Vom Komponentenlieferant zum Lösungsanbieter

Jederzeit und überall auf Sensordaten zugreifen können

| Redakteur: Hendrik Härter

„Unsere Kunden wollen jederzeit und von überall auf ihre Sensordaten zugreifen können“, Werner Niehaus, BU Manager Electronics bei der Unitronic GmbH.
„Unsere Kunden wollen jederzeit und von überall auf ihre Sensordaten zugreifen können“, Werner Niehaus, BU Manager Electronics bei der Unitronic GmbH. (Bild: Andreas Borowski)

Jederzeit und von überall aus auf Sensordaten zugreifen können, wird immer wichtiger. Dabei zeigt sich, dass Sensor-Hersteller sich immer mehr mit Software auseinandersetzen müssen.

Von einem reinen Komponentenlieferanten zu einem Lösungsanbieter: Das ist der Weg, den Unitronic geht. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die Sensor2Cloud-Strategie. Was es damit auf sich hat und was das Unternehmen außerdem plant, fragten wir Werner Niehaus, BU Manager Electronics bei Unitronic.

Herr Niehaus, was ist Ihr diesjähriger Fokus bei der SENSOR+TEST 2017?

Wir stellen in diesem Jahr unsere Lösungskompetenz in den Fokus. Dieses überschreiben wir mit dem Schlagwort ‚SENSOR2CLOUD‘. Dabei steht unser Sensorportfolio im Vordergrund: dem CO2-2-Kanal-Sensormodul CDM7160, dem weltweit kleinsten CO-Sensor TGS5141, dem VOC-Sensormodul in einer ‚low-power‘, kostenoptimierten Ausführung, einem Partikelsensor von Samyoung und Drucksensoren des Herstellers HYB, den wir erst seit einigen Wochen in Deutschland vertreten.

Was verfolgen Sie mit Ihrer aktuellen Sensor2Cloud-Strategie?

Die sogenannte SENSOR2CLOUD-Strategie ist aus den konkreten Wünschen unserer Kunden entstanden. Vom Markt bestand der Anspruch einen Partner zu finden, der nachgewiesene Expertise auf dem Gebiet der Sensorik besitzt und gleichzeitig Lösungen für die Übertragung der Sensordaten hin zu einer zentralen Stelle anbieten kann. Da auf diese Daten jederzeit und von überall zugegriffen werden soll, kam ‚2CLOUD‘ als Service-Dienstleitung hinzu. Es ist also fair zu sagen, dass Unitronic Electronics seinen Kunden individuelle Lösungen anbietet, die vom Sensor bis in die Cloud und darüber auf das Smartphone, Tablet den PC oder bis in einen nachgelagerten Prozess reichen. Dabei bleibt es dem Kunden überlassen, ob er nur Komponenten, einen bestimmten Teil seiner Lösung oder aber seine Komplettlösung bei uns anfragt und im Rahmen unseres Electrical Engineering as a Service (EEaaS) entwickeln oder sogar die komplette Lösung betreiben lässt.

Welche Art von Engineering Services bieten Sie an?

Wir bieten unseren Kunden an gemeinsam eine Lösung für seine spezifische Problemstellung zu erarbeiten. Dabei hat der Kunde Zugriff auf unsere Kompetenz entlang der Fragestellungen der gesamten Prozesskette hin zur ‚SENSOR2CLOUD‘-Lösung. Gerne bieten wir auf Basis der erarbeiteten Lösung unsere Entwicklungsdienstleistungen (EEaaS) an. Diese enthalten neben dem notwendigen Consulting auch Projektmanagement, System-Level Design, Hardware-Entwicklung, Software-Entwicklung, Cloud-Lösung inklusive ‚Proof of concept‘. Natürlich begleiten wir den Prozess der Produkt-Zertifizierung und liefern auf Wunsch auch das Serienprodukt und sorgen bei Bedarf auch für einen reibungslosen Betrieb der Lösung.

Welchen Einfluss haben die Trendthemen Industrie 4.0 und IoT auf Sensorik-Hersteller?

Zunächst einmal bedeuten die Trendthemen einen steigenden Bedarf an Sensoren, womit wir uns in einem Wachstumsmarkt befinden. Der Bedarf Prozesse zu überwachen, zu protokollieren, um im Vorfeld bereits mögliche Unstimmigkeiten im Ablauf eines Prozesses zu erkennen und somit im Bedarfsfall automatisiert oder manuell aus der Ferne gegensteuern zu können, bevor ein echtes Problem auftreten kann, nimmt stetig zu. Hierzu müssen Daten gemessen, übertragen und analysiert werden. Unsere Kunden sind an dieser Stelle auf kompetente Partner angewiesen, die die notwendige Expertise besitzen die stetig wachsenden Anforderungen aber auch die sich ergebenen Möglichkeiten zu bedienen. Damit ergibt sich die Aufgabenstellung für einen Sensorik-Hersteller die Produkte um Funktionen zu erweitern, wie beispielsweise die Funktion einer Datenaufbereitung bis hin zu einer Datenübertragung. Aber auch elementare Themen wie ‚low power‘, bedingt durch batteriebetriebene Anwendungen, sind konkrete Anforderungen des Marktes.

Welche neuen Geschäftsmodelle werden sich Ihrer Meinung nach für Sensor- und Messtechnikhersteller in den nächsten Jahren ergeben?

Rund um das Thema Daten ergeben sich neue Anforderungen, Fragestellungen aber auch Möglichkeiten. Wo in der Vergangenheit noch vor Ort Messwerte von Hand aufgenommen und lokal dokumentiert wurden, sind heute hochintegrierte Lösungen immer gefragter, welche die Messwerte automatisch einem nachgelagerten Prozess zur Verfügung stellen. Hieraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten das eigene Geschäftsmodel sinnvoll zu erweitern und um das Angebot von Dienstleistungen rund um diese Datenflut auszuweiten. Unitronic Electronics stellt mit der SENSOR2CLOUD-Strategie genau das in den Fokus zukünftiger Aktivitäten und wandelt sich vom Komponentenlieferant zum Lösungsanbieter und -betreiber.

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