KI-Chip von Nano Global und ARM soll globale Gesundheitsprobleme lösen

Redakteur: Michael Eckstein

Nano Global und ARM entwickeln gemeinsam einen Chip mit künstlicher Intelligenz. Dieser soll das Gesundheitswesen revolutionieren, indem er Molekulardaten in Echtzeit erfasst und analysiert.

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Kampf den Resistenzen: Nano Globals Chip soll helfen, globale Probleme im Gesundheitswesen – von Superbugs bis hin zu Infektionskrankheiten und Krebs – zu lösen.
Kampf den Resistenzen: Nano Globals Chip soll helfen, globale Probleme im Gesundheitswesen – von Superbugs bis hin zu Infektionskrankheiten und Krebs – zu lösen.
(Bild: Nano Global)

Nano Global hat sich zum Ziel gesetzt, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) eine bessere Analyse von Molekulardaten im Gesundheitswesen zu ermöglichen. Gemeinsam mit Halbleiter-IP-Spezialist ARM arbeitet Nano jetzt an einem System-on-a-Chip (SoC), das Molekulardaten in Echtzeit erkennen und analysieren können soll. Er soll Mediziner im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien unterstützen und ein besseres Verständnis zur Behandlung individueller Krebserkrankungen ermöglichen. Erste Exemplare des Chips sollen 2020 auf den Markt kommen.

Das SoC soll zuverlässig Molekulardaten liefern, die helfen, durch Krankheitserreger und andere lebende Organismen bedingte gesundheitliche Gefahren zu erkennen und zu analysieren. Der Chip kombiniert neuste Entwicklungen aus den Bereichen Nanotechnologie, Optik, Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain-Authentifizierung und Edge-Computing mit der wissenschaftlichen Technologieplattform von Nano Global.

Künstliche Intelligenz soll molekulare Muster erkennen

Die integrierte Optik kombiniert nach Angaben von Nao Global Mikroskopie und Spektroskopie, die das Erfassen der Molekulardaten in Echtzeit übernimmt. Künstliche Intelligenz einschließlich maschinellem Lernen und Sehen soll schließlich Muster innerhalb der Molekulardaten identifizieren. Darüber ist der Chip laut Nano Global in der Lage, Trends vorherzusagen, Identifizierungsmarker zu validieren und potenzielle Gefährdungen aufzudecken.

Die Blockchain-Technologie bildet das Grundgerüst der Chip-Architektur. Sie unterstützt die Datenzuordnung, die Privatsphäre und die Sicherheit sowie wirtschaftliche Mechanismen. Durch das Edge-Computing eine weitreichend optimierte, lokale Verarbeitung und Analyse von Molekulardaten und relevanten Parametern in Echtzeit möglich.

„Zusammen mit ARM widmen wir uns der Auswertung von Molekulardaten. Unser Ziel ist es, das enorme Potenzial dieses riesigen Fachgebiets freizusetzen und zu nutzen“, erklärte Steve Papermaster, Chairman und CEO bei Nano Global. Er ist überzeugt: „Die Daten, die unsere Technologie erfassen und verarbeiten kann, werden uns in die Lage versetzen, eine sicherere und gesündere Welt zu schaffen.“

Weltweit immer mehr Todesfälle durch Resistenzen

Wie gefährlich resistente Bakterien mittlerweile sind, zeigen Untersuchungen und Berichte namhafter Organisationen wie CDC und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Allein in den USA kosten antibiotikaresistente Infektionen das US-Gesundheitssystem jährlich über 20 Mrd. Dollar. Der Erreger Clostridium difficile (C.diff) ist für 250.000 Infektionen und 14.000 Todesfälle verantwortlich. Das entspricht einer jährlichen Zunahme von 1 Mrd. Dollar.

Berichte legen nahe, dass weltweit bis zu 700.000 Menschen jedes Jahr an resistenten Infektionen sterben. Bereits im Jahr 2015 starben Infektionskrankheiten über 5,6 Mio. Menschen. hinzu kommen sogenannte Superbugs, also antibiotikaresistente Bakterien: Diese haben das Potenzial, bis 2050 bis zu 10 Mio. Todesfälle pro Jahr zu verursachen.

Krebs ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und war 2015 für 8,8 Mio. Todesfälle verantwortlich. Weltweit ist fast jeder sechste Todesfall auf Krebs zurückzuführen. Experten der WHO erwarten, dass die Zahl der Neuerkrankungen in den nächsten zwei Jahrzehnten um etwa 70% steigen wird.

Heres Vorhaben: Nano-Global CEO Steve Papermaster sagt drängenden Gesundheitsproblemen den Kampf an.
Heres Vorhaben: Nano-Global CEO Steve Papermaster sagt drängenden Gesundheitsproblemen den Kampf an.
(Bild: Nano Global)

Kooperation mit weiteren Institutionen weltweit

Mit seiner Technologie will Nano Global diesen Entwicklungen entgegen treten. „Das Gesundheitswesen wird davon profitieren, unser Leben wird sich dadurch verbessern“, ist Rene Haas überzeugt. Der Executive Vice President und President von IPG, ARM erklärt, dass ARM durch die Zusammenarbeit mit Nano Global eine aktive Rolle bei Entwicklung und Einsatz von Technologien einnehme, die „uns einen Schritt näher an die Lösung komplexer Herausforderungen im Gesundheitswesen bringen“.

Parallel zu der Kooperation mit ARM plant Nano Global mit Institutionen wie dem Baylor College of Medicine und der National University of Singapore zusammenarbeiten, um umfassende Forschungen in klinischen, Labor- und bevölkerungsbezogenen Gesundheitsprojekten zu betreiben. Ziel ist es, die Datenerhebung, Analyse und Produktentwicklung zu beschleunigen.

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