Neuer Player auf dem Maskierungs-Markt Japanischer Druckerspezialist Toppan gründet Fotomasken-Geschäft aus

Von Sebastian Gerstl

Der Markt für Halbleiter-Fotomaskierung erhält einen euen globalen Wettbewerber: Mit Toppan Photomask entsteht der erste Hersteller von Masken für die Lithographie, der Standorte in den USA, Europa und im asiatischen Raum inklusive Japan betreibt.

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Halbleiter-Fotomaske: Der japanische Druckerei-Konzern Toppan gründet ein separates Unternehmen für die Herstellung von Fotomasken zur Chipfertigung aus.
Halbleiter-Fotomaske: Der japanische Druckerei-Konzern Toppan gründet ein separates Unternehmen für die Herstellung von Fotomasken zur Chipfertigung aus.
(Bild: Semiconductor photomask / Peellden / CC BY-SA 3.0)

Der japanische Traditionskonzern Toppan existiert seit 1900 und ist überwiegend für seine Druckerei- und herkömmlichen Verpackungsprodukte bekannt. Das Unternehmen ist allerdings auch im Bereich der gedruckten Elektronik tätig und betreibt seit 1961 eine Sparte für Halbleiter-Fotomasken. Nun wird dieser Bereich in ein eigenes, global tätiges Unternehmen ausgegründet: In einem Joint Venture mit der japanischen Kapitalbeteiligungsgesellschaft Integral Corporation soll das neue Unternehmen Toppan Photomask den global drastisch gestiegenen Bedarf adressieren und den wachsenden Markt unterstützen.

Getrieben von einem stark gestiegenem Bedarf an neuen, fortschrittlichen Chips für Bereiche wie Rechenzentren, Künstlicher Intelligenz, Automotive und 5G-Netzwerke wächst der globale Halbleitermarkt weiterhin in einem rasanten Tempo: Laut Prognosen von Toppan dürfte der Weltmarkt bis 2030 einen Umsatz von 100 Billionen Yen (umgerechnet ca. 740 Mrd. Euro) erreichen. Da Foundries weltweit immer stärker an ihre aktuellen Auslastungsgrenzen stoßen, investieren global führende Chipfertiger wie Samsung, Intel, TSMC oder Globalfoundries in den nächsten Jahren jeweils bis zu dreistellige Milliardenbeträge, um für dieses anhaltende Wachstum hinreichend gerüstet zu sein. Das führt natürlicherweise auch zu einem gesteigerten Bedarf an fortschrittlichen Maskierungsanlagen, die für die Herstellung von Halbleitern unerlässlich sind.

Standorte in den vier wichtigsten Weltmärkten

Toppan begann sein Fotomaskengeschäft 1961 mit primärer Ausrichtung auf den japanischen Markt, hat seine Aktivitäten allerdings vor allen in den letzten Jahrzehnten nach Asien, Nordamerika und Europa ausgeweitet. In einer Zeit, in der die Regierungen der einzelnen Länder zunehmend die Produktion von Halbleitern im eigenen Land fördern, ist Toppan damit aktuell der einzige Hersteller von Fotomasken, der über ein globales Produktionsnetz in den vier genannten Märkten verfügt: Neben dem Hauptquartier im japanischen Icheon betreibt das Unternehmen Standorte in Shanghai (China), Round Rock (USA) und in Corbeil-Essones (Frankreich).

In das ausgegründete Unternehmen sollen ferner Toppans bisherige Erfahrungen auf dem Bereich des Halbleiter-Packagings, On-Chip-Farbfilter und Halbleiterdesign einfließen. Die Elektronik-Bereiche für gedruckte Leiterplatten und Display-Technik verbleiben dagegen weiterhin beim Mutterkonzern.

Das Angebot an Anbietern von Masken für die Lithographie ist relativ überschaubar. Das rasante Wachstum des globalen Chipmarktes treibt allerdings auch den Fotomaskenmarkt an einen Wendepunkt, der von Herstellern verlangt, Investitionen in F&E und Ausrüstung schneller und flexibler als je zuvor zu tätigen. Daher hat sich Toppan zu der Ausgründung entschlossen: Nach eingehender Prüfung potenzieller strategischer Optionen als Reaktion auf das Marktumfeld kam der japanische Traditionskonzern zu dem Ergebnis, dass eine unabhängige Geschäftseinheit besser in der Lage sei, eine agil auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren und wachsen zu können.

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