Meeresforschung

Karlsruher Wissenschaftler testen Tiefsee-Robotik-System auf Badesee

| Redakteur: Franz Graser

Test für den autonomen Forschungsroboter: Unter anderem wurden auf dem Baggersee bei Freistett das autonome Aussetz- und Bergesystem getestet.
Test für den autonomen Forschungsroboter: Unter anderem wurden auf dem Baggersee bei Freistett das autonome Aussetz- und Bergesystem getestet. (Bild: Fraunhofer IOSB)

Die Arggonauts, einziger deutscher Teilnehmer beim mit sieben Millionen Dollar dotierten Shell Ocean Discovery XPRIZE, haben erstmals ihr autonomes Tiefsee-Robotik-System der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Beim öffentlichen Test auf einem Baggersee nahe Freistett wurden Funktionen wie das autonome Aussetz- und Bergesystem erfolgreich eingesetzt. Die unbemannten Unterwasserfahrzeuge zur Kartographierung des Meeresgrunds sollen im Herbst dieses Jahres bei der ersten Runde der XPRIZE Challenge eingesetzt werden. Bereits im Februar 2017 hatte das Team des Fraunhofer IOSB unter der Leitung von Dr. Gunnar Brink das Halbfinale des Wettbewerbs erreicht.

„Dieser Test ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die entscheidende Phase des Wettbewerbs. Wir rechnen uns gute Chancen aus, mit unserer Technologie unter die besten 10 Teams der Welt zu kommen – die Ergebnisse heute bestätigen uns darin“ betont Dr. Gunnar Brink, Leiter der Bereiche Strategie und Innovation am Fraunhofer IOSB und Teamleiter der ARGGONAUTS.

Beim Übungsmanöver auf dem Gelände des Segelclubs Freistett präsentierte das Team Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erstmals die im Rahmen des Wettbewerbs eingesetzten autonomen Unterwasser- und Oberflächenfahrzeuge „Great Diver“ und „Water Strider“.

Die Vorführung umfasste unter anderem das autonomen Aussetz- und Bergemanöver, durch das das Unterwasserfahrzeug mithilfe eines unbemannten Katamarans an den Einsatzort gebracht und anschließend wieder abtransportiert wird. Im Wettbewerb sollen später fünf Unterwasserfahrzeuge gleichzeitig bis zu 16 Stunden unter Wasser bleiben und dabei ein Gebiet von mindestens 150 Quadratkilometern kartographieren sowie hochauflösende Bilder anfertigen.

„Was hier in 50 Metern Tiefe so einfach aussieht, ist in 2.000 bzw. später in 4.000 Metern eine enorme Herausforderung! Auf hoher See herrschen extreme Bedingungen, die die Orientierung und Kommunikation erheblich einschränken“, so Brink.

Ökologische und wirtschaftliche Potenziale der Tiefsee nutzen

Schätzungen zufolge sind derzeit noch etwa 95 Prozent der Tiefsee nahezu unerforscht. Eine intensive Vermessung ist bislang an technologischen und wirtschaftlichen Hürden gescheitert. Für den Schutz der sensiblen ökologischen Systeme der Ozeane ist jedoch ein umfangreiches Wissen über geologische und biologische Beschaffenheit der Tiefsee unabdingbar.

Gleichzeitig ist auch eine nachhaltige und effiziente Nutzung der maritimen Rohstoffressourcen ohne dieses Wissen unmöglich. Ziel des von der XPRIZE Foundation und Shell veranstalteten Innovationswettbewerbs ist es daher, einen Technologiesprung bei der Erforschung der Tiefsee mithilfe unbemannter Systeme zu realisieren.

Die Arggonauts, ein Team von Wissenschaftlern des Fraunhofer IOSB, sind der einzige deutsche Teilnehmer unter den verbliebenen 25 Mannschaften im Wettbewerb. „Die Geheimnisse der Tiefsee zu lüften, ist ein sehr spannender Prozess und ich freue mich sehr, dass das Fraunhofer IOSB beim Wettbewerb bereits so weit gekommen ist und hoffentlich im Halbfinale sich als eines der zehn besten Teams behaupten kann.

Die Leistung des ARGGONAUTS-Teams zeigt, dass sich die exzellente Forschung zu Zukunftsthemen am Technologiestandort Baden-Württemberg auf höchstem internationalem Niveau befindet", betonte die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Katrin Schütz. Neben Staatssekretärin Schütz und dem Mitglied des Forschungsausschusses des Bundetags Dr. Stefan Kaufmann (beide CDU), nahmen auch zahlreiche Vertreter aus der Wirtschaft an der Veranstaltung teil.

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