Jahresrückblick 2019: Diese Themen interessierten die Elektronikbranche

Autor Sebastian Gerstl

Ein Flugzeugbauer in der Krise, ein nicht enden wollender Handelsstreit und immer wieder Künstliche Intelligenz: Ein wechselhaftes Jahr voller Höhen und Tiefen liegt hinter uns. Doch welche Themen haben 2019 die Branche am meisten bewegt? Zum Jahresende werfen wir einen Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate.

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Kurz vor jahresende werfen wir einen blick zurück: Welche Themen haben ELEKTRONIKPRAXIS-Leser 2019 am meisten interessiert?
Kurz vor jahresende werfen wir einen blick zurück: Welche Themen haben ELEKTRONIKPRAXIS-Leser 2019 am meisten interessiert?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

War 2019 das Jahr, das Künstliche Intelligenz salonfähig machte?

2018 hatte es bereits angedeutet, 2019 hat es nochmal bestätigt: Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur ein reines Thema für Datenwissenschaftler, sondern wird auch für Elektronik- und Embedded-Entwickler immer wichtiger. Hardware-Hersteller liefern sich ein Rennen darum, was die beste Architektur für KI-Beschleunigung wird.

Hardware-Hersteller, von den ganz Großen wie Intel bis hinunter zu kleinen Startups wie Nuvia, kündigen spezialisierte Prozessoren an, die für neuronale Netze perfekt geeignet sein sollen. Mit MLPerf gibt es seit Mitte des Jahres erstmals eine Benchmark, welche die Leistung von Hardware für KI-Inferenz vergleichbar machen soll.

Gerade wenn es um die Datenvorverarbeitung bzw. die intelligent Edge geht werfen viele Anbieter ihren Hut in den Ring, ob es nun lokale Größen wie Rittal oder Siemens oder aus der IT erwachsene globale Player wie Microsoft oder Amazon AWS sind - alle wollen ein Stück vom großen KI-Kuchen.

Wer am Ende das Rennen macht, ist derweil noch offen: Embedded-KI kommt zwar immer mehr in der Industrie an, und doch steht das Thema 2019 noch am Anfang. Doch im Jahr 2020 dürften einige spannende Anwendungen erscheinen, die den praktischen Nutzen von KI in der Industrie deutlich machen.

Zahlen der Elektronikbranche: Die fetten Jahre sind (vorerst) vorbei

Zwischen 2015 und 2018 war die Elektronikbranche erfolgsverwöhnt: Eine Rekordmarke jagte die nächste, die verschiedenen Teilbereiche sprangen von Umsatzhöhepunkt zu Umsatzhöhepunkt.

Doch 2019 verpasste der Euphorie der vergangenen Jahre einen gehörigen Dämpfer. Nach Angaben des ZVEI schrumpfte der Halbleitermarkt im laufenden Jahr weltweit um 12% auf gut 413 Milliarden Dollar. Hauptschuldiger an dem Umsatzverfall waren die massiv sinkenden Speicherpreise. Doch auch andere Bauteilkategorien gaben stark nach: So brach etwa allein der Markt für Mikrocontroller um 6% ein. Der Leiterplattenmarkt war 2019 ebenfalls rückläufig.

Auch die deutsche Elektroindustrie bekam die Abkühlung der Weltwirtschaft zu spüren: Im September lagen die Auftragseingänge in der wichtigen Industriebranche um 3,9 Prozent unter Vorjahresniveau, Branchenvetrtreter sprechen von einer aktuellen Rezession.

Sinkende Preise, purzelnde Umsatzzahlen: Wirtschaftlich sah 2019 für die Elektronikindustrie nicht gerade rosig aus.
Sinkende Preise, purzelnde Umsatzzahlen: Wirtschaftlich sah 2019 für die Elektronikindustrie nicht gerade rosig aus.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Beim ZVEI zeigt man sich aber zuversichtlich, dass sich der Trend bereits 2020 wieder umkehren dürfte: „Der deutsche Halbleitermarkt wird um etwa fünf Prozent zulegen,“ meinte Stephan zur Verth, Vorsitzender der Fachgruppe Halbleiter-Bauelemente im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, zum Jahresabschlusbericht des Zweckverbands der Elektro-Industrie

