Keine Rettung in Sicht: Freiberger Solarworld-Werk wird versteigert

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Blick auf das Firmengebäude der Solarworld AG in Freiberg. Für den Solarzellen- und Solarmodulhersteller besteht laut Insolvenzverwalter keine Hoffnung auf Rettung mehr.
Blick auf das Firmengebäude der Solarworld AG in Freiberg. Für den Solarzellen- und Solarmodulhersteller besteht laut Insolvenzverwalter keine Hoffnung auf Rettung mehr. (Bild: (c) dpa-Zentralbild)

Für den insolventen Solarzellen- und Solarmodulhersteller Solarworld kommt endgültig das Aus, es konnte kein Investor zur Rettung des deutschen Unternehmens gefunden werden. Im März soll nun die Versteigerung beginnen.

Die Hoffnungen auf einen Investor für das Freiberger Werk des insolventen Unternehmens Solwarworld haben sich zerschlagen. „Es besteht keine erkennbare Perspektive mehr, noch einen Investor zu finden“, sagte Insolvenzverwalter Christoph Niering.

Billigproduktionen aus China sorgten für Preisverfall im Solargeschäft

Man habe weltweit gesucht und über zwei Dutzend Kaufinteressenten gefunden - aus China über Deutschland bis nach Australien. „Viele haben sich die Produktions- und Forschungsanlagen angeschaut, aber letzten Endes sahen sie keine wirtschaftliche Perspektive oder konnte die erforderliche Finanzierung nicht zustande bringen.“ Niering führte das vor allem auf den dramatischen Preisverfall für Solarmodule infolge der Billigkonkurrenz aus Südkorea und China zurück.

Der Neustart hat nicht gezündet, Unterstützung blieb aus

Solarworld hatte im Mai 2017 zum ersten Mal Insolvenz angemeldet. Damals arbeiteten rund 3000 Menschen in dem Unternehmen, das einst als Vorzeigebetrieb der deutschen Energiewende galt. Unter dem Namen Solarworld Industries versuchte Firmengründer Frank Asbeck im August 2017 einen Neustart. Im März 2018 kam die erneute Pleite für das Unternehmen - mit dann noch rund 600 Beschäftigten.

„Noch nie musste ich ein derart modernes und zukunftsorientiertes Unternehmen schließen“, bedauerte Niering. Zudem kritisierte er, dass die Bundesregierung trotz wiederholter Bitten keine Unterstützung gewährt habe. So sei zumindest der Erhalt der Technologie über eine Forschungsfabrik denkbar gewesen, erklärte Niering. „Für die Mikroelektronik gibt es dies bereits.“

Im März beginnt die stückweise Versteigerung

Spätestens im März, soll die Versteigerung losgehen. Dafür kommt alles unter den Hammer, was abgebaut werden kann und nicht zum Gebäude gehört. „Wir haben bewusst lange mit der Versteigerung gewartet, um nicht die Möglichkeit für einen Neuanfang auszuschließen“, so Niering. Weltweit werden den Interessenten nun Computer, Werkstatteinrichtungen und Modulfertigung zum Kauf angeboten. „Im Grunde die komplette Fabrik.“

Manche interessierten sich für einzelne Komponenten, andere möglicherweise gleich für eine ganze Fertigungsstraße. „Man muss aber sehen, dass Solarworld in den vergangenen Jahren weniger in Technik investieren konnte, weil die finanziellen Mittel fehlten.“ Ähnlich wie in der Computerbranche gebe es in sehr kurzen Zeitabständen immer wieder neue Produktionstechniken. Auch Gebäude und Grundstücke sollen verkauft werden - möglichst an ortsansässige Unternehmen. Niering beschäftigt an den Standorten Freiberg und Arnstadt derzeit noch 35 Mitarbeiter, die sich um die Verwaltung und die Immobilien kümmern.

Zum 1. August 2018 wechselten 216 Solarworld-Beschäftigte in eine Transfergesellschaft, die Ende Januar 2019 auslief. „Davon haben 180 eine neue Beschäftigung gefunden“, sagte eine Sprecherin der Agentur für Arbeit in Freiberg auf Anfrage. 36 ehemalige Mitarbeiter haben sich den Angaben zufolge zum 1. Februar arbeitslos gemeldet.

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Wen soll man denn wählen? Vielleicht Leute, die vor der Politik schon mal ein erfolgreiches Leben...  lesen
posted am 12.02.2019 um 15:20 von Unregistriert

Die Pleite von Solarworld ist in erster Linie auf die Überheblichkeit und die Arroganz von Herrn...  lesen
posted am 12.02.2019 um 11:47 von Unregistriert

Wen soll man denn wählen?  lesen
posted am 12.02.2019 um 06:30 von Unregistriert

Ja, genauso ist es leider. Wer es zuläßt, daß ein führender Roboterhersteller nach Fernost...  lesen
posted am 11.02.2019 um 18:43 von Unregistriert

Hallo, nur die Merkel für alles verantwortlich zu machen greift zu kurz. Es sind alle Parteien die...  lesen
posted am 11.02.2019 um 17:45 von Unregistriert


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