Kommt das AppleCar? Kia soll für Apple ein Elektroauto bauen

Redakteur: Sebastian Gerstl

Gerüchte, dass Apple ein Elektrofahrzeug entwickelt, bestehen schon seit Jahren, nun gießt eine koreanische Zeitung frisches Öl ins Feuer: Laut der Tageszeitung „DongA Ilbo“ hat der Smartphonehersteller eine Partnerschaft mit Kia in Höhe von 3,6 Mrd. US-$ geschlossen. Demnach sollen ab 2024 im Kia-Werk im US-Bundesstaat Georgia Apple-Fahrzeuge gebaut werden.

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Das Elektroauto eNiro des südkoreanischen Herstellers Kia. Laut Berichten einer südkoreanischen Tageszeitung stehen Apple und Kia kurz vor einer Partnerschaft zur Fertigung eines voll elektrischen "AppleCars".
Das Elektroauto eNiro des südkoreanischen Herstellers Kia. Laut Berichten einer südkoreanischen Tageszeitung stehen Apple und Kia kurz vor einer Partnerschaft zur Fertigung eines voll elektrischen "AppleCars".
(Bild: Kia)

Erstmals wurden Gerüchte zu einem Apple-Auto konkreter:Medienberichten zufolge plant der amerikanische Techkonzern, im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Autobauer Kia rund drei Milliarden Euro in die Herstellung von Elektrofahrzeugen zu investieren. Dies meldet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg, der aus der südkoranischen Tagszeitung „DongA Ilbo“ (Originalmeldung auf koreanisch) zitiert. Unter Berufung auf anonyme Quellen heißt es dort, dass eine entsprechende Übereinkunft bis zum 17. Februar unterzeichnet werden dürfte.

Demnach habe Apple vor, vier Billionen Won – umgerechnet etwa 3,59 Mrd. US-$ – in den südkoreanischen Autobauer zu investieren. Im Gegenzug werde Kia in seinem Werk in West Point im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia ab 2024 Elektrofahrzeuge für Apple produziert werden. Geplant seien vorerst 100.000 Autos im Jahr, wobei die angedachte Fabrik Kapazitäten von bis zu 400.000 Fahrzeugen aufweisen soll.

Acht Jahre Gerüchte, kaum Details

Schon seit mindestens acht Jahren heißt es, dass Apple unter dem Arbeitstitel "Project Titan" an einem eigenen Elektrofahrzeug arbeitet. 2014 meldeten einzelne Medienoutlets, dass Apple für das Projekt eigens 1000 Ingenieure beschäftigte; 2019 soll diese Zahl bereits auf 5000 angewachsen sein. Weiterhin unklar ist, ob es ein reguläres, rein elektrisches Fahrzeug wird, oder ob das Elektroauto auch die Fähigkeit zum Autonomen Fahren besitzen soll.

Hinweise, dass Apple für die Fertigung eine Zusammenarbeit mit einem südkoreanischen Autohersteller plane, waren bereits seit Dezember vergangenen Jahres kursiert. Im Januar gab es vereinzelte Medienmeldungen, dass der amerikanische Tech-Konzern eine Kooperation mit Hyundai-Kia ins Auge fasse. Die nun gemeldeten Pläne hinsichtlich Kia scheinen bereits konkretere Züge angenommen zu haben.

Laut dem Fernsehsender CNBC hätten „informierte Kreise“ diese Meldungen bereits inoffiziell bestätigt. Ein offizielles Statement seitens Apple oder Kia steht allerdings noch aus. „Die ersten Apple Cars werden nicht für einen Fahrer ausgelegt sein“, zitiert CNBC eine interne, namentlich nicht genannte Quelle zu den Plänen. „Es werden autonome, elektrische Fahrzeuge sein, die für den Betrieb ohne Fahrer ausgelegt sind und sich auf die letzte Meile konzentrieren.“ Das ließe darauf schließen, dass sich die Apple-Autos zumindest anfangs auf Lieferdienste und Firmen mit Robotaxis konzentrieren dürften.

CNBC geht davon aus, das Apple mit dem Fahrzeug in eine direkte Konkurrenz zu Tesla treten möchte, das ebenfalls selbstfahrende Funktionen für seine Fahrzeuge ausrollt. 2018 hatte Apple Doug Field, den damaligen Senior VP of Engineering von Tesla, wieder zurück zu Apple abgeworben, vermutlich um an selbstfahrenden Autos zu arbeiten. Apple hat auch unzählige andere ehemalige Tesla-Mitarbeiter eingestellt, darunter Michael Schwekutsch, jetzt Senior Director of Engineering für die Special Projects Group bei Apple und früher Tesla Vice President of Engineering.

An der koreanischen Börse ist die Kia-Aktie seit der ursprünglichen Meldung um bis zu 14,5 Prozent angestiegen. Sie befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit 1997. Der Kurs der Apple-Aktie zog seit Bekanntwerden der Meldung um etwa zwei Prozent an.

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