Die schwächelnde Konjunktur wurde 2019 durch Protektionismus weiter verschärft, der sich auf viele Weisen materialisierte: Zum einen in dem weiterhin andauernden Brexit-Drama, zum anderen im Handelskrieg, den die USA schon seit über einem Jahr mit China führt.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China

Begonnen hatte es ja eigentlich schon im März 2018: Mit Strafzöllen auf Stahl und Aluminium tritt US-Präsident Donald Trump einen Handelsstreit mit China los, der im Laufe der Monate auf immer mehr Produkte ausgeweitet wird. Nun schreiben wir den Dezember 2019 - und trotz mehrmaliger Versprechungen, kurz vor einer Einigung zu stehen, dauert der Konflikt immer noch an.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht nun schon in den 20. Monat – und hat sich in der Zeit zunehmend verschärft.
Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht nun schon in den 20. Monat – und hat sich in der Zeit zunehmend verschärft.
(Bild: Clipdealer)

Im Mai 2019 erreichte der Streit einen vorläufigen Höhepunkt: Das US-Handelsministerium ließ, unter anderem wegen Vorwürfe der Spionage, den chinesischen Huawei-Konzern auf eine Schwarze Liste setzen – und drohte unternehmen, die in den USA börsennotiert sind, mit schweren Sanktionen, falls diese weiterhin in technologischem Austausch mit Huawei verblieben. Diese Entscheidung löste große Empörung, aber auch Unsicherheit aus – diverse Konzerne wie Google oder Microsoft und Chiphersteller wie Qualcomm und Micron kündigten umgehend die Einstellung ihrer Handelsbeziehungen mit den Chinesen bekannt. Der IEEE schloss aus Furcht vor US-Sanktionen gar Angestellte von Huawei zunächst vom Peer-Review-Prozess seiner Wissenschaftsmagazine aus, revidierte die Entscheidung nach scharfer internationaler Kritik aber wieder. Da gerade die Arbeit von technischen Kollaborationen und Stiftungen durch die daraus entstehenden Unsicherheiten massiv gestört wird, zog im November 2019 die RISC-V-Foundation daraus die Konsequenz, ihren Hauptsitz aus den USA hinaus und in die Schweiz zu verlegen.

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Der Vorwurf der Spionage bleibt aber an Huawei haften – auch in Deutschland forderten zahlreiche Unternehmen und Politiker, den chinesischen Konzern vom Ausbau des hiesigen 5G-Netzes auszuschließen. Bislang bleibt aber Huawei hierfür noch in Deutschland zugelassen. China hat indes auf die Spionage-Vorwürfe insofern reagiert, als dass nun chinesische Behörden angewiesen wurden, auf „ausländische Computer“ zu verzichten – unter anderem auch, um sich aus der technischen Abhängigkeit von westlicher Technologie auf diesem Gebiet zu befreien.

Übrigens hatte vergangene Woche US-Präsident Donald Trump angekündigt, kurz vor einer Einigung mit China im Handelsstreit zu stehen. Bislang blieb es aber - wie so oft in diesem Jahr - bei einer Ankündigung, der keine Handlung folgte.

Die Boeing 737 MAX und das MCAS-Debakel

Ethiopian Airlines Flug 302: Am 10. März stürzte die Maschine der Boeing 737 MAX Reihe ab. Die Schuld lag im Flugaugmentationssystem MCAS.
Ethiopian Airlines Flug 302: Am 10. März stürzte die Maschine der Boeing 737 MAX Reihe ab. Die Schuld lag im Flugaugmentationssystem MCAS.
(Bild: Ethiopian Airlines ET-AVJ / FlickreviewR 2 / CC BY-SA 2.0)

Am 10. März 2019 stürzte eine Boeing 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start ab. Es war der zweite Absturz innerhalb von fünf Monaten: Erst im Oktober 2018 war eine weitere 737 MAX 8 in Indonesien verunglückt. Beide Abstürze forderten zusammen 346 Todesopfer. Bald nach dem Absturz kristallisierte sich ein möglicher Verursacher der Unglücke heraus: Das Flugaugmentationssystem MCAS, das eigentlich für eine Stabilisierung des Flugs sorgen sollte, hatte aufgrund fehlerhafter Informationen überkorrigiert – die Piloten waren dagegen machtlos. Seitdem besteht weltweites Startverbot für die erst seit 2016 verfügbare Fliegerreihe.

