Jedes dritte Start-Up verzichtet auf Geld vom Staat

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Nur zwei Drittel der deutschen Start-Up-Gründer haben staatliche Förderung beantragt, ergibt eine Erhebung des Branchenverbandes Bitkom. Insgesamt hat jeder Zweite finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bekommen.
Nur zwei Drittel der deutschen Start-Up-Gründer haben staatliche Förderung beantragt, ergibt eine Erhebung des Branchenverbandes Bitkom. Insgesamt hat jeder Zweite finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bekommen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Ob Gründungsstipendien, staatliche Darlehen oder auch Risikokapital – in Deutschland gibt es inzwischen viel staatliche Unterstützung für Start-Ups. Doch laut einer Bitkom-Studie haben nur zwei Drittel aller deutschen Start-Ups überhaupt eines dieser Fördermittel beantragt. Meist liegt es an bürokratischen Hürden.

Ob Gründungsstipendien, staatliche Darlehen oder auch Risikokapital – in Deutschland gibt es inzwischen viel staatliche Unterstützung für Start-Ups. Aber nur jeder zweite Gründer (47%) hat auch mindestens eine Form von finanzieller Hilfe erhalten. Und jeder Dritte (36%) hat auf entsprechende Anträge verzichtet, vor allem weil ihm der bürokratische Aufwand zu hoch war (66%).

Ebenfalls beklagt wurde ein mangelhafter Überblick über die Angebote (43%) oder es fehlten Zeit und Personal, um sich zu informieren (35%). Jeder fünfte Gründer (21%) verzichtete auf eine Antragstellung, weil ihm die Erfolgsaussichten zu gering erschienen (21%). Immerhin 40% haben aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen auf einen Antrag verzichtet, weil sie eine private Finanzierung vorziehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 deutschen Start-Ups.

„Es gibt in Deutschland ein breites Angebot an staatlicher Förderung, von dem Start-Ups insbesondere in der Gründungsphase profitieren können. Die Angebote sind aber noch zu bürokratisch und schwer verständlich. Gerade Gründer, die ihre Idee schnell unternehmerisch umsetzen wollen, können ihre Zeit nicht mit dem Ausfüllen komplizierter und langer Antragsformulare verbringen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Staatliche Hilfe gibt es vor allem bei den ersten Schritten zum Start-Up

Vor allem bei den ersten Schritten zum Start-Up bekommen Gründer staatliche Hilfe. So haben 24% der Gründer Beratungs- und Coachingzuschüsse erhalten, 22% Material-, Sachkosten- und Personalzuschüsse sowie 21% ein Gründungsstipendium. Einen staatlichen Kredit hat dagegen nur rund jedes neunte Start-Up (11%) in Anspruch genommen und eine staatliche Beteiligung in Form von Risikokapital sogar nur rund jedes elfte (9%).

Wer als Gründer den Schritt geht, staatliche Förderung zu beantragen, hat übrigens gute Erfolgschancen. Nur 15% der Gründer geben an, dass schon einmal ein Antrag abgelehnt wurde.

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