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Kartellamt leitet Wettbewerbsverfahren gegen Amazon und Apple ein

Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

Schränkt die Kooperation Amazons mit Apple als autorisierter Händler den Wettbewerb anderer Anbieter von Apple-Produkten ein? Das Bundeskartellamt prüft die beiden Techgrößen auf entsprechendes „Brandgating“. Amazon- und Apple-Vertreter halten dagegen: Man möchte nur möglicher „Produktpiraterie vorbeugen“.

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Amazon ist als autorisierter Händler von Apple-Produkten direkter Apple-Partner. Nutzt der Konzern diese Verbindung, um anderen Anbiter von Apple-Produkten den Zugang zu Kunden abzudrehen?
Amazon ist als autorisierter Händler von Apple-Produkten direkter Apple-Partner. Nutzt der Konzern diese Verbindung, um anderen Anbiter von Apple-Produkten den Zugang zu Kunden abzudrehen?
(Bild: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa)

Das Bundeskartellamt hat ein Verwaltungsverfahren gegen Amazon und Apple eingeleitet. „Wir möchten klären, ob und inwieweit Amazon mit Markenherstellern zu Lasten von Dritthändlern kooperiert", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Donnerstag und bestätigte einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Amtes biete Amazon Markenherstellern die Möglichkeit, Dritthändler vom Verkauf von Produkten ihrer Marke auf dem deutschen Amazon-Marktplatz auszuschließen, wenn sie gleichzeitig Amazon als Händler beliefern. Bei manchen Marken würden pauschal alle Händler mit Ausnahme von Amazon selbst und dem jeweiligen Markenhersteller ausgeschlossen. Bei anderen Marken beziehe sich der Ausschluss nur auf bestimmte Dritthändler.

Ausbooten des Wettbewerbs oder schutz vor Produktpiraterie?

Mundt erklärte, prominentestes Beispiel für ein solches „Brandgating“ sei die Kooperation von Amazon und Apple. „Seit Anfang 2019 ist der Verkauf dieser Produkte auf dem deutschen Amazon-Marktplatz nur noch autorisierten Apple-Händler erlaubt. Auch Amazon ist zwischenzeitlich autorisierter Apple-Händler geworden und wird als Händler mit Apple-Produkten beliefert.“

Mundt räumte ein, dass solche Vereinbarungen auch dem berechtigten Schutz vor Produktpiraterie dienen können. Sie müssten aber verhältnismäßig sein und dürften nicht zu einer Ausschaltung des Wettbewerbs führen.

Ein Amazon-Sprecher erklärte, sein Unternehmen kooperiere „vollumfänglich mit den zuständigen deutschen Behörden". „Wir sind stets bestrebt, unseren Kunden die breiteste Produktauswahl anzubieten, während wir gleichzeitig enorme Ressourcen investieren, um ein vertrauensvolles Einkaufserlebnis zu bewahren, indem wir unseren Store vor unrechtmäßigen Waren schützen.“

Zudem stellt das Unternehmen heraus, dass man anderen Verkaufsplattformen den Zugang nicht verwehre: Neben Amazon und Apple selbst könnten auch andere autorisierte Händler wie Cyberport oder Gravis die Apple-Produkte auf der Amazon-Plattform anbieten.

Ein Apple-Sprecher erklärte, die Sicherheit der Kunden stehe für Apple an erster Stelle. „Unsere Teams arbeiten ständig mit Strafverfolgungsbehörden, Händlern und E-Commerce-Seiten auf der ganzen Welt, um gefälschte Produkte vom Markt zu nehmen.“ Mit Amazon kooperiere man, um die Kunden „vor gefälschten Produkten zu schützen und ihnen die Sicherheit zu geben, dass sie ein echtes Apple-Produkte in ihrem Paket erhalten“.

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