Fünf Jahre Rücknahmepflicht für Altgeräte „Katastrophale Sammelbilanz“ bei Elektroschrott

Autor / Redakteur: dpa / Michael Eckstein

2,8 Mio. Tonnen Neugeräte verkauft, 200.000 Tonnen eingesammelt: Auch fünf Jahre nach Einführung der Rücknahmepflicht für Elektroaltgeräte liegt die Bilanz bei unter zehn Prozent. Wertvolle Rohstoffe gehen so unwiederbringlich verloren.

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Seit fünf Jahren Pflicht: Eigentlich müssen Händler alte Elektro- und Elektronikgeräte zurücknehmen. Doch kaum einer weist proaktiv darauf hin. Entsprechend schlecht ist die Sammelbilanz.
Seit fünf Jahren Pflicht: Eigentlich müssen Händler alte Elektro- und Elektronikgeräte zurücknehmen. Doch kaum einer weist proaktiv darauf hin. Entsprechend schlecht ist die Sammelbilanz.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Fünf Jahre nach Einführung der Rücknahmepflicht für Elektroschrott hat die Deutsche Umwelthilfe eine „katastrophale Sammelbilanz“ des Einzelhandels beklagt. Im Jahr 2020 hätten die Händler nur rund 200 000 Tonnen Altgeräte eingesammelt, obwohl mehr als 2,8 Millionen Tonnen Neugeräte verkauft worden seien, rügte die Umweltorganisation am Donnerstag in Berlin. Der Handel trage die Hauptverantwortung dafür, dass in Deutschland die gesetzliche Sammelquote von 65 Prozent deutlich verfehlt werde.

„Seit fünf Jahren muss der Handel Elektroschrott sammeln – doch noch immer machen es insbesondere viele Onlinehändler den Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer, alte Elektrogeräte zurückzugeben“, sagt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz. Dabei enthalte Elektroschrott Schadstoffe wie Schwermetalle, Flammschutzmittel und Weichmacher, die unbedingt sachgerecht behandelt werden müssten. Um mehr Druck auf den Einzelhandel auszuüben, drängt die Umwelthilfe darauf, die Händler zur Veröffentlichung ihrer Sammelquote zu verpflichten.

Besonders der Onlinehandel fällt negativ auf

Bei der Sammlung ausgedienter Elektrogeräte fallen laut DHU gerade Onlinehändler negativ auf. Obwohl der Onlinehandel in Deutschland während der Corona-Krise 2020 seinen Umsatz mit dem Verkauf von Elektrogeräten auf 17,8 Milliarden Euro steigern konnte, mangele es bei vielen Onlinehändlern noch immer an einer verbraucherfreundlichen Sammlung von Elektroschrott. Verbraucher würden oft nur unzureichend über ihre gesetzlichen Rückgaberechte beim Onlinekauf informiert.

Zudem böten Händler zumeist komplizierte Rückgabemöglichkeiten per Paket an, um möglichst wenig Elektroschrott zurücknehmen zu müssen. „Damit Onlinehändler wirklich einen Beitrag zur Sammlung ausgedienter Elektrogeräte leisten, sollten sie sich an flächendeckenden stationären Rücknahmesystemen beteiligen und deren weiteren Ausbau unterstützen“, fordert der Stellvertretende Leiter Kreislaufwirtschaft bei der DUH, Philipp Sommer.

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