Klimatüren Klimatisierung von Schaltschränken leicht gemacht

Autor / Redakteur: Michael Maage* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die Anforderungen an die Klimatisierung von Schaltschränken sind so individuell wie ihre Einbauten. Weniger ist mehr lautet deshalb die Idee des neuen Rittal Klimatüren-Modulsystems. Je nach Anforderung lassen sich einfach individuelle Kombinationen aus verschiedenen Abmessungen, Kühlleistungen und Spannungsvarianten konfigurieren mit jeweils nur zwei Artikelnummern.

Firmen zum Thema

Das Klimatüren-Baukastensystem von Rittal reduziert die Teilevielfalt und führt zu schnellen Lösungen.
Das Klimatüren-Baukastensystem von Rittal reduziert die Teilevielfalt und führt zu schnellen Lösungen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Häufig stehen Anwender vor dem Problem, dass ein Kühlkonzept nachträglich geändert oder angepasst werden muss. Gründe dafür können veränderte Umgebungsbedingungen an den Aufstellorten oder aber eine nachträgliche Erweiterung um leistungsstarke Komponenten sein. In der Vergangenheit bedeutete dies, dass umfangreiche Montagearbeiten am Schaltschrank erforderlich wurden, um das Kühlgerät zu installieren während des laufenden Betriebs unmöglich. Der Ruf nach einer auch nachträglich einfach zu realisierenden Lösung wurde laut.

Dafür bietet Rittal jetzt einen neuen Modulbaukasten an: Klimatüren, die als sofort lauffähige Funktionseinheit aufgebaut werden und dann als Ganzes die Standardtüren des Schrankes ersetzen und zwar ohne mechanische Bearbeitung. Die Profiltüren mit Kühlmodul, die direkt ab Auslieferungslager verfügbar sind, lassen sich einfach und schnell gegen vorhandene Stahlblechtüren austauschen.

Aus zwei Kühlmodulen mit 1500 oder 2500 W Nutzkühlleistung (für Versorgungsspannungen 115, 230 und 400/460 V) lassen sich über Profiltüren mit acht unterschiedlichen Abmessungen insgesamt 48 maßgeschneiderte Kühlkombination zusammen stellen diese spiegeln die relevanten Abmessungen des Top-Schranksystems TS 8 wider. Das verringert die Variantenvielfalt bei der Bevorratung und Ersatzteil-Bereitstellung.

(Archiv: Vogel Business Media)

Jede individuelle Lösung besteht aus nur zwei Teilen: Dem Klimagerät und der Tür mit je nur einer Bestellnummer. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die vorgefertigten Türen, in welche die Klimamodule ohne Säge- oder Bohrarbeiten eingesetzt werden, wodurch der Korrosionsschutz erhalten bleibt. So ist das komplette System zuverlässig aus einer Hand beziehbar, ohne Schnittstellen-Probleme und dennoch maßgeschneidert. Die Profiltüren gibt es für Schränke in 600, 800 und 1200 mm Breite sowie in 1800 und 2000 mm Höhe.

Energie-Effizienz durch Nanobeschichtung

Die Klimamodule entsprechen der neuesten Bauweise von Rittal TopTherm-Plus und verfügen damit über RiNano-Beschichtung, Kondensatverdunstung und die intelligente Regelung mit Comfort-Controller. Bei herkömmlichen Kühlgeräten fällt mit der Verschmutzung der Kühllamellen und Luftfilter die Leistung schnell ab, wodurch der Energieverbrauch ansteigt. Dabei ist bei belasteter Umgebung relativ früh mit Leistungsverlusten von 30 bis 50 Prozent zu rechnen.

Aus der Profiltür und dem Klimamodul entstehen mit wenigen Handgriffen individuelle Klimalösungen. (Archiv: Vogel Business Media)

Dagegen sorgt die RiNano-Lackierung mittels Nanotechnologie für wirkungsvolle Abhilfe: An dünn versiegelten Kühllamellen ordnen sich Nanopartikel „intelligent“ an. Es entsteht eine harte, glasartige Polymerstruktur mit geringer Schmutzhaftung, wodurch der Verflüssiger viel länger sauber bleibt. Auf Filtermatten kann oft gänzlich verzichtet werden. Die Module bieten damit insgesamt eine deutlich verbesserte Energie-Effizienz und einen reduzierten Wartungsaufwand. Einige Automobilhersteller schreiben deshalb für ihre Produktion bereits nanobeschichtete Kühlgeräte vor.

Wenig qualifiziert und fundiert ist gelegentlich von den „Gefahren der Nanotechnologie bei Kühlgeräten“ zu hören. Die von Rittal eingesetzte Nanoversiegelung bildet nach dem Einbrennen die glasartig glatte Oberfläche, von der keine gesundheitliche Gefährdung ausgeht.

Durch die serienmäßige Kondensatverdunstung müssen weder Kondensatabführungen installiert werden, noch verursacht auf den Boden austretendes Kondensat Rutsch- und Unfallgefahr durch Pfützenbildung. Schließlich kann der integrierte Comfort-Controller die Klimatisierung bis zehn angereihten Schränken zentral steuern und überwachen. Jeder Controller ist für den Master-Slave-Betrieb vorgesehen.

Das Display visualisiert sowohl Schaltschrank-Innentemperatur und Soll-Temperatur als auch Systemmeldungen wie „Tür offen“ mit nachfolgender Abschaltung aller Slave-Systeme, um erhöhte Kondensatbildung zu vermeiden. Durch den Einsatz identischer, intelligenter Regelungen ist die Kommunikation im Master-Slave-Betrieb auch zu allen anderen TopTherm-Geräten mit Comfort-Regelung sicher gestellt.

*Michael Maage, Gruppenleiter internationales Produktmanagement Schaltschrank-Klimatisierung, Rittal

(ID:247795)