Mini-Server mit Grafik Kleiner Rechner für große Aufgaben

Autor / Redakteur: Daniel Piper * / Holger Heller

Ein Mini-Server mit den grafikstarken Prozessoren der AMD Embedded G-Serie basiert auf einem 2,5" Pico-ITX Motherboard und bringt Embedded-Anwendungen weiter voran.

Firma zum Thema

Pico-ITX-Board KTA55/pITX von Kontron: mit AMD Embedded G-Serie und mehr Schnittstellen als bei diesem kleinen Systemdesign ausgeführt wurden
Pico-ITX-Board KTA55/pITX von Kontron: mit AMD Embedded G-Serie und mehr Schnittstellen als bei diesem kleinen Systemdesign ausgeführt wurden

Durch den Fortschritt in der Halbleiterindustrie können immer mehr Funktionen auf immer kleinerem Raum untergebracht werden. Da aber die Embedded-Computing-Technologie auch neue vertikale Märkte wie das Bereitstellen von Multimedia-Inhalten, Kiosk, POI/POS und Gaming erobert, sind zunehmend Lösungen gefordert, die den steigenden Anforderungen dieser grafikintensiven Anwendungen in hochintegrierter Form gerecht werden. Und obendrein sollen die Systeme immer platzsparendere Installationen ermöglichen.

Was inzwischen möglich ist, stellt die Firma Christmann unter Beweis. Das auf ressourceneffiziente IT-Lösungen spezialisierte Unternehmen hat sein Portfolio nun mit einem kleinen Mini-IT-System erweitert. Die TEO-Produkte basieren auf dem Konzept „Thin Economic Office“, im Rahmen dessen Rechner auf das Notwendige reduziert werden und so Energiekosten und der Wartungsaufwand minimiert werden sollen. Eingesetzt werden kann das Mini-TEO-System aber auch als Embedded Server, denn es misst nur 129 mm x 80 mm x 44 mm ist damit kaum größer als ein 500-g-Päckchen Butter.

Bildergalerie

Es bietet mit seiner Dual-Core-CPU mit 1,0 GHz eine hohe Rechenleistung und Grafik-Funktionalität, darunter auch die Möglichkeit, zwei verschiedene Inhalte in z.B. Full-HD auf unterschiedlichen Displays darstellen zu können. Was den Mini-Server ebenfalls für den Einsatz im Digital-Signage-Bereich – aber auch in der Werkhalle für Mess- und Steuerungsaufgaben – prädestiniert, ist sein komplett geschlossenes und robustes Aluminiumgehäuse mit Schutzklasse IP54, welches das Eindringen von Staub, Schmutz und Spritzwasser verhindert. Möglich wurde diese kompakte Bauweise zum einen durch die Beschränkung auf die wichtigsten Standard-Leistungsmerkmale: 2x Grafik sowie 1x Ethernet und 2x USB 2.0 - was in den meisten Workstation-Fälle in Sachen Konnektivität ausreicht.

Flexible Anpassung der Schnittstellen je nach Bedarf

Für Applikationen, die weitere Schnittstellen benötigen, kann das Schnittstellenangebot des Mini-Servers entsprechend angepasst werden. So sind z.B. eine zweite Ethernet-, WLAN- oder UMTS-Anbindung optional, welche die Box für zahlreiche Anwendungen mit Remote-Access-Anforderungen attraktiv machen. Als Speichermedium gehört eine 2,5"-IDE-Festplatte mit bis zu 320 GByte zur Grundausstattung. Optional ist auch SSD verfügbar, was den Betrieb im rauen Umfeld mit Stößen und Vibrationen, z.B. im Maschinenbau aber auch in Fahrzeugen ermöglicht.

Die wichtigste Einflussgröße, die über die mögliche Kompaktheit des Systems entscheidet, ist der verwendete Prozessor bzw. der Integrationsgrad von Prozessor und Chipsatz. Trotz der Leistungsfähigkeit des Mini-Servers überschreitet die Leistungsaufnahme jedoch selbst bei Volllast niemals 10 W, weshalb das System ohne aktive Lüfter und Lüftungsschlitze auskommt. Diese Energieeffizienz, die das abgestimmte thermische Design des TEO XXS und somit die geringe Baugröße überhaupt erst möglich machte, beruht auf der Prozessortechnologie der AMD Embedded G-Serie. Diese kombiniert eine Low-Power x86-CPU mit einer GPU – deren Grafikfunktionalität sich auf dem Niveau einer dedizierten Grafikkarte bewegt – auf einem Die zu einer APU (Accelerated Processing Unit).

Neben DirectX11 unterstützt die integrierte AMD Radeon HD6310 Grafik auch OpenGL 4.0 und bietet damit 2D- und 3D-Wiedergabe mit hohen Bildraten und Auflösungen von bis zu 2560 x 1600 Pixel. Zudem ist die APU auch OpenCL-fähig, sodass parallele Prozesse an die GPU ausgelagert werden können, was die Gesamtperformance eines Systems steigern kann.

Für Embedded-Applikationen zählt nicht nur die Performance

Doch die Verfügbarkeit fortschrittlicher Embedded-Prozessortechnik allein reicht nicht aus. Vielmehr muss auch das gesamte Systemdesign langzeitverfügbar und zuverlässig bereitgestellt werden. Der Embedded-Anbieter Kontron war einer der ersten Hersteller von Embedded-Hardware, der die AMD G-Serie auf dem industrietauglichen Pico-ITX Single Board Computer (SBC) verfügbar gemacht hat, weshalb sich Christmann dazu entschied, das gewünschte AMD-Design mit Kontron und ies umzusetzen.

Pico-ITX ist übrigens der kleinste industrietaugliche Motherboard-Formfaktor und somit für kompakte und zuverlässige Systemdesigns geeignet. Der 2,5" Pico-ITX SBC KTA55/pITX enthält auf einem DDR3-SODIMM-Modul bis zu 4 GByte RAM, sodass ies die Systemkonfiguration passend zu den individuellen Anforderungen skalieren kann.

Und applikationsspezifisch erweiterbare Systemdesigns sind auf Basis der Board-Funktionen schnell umsetzbar. Zudem entwickelt und/oder implementiert ies bei Bedarf auch weitere I/Os, die optional über USB implementierte Erweiterungsbaugruppen angebunden werden können.

Lesen Sie weiter: Das Systemhaus ies

Das Systemdesign von ies ist für IT-Häuser und kommerzielle Endanwender von (Thin-)Client-Lösungen gedacht. Das Team aus ies und Kontron kann auch weitere Anforderungen erfüllen, die außerhalb Christmanns Aufgabenfeld als Anbieter klassischer IT-Hardware liegen.

Aber auch IT-Kunden z.B. in Krankenhäusern und Behörden freuen sich, wenn die IT-Hardware langzeitverfügbar und in identischen Konfigurationen über Jahre hinweg lieferbar ist, denn nur so ist der Service für IT-Administratoren einfach, da sich die Systeme untereinander sehr gleichen.

* * Daniel Piper ... ist Product Marketing Manager bei Kontron, Eching.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:31585660)