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Kein Lot-Engpass dank Recycling

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Das Traditionsunternehmen Feinhütte setzt von jeher auf „Made in Germany“ sowie Recycling und bleibt so von Lieferschwierigkeiten bei Lot-Produkten verschont – eine Strategie, die nicht nur in der aktuellen Krise Vorteile bringt.

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Keine Lieferengpässe bei der Lotproduktion: Feinhütte setzt auf Recycling und 100% „Made in Germany“.
Keine Lieferengpässe bei der Lotproduktion: Feinhütte setzt auf Recycling und 100% „Made in Germany“.
(Bild: Feinhütte Halsbrücke )

Die derzeitige Corona-Krise zeigt in aller Deutlichkeit auf, wie angreifbar eine globalisierte Welt in einer Krise, bzw. wie im aktuellen Fall, einer Pandemie durch das SARS-CoV-2 Virus ist. Alle Wirtschafts- und Industriebereiche spüren diese genauso wie die Bevölkerung im täglichen Leben.

Gerade in der Materialwirtschaft wird durch unterbrochene Lieferketten, fehlende Produktionskapazitäten, Spekulationen, Preisexplosionen und eine steigende Nachfrage die Krise deutlich spürbar. Aufgrund nationaler Quellen ist Feinhütte Halsbrücke, einer der ältesten Hüttenbetriebe Europas und Deutschlands einzige Zinn- und Bleihütte, von dieser Entwicklung aktuell nicht betroffen.

Feinhütte setzt seit jeher auf 100 % „Made in Germany“, ein krisensicheres Lager und eine hohe Wertschöpfung. „Wir haben derzeit keinerlei Lieferengpässe bei unseren Lotprodukten“, versichert Tobias Patzig, Prokurist von Feinhütte Halsbrücke. So recycelt das Familienunternehmen zinn- und bleihaltige Rückstände aus ganz Europa und stellt daraus neue Qualitätsprodukte her.

„Ein Großteil dieser Materialien beziehen wir aber aus Deutschland. Das heißt, dass wir zum einen genügend Material am Lager haben, das wir weiterverarbeiten können und dass wir von den genannten Problemen auf dem Weltmarkt vorerst verschont sind“, so Patzig.

Reinheitsgrade höher als bei Neumaterialien

Die Reinheitsgrade der Lote, die aus den Recyclingmaterialien hergestellt werden, liegen überwiegend über den Reinheitsgraden von Neumaterialien aus der Erstschmelze. Feinhütte hat dazu verschiedene Reinigungsprozesse entwickelt, die eine hohe Qualität garantieren. Der Rückkauf von Loten und Metallen wird von Feinhütte direkt organisiert. Dadurch kann dem Kunden ein geschlossener Kreislauf angeboten werden, vom Rückkauf über das Recycling, die Herstellung bis zur Rücklieferung von Qualitätsloten in unterschiedlichen Legierungen und Formen. Somit sei Feinhütte auch in Krisenzeiten ein verlässlicher Partner für Ihre Kunden.

Trotzdem treibt Patzig die momentane Entwicklung um: „Die tatsächlichen Auswirkungen der jetzigen Krise werden immer deutlicher. Fest steht aber bereits heute, dass in Zeiten einer kontinentalübergreifenden Produktion von Erzeugnissen oder Bauteilen, von Just in Time, Leanmanagement, Outsourcing und schrumpfenden Lagerbeständen, die Störanfälligkeit der globalisierten und vermeintlich perfekt abgestimmten und optimierten Systeme, immens ist.“

Seiner Meinung nach muss der Trend der Deindustrialisierung in Europa umgekehrt werden. Eine robuste Industrie mit einer hohen Wertschöpfung sei elementar für die Versorgungssicherheit mit qualitativ hochwertigen und langlebigen Gütern. Ein wichtiger Nebeneffekt ist der Abbau von Abhängigkeiten bei Schlüsselgütern und insbesondere bei Rohstoffen. Nicht zuletzt würden deutlich kürzere Lieferketten und ein reduzierter Transportaufwand für einen wirklichen Green-Deal stehen und die Umwelt weiter entlasten.

„Ich denke, dass wir hier alle zusammen umdenken müssen, gerade auch unter der Betrachtung einer ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit“, erklärt Patzig.

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