Security-Hersteller zieht Konsequenzen Kaspersky kündigt Bitkom-Mitgliedschaft

Von Sylvia Lösel

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Einseitig, intransparent und mit ethisch fragwürdigen Geschäftspraktiken habe der Bitkom im März den Security-Hersteller bis auf weiteres von der Mitgliedschaft im Branchenverband suspendiert. So lautet der Vorwurf von Kaspersky. Das Unternehmen zieht nun Konsequenzen.

Kaspersky kündigt die Mitgliedschaft im Bitkom.
Kaspersky kündigt die Mitgliedschaft im Bitkom.
(Bild: Wolfilser - stock.adobe.com )

„Hiermit kündigen wir mit sofortiger Wirkung die Bitkom-Firmenmitgliedschaft,...“ lautet der Einstieg eines offenen Briefs von Kaspersky an den Branchenverband Bitkom, der IT-BUSINESS vorliegt. Als Gründe für diesen Ausstieg führt der Security-Anbieter an:

  • die Diskriminierung von Kaspersky durch Bitkom
  • die ethisch fragwürdigen Geschäftspraktiken von Bitkom
  • die Missachtung der Satzung seitens Bitkom in Bezug auf den Ausschluss eines Mitgliedes.

Was ist passiert?

Nach Darstellung von Jochen Michels, Head of Public Affairs Europe bei Kaspersky, hat der Hauptgeschäftsführer des Bitkom, Bernhard Rohleder, am 3. März bei dem Hersteller angerufen und mitgeteilt, mehrere Mitglieder würden den Ausschluss von Kaspersky als Mitglied bei Bitkom fordern – wohl als Folge des von Russland begonnenen Krieges gegen die Ukraine.

Kaspersky solle rückwirkend zum Jahresende 2021 die Mitgliedschaft kündigen. Auf die Bitte von Michels, diesen Vorgang zu prüfen, erhielt der Manager erst am 19. April auf mehrere Nachfragen eine Antwort.

„... der Geschäftsführende Vorstand und das Präsidium des Bitkom haben am 5.4.2022 einstimmig beschlossen, dass die Mitgliedschaft Ihres Unternehmens in Bezug auf alle mitgliedschaftlichen Rechte und Pflichten mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres suspendiert wird. Über die Beendigung der Suspendierung wird das Präsidium zu gegebenem Zeitpunkt entscheiden. In der Umsetzung dieses Beschlusses haben wir für alle Vertreterinnen und Vertreter Ihres Unternehmens den Zugang zum Mitgliederportal eingeschränkt und die Kontakte von sämtlichen Mailinglisten vorübergehend entfernt.“

Zum offenen Brief von Kaspersky an den Bitkom geht es hier.

Stellungnahme des Bitkom

Auf Nachfrage war vom Bitkom lediglich folgende, mehr als knappe, Stellungnahme zu erhalten: „Wir nehmen zur Kenntnis, dass Kaspersky die Mitgliedschaft im Bitkom beendet. Darüber hinaus äußern wir uns zu internen Vorgängen nicht."

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal IT-Business.de.

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