Angemerkt Je mehr Dinge uns helfen, desto weniger ist uns noch zu helfen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Bald soll es Realität werden, das „Internet der Dinge“ – und ich freue mich schon darauf! Warum? Ganz einfach:

Thomas Kuther, Redakteur: „Das Internet der Dinge kann eine großartige Sache werden – wenn der Schutz sensibler Daten sichergestellt ist.“
Thomas Kuther, Redakteur: „Das Internet der Dinge kann eine großartige Sache werden – wenn der Schutz sensibler Daten sichergestellt ist.“
(Bild: VBM-Archiv)

Wenn ich dann morgens die Wohnung verlasse, erkennt mich mein Auto dank des RFID-Chips, der mir kürzlich implantiert wurde. Es weiß, dass ich zur Arbeit möchte und chauffiert mich durch den Berufsverkehr. Unterwegs hält es vor einer Metzgerei, bei der es während der Fahrt die obligatorische Wurstsemmel für mich bestellt hat; der Betrag wird von meinem Konto abgebucht – man kennt sich ja. Der Aufzug im Redaktionsgebäude bringt mich automatisch in die zweite Etage, da er weiß, wo ich arbeite. Mein PC am Arbeitsplatz ist übrigens auch schon hochgefahren, weil mein Auto mich bereits angekündigt hat.

Aber es könnte alles auch völlig anders ablaufen! Da mein Auto von meiner Gesundheitskarte, der alten Tratschtante, erfahren hat, dass ich abnehmen soll und einen zu hohen Cholesterinspiegel habe, verweigert es mir den Zwischenstopp beim Metzger. Will ich dann wütend selbst fahren, habe ich keine Chance, weil der Bordcomputer den Zentralrechner der Verkehrsbehörde kennt und ihm gesteckt hat, dass ich neulich einmal zu schnell unterwegs war. Deshalb habe ich nun vier Wochen Fahrverbot und so lange ist das Lenkrad für mich gesperrt.

„Außerdem“, so der süffisante Kommentar meines fahrbaren Untersatzes, „musste ich neulich wegen deiner Raserei mehrmals das ESP aktivieren. Das hat unser Navigationssystem natürlich brühwarm dem Tarifrechner der Autoversicherung erzählt. Beim nächsten Mal wird deshalb die Versicherungsprämie erhöht. Und das kann ich nicht zulassen, weil dein Konto sowieso heillos überzogen ist, wie ich von deiner Bank erfahren habe!“

In mein Büro in der zweiten Etage komme ich später – sportlich wie ich bin – übrigens über die Treppe. Warum mich der Fahrstuhl nicht mehr befördern will, weiß ich leider nicht. Denn der kann ja sicher nicht wissen, dass mein Arzt mir mehr Bewegung verordnet hat. Und dass der Aufzug via Facebook mit dem EKG-Gerät meines Hausarztes befreundet ist, ist sicher reiner Zufall ...

(ID:42967910)