M2M-Kommunikation

Kfz-Prämien – der Versicherer „is watching you“

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

So soll die Lösung aussehen: Doch anstelle des privaten Pkw müssen sich Logistiker einen Lkw vorstellen.
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So soll die Lösung aussehen: Doch anstelle des privaten Pkw müssen sich Logistiker einen Lkw vorstellen. (Bild: Telefónica)

Telematik bietet ungeahnte Möglichkeiten. Telefónica will jetzt die Versicherungsprämien drücken. Die Lösung erhebt Fahrerdaten, die den Versicherern Spielraum bei der Preisgestaltung geben sollen. Das Projekt ist nicht unumstritten. Vor allem im privaten Umfeld sind Datensammlungen heikel.

Jedes Jahr locken Autoversicherer Kunden mit Wechselprämien. Das Geschäft mit den Kfz-Verträgen ist hart umkämpft. Der Telekommunikationsriese Telefónica Deutschland traut sich was. Das Unternehmen will die Kfz-Versicherungen günstiger machen für Privatleute, aber auch für Logistiker.

Telematik soll Lkw-Versicherungsprämien günstiger machen

Helfen dabei soll eine Telematik-Lösung. Einziger Haken: GPS-Daten von privaten Pkw abzufragen, ist problematisch. Wettbewerber arbeiten schon an Lösungen ohne GPS-Ortung. Doch das Unternehmen will nicht nur die privaten Portmonnaies entlasten. Auch Logistikdienstleister sollen von der Technik profitieren.

Telefónica Insurance Telematics basiert auf der Machine-to-Machine-(M2M-)Technologie und analysiert das Fahrverhalten, um damit die Preise von Autoversicherungen genauer berechnen zu können.

Der neue Service ist für europäische Kfz-Versicherer verfügbar, die diese Informationen für ihre Risikokalkulation nutzen und ihren Kunden so eine völlig neue Art der Autoversicherung anbieten können, heißt es in der deutschen Konzernzentrale in München. Die Entwickler sind überzeugt: Viele Studien haben bereits bewiesen, dass Daten über das Fahrverhalten viel mehr Rückschlüsse auf das individuelle Schadensrisiko bei Autoversicherungen ermöglichen als die bisher genutzten Faktoren wie Alter, Jahresfahrleistung und Region.

Britische und amerikanische Versicherungsunternehmen stellten bereits fest, dass mit solchen Telematik-Systemen der Schadenaufwand um bis zu 30 % sinken kann. Die Angelsachsen sind den Festlandeuropäern schon einen Schritt voraus. Deutsche Versicherer sind zurückhaltend. Ein Brancheninsider bestätigte MM Logistik, dass vor allem die Assekuranzen bisher bei dem Thema auf der Bremse stehen.

Der Fahrer kann den Punktestand beim Versicherer abfragen

Die Lösung besteht aus einer kompletten Telematik-Plattform, die Telefónica Digital bereits erfolgreich in Zusammenarbeit mit dem Versicherungskonzern Generali Seguros in Spanien einsetzt. Diese ist nun auch in Deutschland verfügbar, wo Telefónica deswegen bereits mit einer Reihe von großen Versicherungen zusammenarbeitet. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf die sichere Übertragung und Speicherung der Daten gelegt.

Fahrinformationen werden verschlüsselt und getrennt von den Systemen des Versicherers verarbeitet. Der Versicherer bekommt die Gesamtwerte in Form eines Punktestands übertragen, in den Faktoren wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Bremsverhalten oder Nachtfahrten eingehen. Dieser Punktestand wird dann dazu genutzt, die monatliche Versicherungsprämie zu ermitteln, ohne die einzelnen Fahr- oder Ortsdaten einzusehen.

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Und ich wunderte mich noch, warum mein neues Navi andauernd piepte, als ich es zum ersten Mal...  lesen
posted am 08.07.2013 um 14:56 von Olaf Barheine


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