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Kampf gegen Corona: Kontakte auch ohne Smartphone verfolgen

| Redakteur: Michael Eckstein

Nicht jeder hat ein Smartphone. Eine neue Spezifikation der Bluetooth Special Interest Group (SIG) soll dafür sorgen, dass Wearables in Smartphone-basierte „Exposure Notification“-Systeme (ENS) – etwa zur Kontaktverfolgung bei Pandemien – einbezogen werden können.

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Die Menge machts: Durch Einbeziehen von Wearables in Exposure-Notification-Systeme sollen mehr Menschen an der Kontaktverfolgung durch Pandemie-Warn-Apps teilnehmen können.
Die Menge machts: Durch Einbeziehen von Wearables in Exposure-Notification-Systeme sollen mehr Menschen an der Kontaktverfolgung durch Pandemie-Warn-Apps teilnehmen können.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) arbeitet an einer neuen Spezifikation, die sogenannte „Wearables“ in Smartphone-basierte „Exposure Notification“-Systeme (ENS) einbindet. Günstig produzierte Armbänder sollen damit in die Lage versetzt werden Kontakt-IDs auszutauschen. So soll es dann möglich sein, beispielsweise Grundschulkinder oder Senioren, die selbst kein Smartphone besitzen, in die Kontaktverfolgung per Corona-App einzubinden.

Gesammelte IDs ließen sich zum Beispiel periodisch mit einem Smartphone, etwa eines Elternteils, synchronisieren, auf dem sich Warnmeldungen empfangen lassen. Die Bluetooth SIG will einen ersten Entwurf der erweiterten Spezifikation innerhalb der nächsten Monate veröffentlichen, danach soll er eine Testphase durchlaufen.

Eine Corona-App funktioniert nur, wenn möglichst viele mitmachen

Apps zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind bereits in zahlreichen Ländern im Einsatz und verfolgen anonymisiert die Kontakte von Smartphone-Nutzern. Aufgrund der großen Verbreitung stellen diese Mobilgeräte eine gute Grundlage für die Kontaktverfolgung dar.

Doch nicht alle Menschen lassen sich so erreichen. „In einigen Bevölkerungsgruppen sind Smartphones noch keine Selbstverständlichkeit. Das stellt für die Meldesysteme eine besondere Herausforderung dar“, erläutert Prof. Dr. Elisa Resconi, von der Technischen Universität München. Die Integration von Wearables in ein ENS sei daher eine sehr effektive Methode, um „dessen Wirksamkeit durch Einbeziehung weiterer Bevölkerungsgruppen zu erhöhen.“

Auch bei Wearables-Lösung: Hohe Anforderungen an Datenschutz und Security

Rund 130 Mitgliedsunternehmen der Bluetooth SIG haben sich nun in der Exposure Notification Working Group (ENWG) zusammengeschlossen, um eine standardisierte Methode für die Unterstützung von Wearables in der Kontaktverfolgung zu definieren. In der Entwicklung des Standards für Wearables sollen die gleichen Datenschutz- und Sicherheitsvorkehrungen zum Einsatz kommen, wie bei Smartphone-basierten Systemen.

Die ENWG steht allen Mitgliedsunternehmen der Bluetooth SIG offen und dient als zentrales Diskussionsforum für den effektiven Einsatz der Bluetooth-Technologie zum Eindämmen der Corona-Pandemie und anderer Infektionskrankheiten.

„Die Zusammenarbeit der Bluetooth-Gemeinschaft, bei der Entwicklung von Innovationen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist extrem inspirierend“, betont Mark Powell, CEO der Bluetooth SIG.

Erweiterung: Funktionsweise eines Exposure Notification Systems (ENS) im Zusammenspiel mit einem Armband als Wearable.
Erweiterung: Funktionsweise eines Exposure Notification Systems (ENS) im Zusammenspiel mit einem Armband als Wearable.
(Bild: Bluuetooth SIG)

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