Gehäuse Kleinkläranlagen-Steuerung in ansprechender Verpackung

Autor / Redakteur: Thomas Lüke * / Kristin Rinortner

Steuerungen und Mensch-Maschine-Schnittstellen tragen zur höheren Effektivität und leichteren Bedienbarkeit mechanischer Produkte bei. Durchdachte Industriegehäuse setzen dabei optische Akzente.

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Steuerungsgehäuse: Durchdachte Industriegehäuse schützen die empfindliche Elektronik der Steuerung, erleichtern ihre Bedienung und setzen gleichzeitig optische Akzente.
Steuerungsgehäuse: Durchdachte Industriegehäuse schützen die empfindliche Elektronik der Steuerung, erleichtern ihre Bedienung und setzen gleichzeitig optische Akzente.
(Bild: fotolia.com / Bopla)

In Süd- und Osteuropa werden zur Abwasserreinigung vorrangig Wirbelschwebebettanlagen eingesetzt. Bei diesen Anlagen wird ein Abwassertank über einen Membranverdichter getaktet belüftet. Diese Luftzufuhr versorgt die im Tank befindlichen Bakterienkulturen mit dem für den Schmutzabbau benötigten Sauerstoff.

Die Reinigung des Wassers hängt also von der einwandfreien Funktion des Verdichters ab und wird in der Regel über die Messung des Luftdrucks überwacht – einer sehr genauen, aber auch aufwändigen und kostspieligen Methode.

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Eine Alternative ist die Messung der Stromaufnahme des Verdichters, was jedoch nur Extremzustände erfasst. Eine gerissene Membran, die innerhalb weniger Minuten zu einer Selbstzerstörung des Verdichters führt, wird so nicht erkannt.

Steuerung ermittelt Leistung des Verdichters

Auf dem Markt für Kleinkläranlagen stieg in den letzten Jahren die Nachfrage nach preiswerten, einfach zu bedienenden, gleichzeitig jedoch professionellen und funktionellen Steuerungen. Dabei sind insbesondere in den süd- und osteuropäischen Wachstumsmärkten Preisdruck und Konkurrenz sehr hoch. Mit Fokus auf diese Märkte entwickelte die Bonnel Technologie mit dem Sequetrol starter eine neue Steuerung.

Die Steuerung vereint die Vorteile der beiden bisherigen Verfahren, in dem sie über ein spezielles Messverfahren die Leistung des Verdichters ermittelt, mit einem hierfür entwickelten Algorithmus gegenüber Einflüssen aus dem Netz kompensiert und dann glättet.

Die Leistung des angeschlossenen Verdichters wird innerhalb einiger Stunden angelernt und anschließend für die genaue und zuverlässige Überwachung des Verdichters verwendet.

So können blockierte Zuleitungen vom Verdichter zur Kläranlage (Druck zu hoch), ein nicht mehr angeschlossener Schlauch (Druck zu niedrig) oder auch eine gerissene Membran zuverlässig erkannt werden, ohne dass ein zusätzlicher Sensor oder Schlauch von der Steuerung zum Verdichter geführt werden muss. Der Verdichter wird lediglich nach dem Motto „Plug and Play“ an die Steckdose der Steuerung angeschlossen.

Ansprechende und zweckmäßige Verpackung

Bei der Wahl einer schützenden Verpackung für die Steuerungselektronik entschieden sich die Konstrukteure von Bonnel für ein lichtgraues Gehäuse mit Scharnierverschlüssen in Ultramarinblau aus der Bocube-Baureihe von Bopla.

Das Gehäuse aus dem flammhemmenden Kunststoff ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat) ist 151 mm lang, 125 mm breit und mit 60 mm hoch genug für einen Trafo. „Für das Bocube-Gehäuse sprachen eine Reihe von Gründen“, erklärt Georg Bonn, geschäftsführender Gesellschafter von Bonnel.

Dazu zählt neben dem Frontteil mit praktischer Vertiefung für eine Frontfolie auch die Möglichkeit das Gehäuse zu installieren, ohne es öffnen zu müssen. „Außerdem gefielen uns auch das Design, das aus einer einfachen Box eine ansprechende Umhüllung macht, sowie die Möglichkeit, das Gehäuse mit Hilfe der farbigen Scharnierverschlüsse an die vom Kunden gewünschte Farbkombination anzupassen.“

Wichtig für den Einsatz in der rauen Umgebung einer Kläranlage war außerdem die mit IP66/IP67 hohe Schutzart. Auch die Möglichkeit, das Gehäuse elegant und ohne spezielles Werkzeug zu Wartungszwecken öffnen zu können, sprach für das Produkt.

Die für die Nutzung als Steuerungsgehäuse erforderlichen Durchbrüche für Tasten, Display und Kabeldurchführungen fräste Bonnel in den eigenen Werkstätten mit CNC-Fräsmaschinen in die Bocube-Ober- und Unterteile. Arbeiten, die in der Regel Bopla für seine Kunden übernimmt, und damit aus Standardgehäusen kundenspezifische Gehäuselösungen fertigt.