In der Folge hagelte es an Kritik – nicht nur gegenüber Boeing, sondern auch an der amerikanischen Flugzulassungsbehörde, die angeblich die Zulassung des neuen Flugzeugs zu eilfertig durchgewunken haben soll. Beoing versprach, das MCAS schnell mit Hilfe eines Software-Patches zu fixen, und innerhalb weniger Monate die Neuzulassung zu erhalten. Daraus wurde jedoch nichts; statt dessen kamen weitere System-Fehler ans Tageslicht. Zudem berichteten mehrere Zeitungen wie die Washington Post oder die New York Times, Boeing hätte aus Zeit- und Kostenersparnisgründen bei der Entwicklung der Boeing 737 MAX auf essentielle Safety-Maßnahmen verzichtet. Beim Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine hätte das MACS sich beispielsweise nur auf die Daten eines einzelnen Lagesensors verlassen – der dann fehlerhafte Informationen sendete. Im Oktober 2019, ein Jahr nach Absturz der ersten Maschine, reichte eine Pilotengewerkschaft gegen den Flugzeughersteller Klage ein: Der Hersteller habe den Piloten gegenüber falsche Angaben zur Flugtauglichkeit der Maschinen gemacht.

Zu Jahresende ist die Boeing 737 MAX immer noch weltweit mit Startverboten belegt – ein Milliardenverlust für Boeing. Da noch immer nicht absehbar ist, ob und wann die Flieger die nun seit Monaten überfällige Neuzulassung erhalten werden, kündigte Boeing am 17. Dezember 2019 an, die Produktion der Fliegerreihe vorläufig einzustellen.

Dies waren einige Highlights, die uns in den Nachrichten das ganze Jahr hindurch begleiteten. Aber was waren, Monat für Monat, die beliebtesten Artikel unserer Leser? Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Die meistgelesenen Elektronikpraxis-Beiträge 2019: Januar - Juni

Januar:

Januar: Testaufbau für die rekordverdächtige Festkörperbatterie des Forschungszentrum Jülich.
Januar: Testaufbau für die rekordverdächtige Festkörperbatterie des Forschungszentrum Jülich.
(Bild: Forschungszentrum Jülich / Regine Panknin)

• Mit Feststoffbatterien bzw. Festkörperakkumulatoren sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Im Januar 2019 stellten Jülicher Wissenschaftler ein neues Konzept für Feststoffbatterien vor, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben.

• Ein neues Verfahren will sich gegenüber Bonden, Kleben und Löten behaupten: Mit KlettWelding lassen sich zuvor speziell behandelte Bauteile schnell, präzise und umweltfreundlich bei Raumtemperatur verbinden. Die Verbindung ist nicht nur mechanisch stabil, sondern auch elektrisch und thermisch extrem leitfähig.

• Mit Heatpipes können Sie das Wärmemanagement äußerst effizient gestalten. Da sich Wärmeleitrohre flexibel anpassen lassen, finden sie in Elektronik und Automobil viele Anwendungen. Aber: Heatpipes kühlen nicht. Dieser Artikel beschreibt Aspekte zur Auswahl und zum Einsatz von Heatpipes und das angegliederte Wärmemanagement.

Februar:

• Dass ein Elektromotor Arbeit verrichten kann, weiß man seit 1834. Nutzen konnte das zunächst kaum jemand, denn es gab keine Stromversorgung. Letztendlich setzte sich der Drehstrommotor durch und wurde zum regelrechten Arbeitstier in der Industrie. Wie der Elektromotor unverzichtbar wurde schildert dieser Historien-Artikel.

