualität den aktuellen Signalverhältnissen an

Fraunhofer-Forscher haben ein Kodierverfahren entwickelt, das HD-Filme je nach Empfangsqualität für das passende Format für Handy oder Netbook anbietet und das in Echtzeit.

Mit dem zukünftigen Mobilfunkstandard Long Term Evolution soll ein langsamer Seitenaufbau der Vergangenheit angehören. Der Standard soll leistungsfähiger als UMTS sein und Download-Geschwindigkeiten erreichen, die dem des Festnetz-DSL beinah ebenbürtig sind. LTE soll zum Durchbruch für das mobile Internet führen. Denn nicht nur E-Mail und Internet, auch Videos und mobiles Fernsehen sollen ohne störende Unterbrechungen übertragen werden.

Hochauflösendes Videocodieren in Echtzeit

LTE und eine Erfindung von Wissenschaftlern am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz Institut HHI in Berlin, machen hochauflösende Videocodierung in Echtzeit möglich. Der „Multicore SVC Realtime Encoder“ kodiert innerhalb eines Verarbeitungsschrittes verschiedene Bildwiederholraten, Qualitäten sowie Bildgrößen. Bei der Funkübertragung werden anschließend nicht nur beim Handy, sondern schon beim Sendemast die Eigenschaften des verfügbaren Übertragungsweges analysiert.

Wiedergabe passt sich dem Datenstrom an

Je nach verfügbarer Signalstärke am jeweiligen Empfangsgerät werden die entsprechenden Videokanäle decodiert und dargestellt. Die Handys beispielsweise reagieren auf die Änderung der Signalstärke mit einer Verbesserung oder Verschlechterung der Bildqualität, ohne den Datenstrom abreißen zu lassen, wie es von etablierten Verfahren bekannt ist.

Diese Methode wird als „Graceful Degradation“ bezeichnet. So bekommt jedes mobile Endgerät ob Mobiltelefon oder Notebook, genau den Film „angeboten“, den es in bestmöglicher Qualität, zu diesem Zeitpunkt, abspielen kann.

Videostreaming ohne Unterbrechung

In Mobilfunknetzen variieren die verfügbaren Bandbreiten beispielsweise durch Anzahl und Mobilität der Nutzer, Position in der Mobilfunkzelle oder Leistung des Endgeräts sehr stark. Vor allem bandbreitenintensive Dienste wie Videostreaming werden häufig mit Unterbrechungen übertragen.

Mit „SVC over LTE“ steht ein Verfahren zur Verfügung, das durch die Nutzung verschiedener Video-Ebenen sehr flexibel auf die variablen Nutzeranforderungen reagiert und die Übertragung des Videodienstes in einer Basisvariante garantiert. Durch Wechsel bzw. Hinzunahme weitere Ebenen lässt sich die Videoqualität verbessern.

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