Im Bocube-Produktprogramm ergeben 18 Gehäusegrößen, zwei verschiedene flammhemmende Materialien sowie zwei Deckel- und Farbvarianten insgesamt mehr als 100 unterschiedliche Gehäusetypen für elektronische Komponenten.

Patentiertes Gehäusesystem in 18 Größen

Die Produktreihe zeichnet sich durch eine unkomplizierte Montage und durch zahlreiche Akzente und Bauteile aus. Patentierte Scharnierverschlüsse in vielen verschiedenen Farben ermöglichen die optische Anpassung an das Corporate Design des Kunden.

Zwei auf Anfrage erhältliche transparente Varianten (Grün oder Glasklar) der Verschlüsse sorgen für besondere Effekte. Die Gehäusedeckel verfügen über eine um 2 mm abgesenkte Fläche für die Montage von Eingabeeinheiten wie beispielsweise Folientastaturen (Ausnahme: B 080805, 0,5 mm).

Sie können wahlweise links oder rechts aufgeklappt werden und erleichtern dadurch sowohl die Montage als auch den späteren Zugriff auf die Elektronik. Die Gehäusedeckel sind in den Gehäusefarben Lichtgrau, Graphitgrau oder in einer glasklaren Version lieferbar, die den Blick auf die eingebaute Elektronik ermöglicht.

Die Gehäuse bieten Platz für geritzte Platinen und rechteckige Montageplatten, die sowohl im Ober- als auch im Unterteil eingebaut werden können. Rechteckige Frontplatten lassen sich mittels Distanzbolzen im Unterteil montieren. Großzügige freie Flächen garantieren genügend Platz für die Installation von Kabelverschraubungen, D-Sub-Steckern und anderen Anschlüssen.

Sondergehäuse – die kundenspezifischen Gehäuselösungen

Da die patentierten Gehäuse nur aus sortenreinen Kunststoffen ohne eingespritzte Metallteile bestehen, sind sie besonders recyclinggerecht.

Zum Zubehör zählen Verschlussstopfen zur Definition der Scharnierseite des Deckels, Schrauben zum Verschrauben der Gehäuse und Wandlaschen in den Gehäusefarben. Zusätzlich auf Anfrage lieferbar sind Plomben, die das Gehäuse vor ungewolltem Zugriff schützen.

Neben Standardindustriegehäusen wie der Bocube-Baureihe bietet das Unternehmen aus Bünde auch individuell auf die jeweilige Applikation maßgeschneiderte Spezialgehäuse an.

Die Entwicklung und Fertigung dieser Sonderlösungen nach den Vorstellungen des Kunden übernimmt der Unternehmensbereich „Sondergehäuse“.

„Während der Entwicklungsphase können sich Kunden sogar die am PC erstellten 3-D-Modelle per 3-D-Prototypen-Printer maßstabsgetreu ausdrucken lassen“, erklärt Bopla-Produktmanager Mathias Bünte. Ist dem Kunden die Investition in ein komplett neues Gehäuse zu hoch, bietet das Unternehmen eine weitere Alternative: Standardgehäuse werden mit kundenspezifischen Gehäuseteilen wie farbig gestalteten Zierblenden oder neu entworfenen Frontteilen ergänzt und erhalten damit eine individuelle Funktion und ein einzigartiges Aussehen.

Insbesondere bei den modular aufgebauten Gehäusesystemen sind der Austausch von Standardteilen und das Einfügen speziell hierfür entworfener Elemente einfach und kostengünstig realisierbar. Das ursprüngliche Gehäusemodell wird durch diese Änderung der Optik erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Bearbeiten, Bedrucken und Eingabesysteme

Nach der Wahl der Hülle folgt die Entscheidung über die mechanische Bearbeitung, Bedruckung, Eingabemöglichkeiten etc. Auch hier stehen dem Kunden zahlreiche Möglichkeiten offen.

Neben der Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Eingabeeinheiten von der Folientastatur bis zur Integration eines Touchscreens zählen die Montage elektronischer Komponenten, die Verdrahtung und elektrische Prüfung sowie die Schutzartprüfung, EMV-Prüfung und ein Klimatest zum Leistungsumfang des Bündener Gehäusespezialisten.

Selbst die Wahl einer geeigneten Umverpackung und die Erstellung eines optimalen Logistikkonzepts gehören auf Wunsch zum Servicepaket. So erhält der Kunde auf Anfrage von der Handskizze bis zum fertigen, verpackten Produkt ein Rundum-sorglos-Paket. Und das, wie Bonn betont, „zu einem wettbewerbsfähigen Preis von einem innovativen und zuverlässigen Lieferanten“.

* Thomas Lüke ist Vertriebsleiter bei BOPLA Gehäuse Systeme in Bünde.

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