KI im Auto – Mehr Rechenpower als ein Eurofighter

Autor / Redakteur: Benjamin Brodbeck* / Benjamin Kirchbeck

In den kommenden Generationen wird das Auto immer stärker zum Begleiter, der unsere individuellen Wünsche kennt und auf sie eingeht. Die Technologien dahinter subsumiert Audi unter dem Begriff Audi AI. Doch wie viel AI steckt bereits im neuen A8?

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Was kann ein Automobil bewerkstelligen, dessen Recheneinheit deutlich mehr Leistung zur Verfügung hat, als die eines hochmodernen Eurofighters, den nur seine Software präzise in der Luft hält?
Was kann ein Automobil bewerkstelligen, dessen Recheneinheit deutlich mehr Leistung zur Verfügung hat, als die eines hochmodernen Eurofighters, den nur seine Software präzise in der Luft hält?
(Bild: AUDI)

Das Automobil wird zur rollenden Technologiezentrale. Wie schnell diese Entwicklung voranschreitet, zeigt der neue Audi A8. Denn das Audi-Flaggschiff ist weltweit das erste Fahrzeug das hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 ermöglicht. Konkret heißt das, dass der neue A8 in bestimmten Situationen die Fahraufgabe übernehmen kann und so den Fahrer pilotiert durch Staus auf der Autobahn bringt.

Damit die Technik funktioniert ist das zentrale Fahrerassistenzsystem (zFAS) notwendig. Denn der kompakte Zentralrechner kalkuliert aus den Signalen des Scanners, der Kameras und der Sensoren am Auto ein vollständiges Bild von der Fahrzeugumgebung. Das zFAS verfügt über mehr Rechenleistung als die Steuereinheit des Eurofighter.

Schon beeindruckend – aber wozu das Ganze?

Im täglichen Stau auf der Autobahn einfach die Hände vom Lenkrad nehmen und sich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren, die auf der Rückbank mit einer Spider-Man-Figur spielen und dabei die Mama per Videotelefonie dazu schalten? Geht. Denn bei Level 3 muss der Fahrer das Fahrzeug nicht permanent überwachen.

Er muss aber in der Lage sein, das Lenkrad wieder zu übernehmen, wenn ihn das System dazu auffordert. Das passiert zum Beispiel, wenn die kleine Kamera im Cockpit erkennt, dass der Fahrer dauerhaft die Augen geschlossen hat oder das Sichtfeld der Kamera verlässt beziehungsweise dieses verdeckt ist. Dann warnt das System den Fahrer in mehreren Schritten. Das ist auch der Fall, wenn das Tempo die 60 km/h übersteigt, weil sich etwa der Stau wieder auflöst.

Der Audi AI Staupilot ist beeindruckend. Aber wenn die Autos immer intelligenter werden, ist autonomes Fahren das eine, aber noch lange nicht alles. Was kann ein Automobil bewerkstelligen, dessen Recheneinheit deutlich mehr Leistung zur Verfügung hat, als die eines hochmodernen Eurofighters, den nur seine Software präzise in der Luft hält?

Einen Eindruck gewinnt man, wenn man sich mit dem Konzept Audi AI beschäftigt. Das Kürzel AI verbinde ich nicht durch Zufall sofort mit Artificial Intelligence. Denn Audi AI steht für intelligente und empathisch fungierende Technologien, die ab dem neuen Audi A8 in Serie kommen.

Die Vision dahinter: Das Fahrzeug wird zum empathischen Begleiter, antizipiert Bedürfnisse und bietet von sich aus hilfreiche Funktionen und Services an. Und macht damit nicht nur das Leben leichter, sondern auch die Fahrt sicherer.

Voraussetzung dieser Idee ist natürlich das uneingeschränkte Vertrauen des Menschen in die Technik. „Audi AI findet in jedem Fall einen sicheren Weg“, verspricht Miklos Kiss, Leiter der Vorentwicklung für automatisiertes Fahren bei Audi.

Denn dank hochmoderner Sensorik, die im Millisekundentakt auf Daten von Kameras, Laser-, Ultraschall- und Radarmessungen zurückgreift und im zentralen Steuergerät zFAS zusammenführt und abgleicht, verhält sich das Auto individuell mitdenkend und kann so stets auf redundante Systemdaten anderer Sensorik zurückgreifen.

Sollten also beispielsweise die Kameras die gelben Fahrbahnmarkierungen im Baustellenbereich nicht richtig erkennen können, arbeitet das Fahrzeug zusätzlich mit den Daten von Laser und Radar. Dabei analysiert es das Verhalten der vorausfahrenden Fahrzeuge und stellt so nicht nur ein aktuelles Bild der aktuellen Fahrzeugumgebungssituation dar, sondern prognostiziert auch Möglichkeiten der entstehenden Verkehrssituationen.

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