Meilenstein für Airbus Just Airborne – A350 XWB erfolgreich zum Erstflug gestartet

Redakteur: Peter Koller

Das neue Langstreckenflugzeug Airbus A350 ist heute um 10 Uhr Ortszeit von Toulouse aus zu seinem Erstflug gestartet. Der Testflug von Europas modernstem Verkehrsflugzeug drei Tage von Beginn der Pariser Flugmesse Le Bourget dauerte etwa vier Stunden.

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In der Luft: Der Airbus A350 XWB hebt zum Erstflug ab
In der Luft: Der Airbus A350 XWB hebt zum Erstflug ab
(Airbus)

Vor einer großen Menschenmenge bestehend aus Airbus-Mitarbeitern und Schaulustigen rollte das Flugzeug mit der Bezeichnung MSN1 zur Startbahn. Pünktlich um 10 Uhr wurden die Gashebel nach vorn geschoben und nach wenigen Sekunden hob der Jet von der Startbahn 32L ohne erkennbare Probleme ab.

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Gemäß einem vorab veröffentlichten Flugplan war vorgesehen, dass der Start ohne Computerunterstützung nur kontrolliert von der Crew erfolgt. Da die Steuerung des A350 elektronisch über ein Fly-by-Wire-System erfogt, ist dabei zwar auch ein Computer an der Signalübermittlung beteiligt, aber die Steuersignale werden bei diesem sogenannten "direct law" nicht vom Computer verändert wie in anderen Flug-Modi.

Es war geplant, nach dem Abheben mit ausgefahrenem Fahrwerk und Landeklappen in Start-Konfiguration bis auf zunächst 10.000 Fuß zu steigen. Bei dieser Höhe und einem Tempo von 200 Knoten sollten sowohl das Fahrwerk als auch die Klappen eingefahren werden.

Bei dem First Flight waren insgesamt sechs Personen an Bord, Piloten und Flugingenieure. Alle trugen sicherheitshalber Fallschirme. Ein Teil der vorderen Frachtluke ist beim PrototypMSN1 zu einer Escape Door umgerüstet worden, die sich elektronisch entriegeln und abwerfen lässt, um der Crew einen Absprung zu ermöglichen, sollte es zu nicht beherrschbaren Problem kommen.

Nach vier Stunden und fünf Minuten landete MSN1 wieder sicher auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac.

Der erste reguläre Airbus A350-900 soll in etwa einem Jahr ausgeliefert werden. Bis dahin werden insgesamt fünf Prototypen etwa 2500 Flugstunden für Tests absolvieren.

Airbus will das neue Flugzeug in drei Versionen für 270 bis 350 Passagiere bauen. Die teuerste Variante steht mit rund 250 Millionen Euro in der Preisliste. Bisher haben laut Airbus 33 Fluglinien 613 Maschinen des neuen Typs geordert.

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