Kampfansage an Arm: SiFive ernennt Ex-Qualcomm-Manager zum CEO

Redakteur: Sebastian Gerstl

SiFive hat den ehemaligen Qualcomm-Manager Patrick Little als CEO eingestellt, um die Open-Source-RISC-V-Prozessorarchitektur zu stärken. Martktbeobachter sehen in der Ernennung teilweise eine Reaktion auf die angekündigte Übernahme von Arm durch Nvidia.

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Patrick Little wechselt als neue CEO von Qualcomm's Automotivesparte zu SiFive. Das auf die quelloffene RISC-V-Architektur spezialiserte Startup rechnet mit einem verstärkten Interesse und bereitet sich auf Wachstum vor. Nach der Übernahme vom Arm durch NVIDIA erwarten Analysten eine Migration zahlreicher Hersteller von ARM- auf RISC-V-basierte Lösungen.
Patrick Little wechselt als neue CEO von Qualcomm's Automotivesparte zu SiFive. Das auf die quelloffene RISC-V-Architektur spezialiserte Startup rechnet mit einem verstärkten Interesse und bereitet sich auf Wachstum vor. Nach der Übernahme vom Arm durch NVIDIA erwarten Analysten eine Migration zahlreicher Hersteller von ARM- auf RISC-V-basierte Lösungen.
(Bild: SiFive)

Das Startup SiFive will sich auf ein gesteigertes Interesse an RISC-V-basierten Lösungen vorbereiten. Unter diesem Aspekt ist der amtierende CEO Naveed Sherwani von seiner Funktion Geschäftsführer des auf die Prozessorarchitektur spezialisierten Anbieters zurückgetreten. An seine Stelle tritt mit Patrick Little ein ehemaliger Qualcomm-Manager.

Die Ernennung Littles erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich SiFive auf ein verstärktes Interesse an der Risc-V-Prozessorarchitektur vorbereitet: Nach Bekanntgabe der Übernahme von Arm durch Nvidia rechnen Marktbeobachter damit, dass viele Arm-Kunden auf RISC-V-Lösungen migrieren dürften, um nicht in eine Abhängigkeit zum möglichen Konkurrenten Nvidia zu geraten.

Little verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Halbleiterindustrie. So war er unter anderem CEO von eASIC, Senior Vice President von CSR Technology und Senior Vice President bei Xilinx. Die letzten neun Jahre verbrachte Little bei Qualcomm, wo er Senior Vice President des globalen Automobilgeschäfts war.

Vorbereitung auf Wachstum des RISC-V-Marktes

Der frischgebackene SiFive-CEO freue sich über seine neue Aufgabe in einem für ihn vielversprechenden Zukunftsmarkt: „In der gesamten Technologiebranche treibt ein verstärkter Fokus auf Workload-Beschleunigung zur Lösung von Computerherausforderungen der nächsten Generation die Nachfrage nach den konfigurierbaren RISC-V-basierten Plattformen von SiFive voran“, sagte Little anlässlich seiner Ernennung. Naveed Sherwani wird nach seinem Rückzug als CEO weiterhin Vorstandsvorsitzender bei SiFive bleiben.

Die Open-Source-RISC-V-Architektur besitzt aufgrund ihres quelloffenen Ansatzes große Vorteile hinsichtlich der Flexibilität und Modifizierbarkeit. Da allerdings jeder auf die nach Open-Source-Lizenz von den RISC-V-Foundation verwalteten Spezifikationen zurückgreifen kann, sorgt das dafür, dass die vorhandenen Entwicklungsumgebungen und Lösungen im Markt stark fragmentiert sind.

Die ARM-Architektur bietet neben der aktuellen starken Marktdurchdringung den Vorteil, dass der IP-Hersteller ein weit entwickeltes Ökosystem mit anbietet, das ARM-basierte Chips kostengünstig unterstützt. Firmen wie SiFive, die auf RISC-V setzen, stehen vor der Herausforderung, ein vergleichbares RISC-V-Ökosystem trotz der vorhandenen Fragmentierung der Architektur aufzubauen.

SiFive wurde 2015 gegründet. Das Startup hat in den vergangenen Jahren ein Kapital von 190,5 Millionen US-$ eingefahren. Zu den Investoren zählen unter anderem namhafte Unternehmen wie Intel, Qualcomm, SK Hynix oder Intel. Diese Unternehmen sind auch Arm-Kunden, besitzen aber ein strategisches Interesse daran, eine RISC-Architektur-Alternative zu ARM im Markt zu etablieren - insbesondere jetzt, da die genannten Unternehmen in einigen Branchen auch mit Nvidia direkt konkurrieren.

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