• Das Raspberry Pi ist eine reine Linux-Maschine, Windows läuft nur in der abgespeckten Windows 10 IoT Core Variante - oder etwa nicht? Tatsächlich ist es möglich, Windows 10 auf einem Raspberry Pi 3 zu installieren. Allerdings muss man schwere Abstriche in Kauf nehmen, was die Performance des Betriebssystems betrifft.

• Schnellladen ist eine wichtige Voraussetzung für die breite Akzeptanz der Elektromobilität. Wie die Steigerung der Ladeleistung auf 450 kW funktioniert und sich so ein Elektrofahrzeug binnen 15 Minuten aufladen ließe, zeigte das Projekt Fast Charge.

März:

März: Der 'Replikator' der UC Berkeley. Durch eine Überlagerung der Lichtmuster entsteht eine dreidimensionale Energiedosis, die ausreicht, um das Material in der gewünschten Geometrie zu verfestigen. Ein Computeralgorithmus berechnet im Vorfeld die genauen Lichtmuster die benötigt werden, um ein bestimmtes Objekt zu formen.
März: Der 'Replikator' der UC Berkeley. Durch eine Überlagerung der Lichtmuster entsteht eine dreidimensionale Energiedosis, die ausreicht, um das Material in der gewünschten Geometrie zu verfestigen. Ein Computeralgorithmus berechnet im Vorfeld die genauen Lichtmuster die benötigt werden, um ein bestimmtes Objekt zu formen.
(Bild: UC Berkeley / Hayden Taylor)

• Sind wir dem aus Star Trek bekanntem Replikator einen Schritt näher? Ein neuentwickeltes 3D-Druckverfahren „materialisiert“ ganze Objekte auf einmal, anstatt sie Schicht für Schicht zu aufzubauen.

• Eine fehlerhafte Software bringt innerhalb von fünf Monaten zwei Boeing-Flugzeuge zum Absturz und kostet mehr als 300 Menschen das Leben. Dabei sollte klar sein: Wenn es um Menschenleben geht, kann kein Software-Patch fatale Fehler wieder gutmachen.

• IGBTs sind heute nahe an dem, was als idealer Schalter angesehen wird. Aber worin unterscheidet sich der IGBT vom MOSFET? Wie genau funktioniert ein Insulated Gate Bipolar Transistor?

April:

• Jedes Jahr lassen sich Tech-Firmen zum 1.April wieder eine Reihe von Aprilscherzen einfallen (auch die ELEKTRONIKPRAXIS selbst nimmt sich da nicht aus, wie unser diesjähriger Aprilscherz zeigte). Wir haben einige der witzigsten und ausgefallensten Tech-Aprilscherze 2019 in einem Artikel zusammengetragen.

• Als Schnittstelle zwischen Gerät und Ethernetkabel übernimmt der Ethernet-Transformer wichtige Funktionen. Doch das Thema LAN-Überträger gleicht bei vielen Anwendern einem Mythos. Deshalb sollten bei der Wahl eines LAN-Übertragers unbedingt einige Aspekte beachtet werden.

• Einen Monat nach dem Grounding der Boeing 737 MAX Maschinen ist das Rätselraten groß: Wie kann es so so einem Unglück kommen? Wie sehen die Prüfinstanzen aus? Und welche Lehren lassen sich ziehen? Im Interview macht Henning Butz, Systemtechniker und Experte für Systems-Engineering in der Avionik, eines klar: „Haben Sie Ihre Zustände nicht im Griff, fliegt Ihnen das System um die Ohren“

Mai:

Mai: Technologien auf Silizium-Basis werden den industriellen Ansprüchen im Bereich der energieeffizienten Leistungselektronik zukünftig nicht mehr gerecht werden. Aber was wird es dann?
Mai: Technologien auf Silizium-Basis werden den industriellen Ansprüchen im Bereich der energieeffizienten Leistungselektronik zukünftig nicht mehr gerecht werden. Aber was wird es dann?
(Bild: ©Mihail - stock.adobe.com)

• Ohne Silizium wäre unser Elektronik- und Computerzeitalter nicht denkbar. Und der Markt wächst rasant und fordert immer leistungsstärkere und kleinere Bauteile. Doch allmählich stößt Silizium an seine physikalischen Grenzen. Ein neues Material soll seine Nachfolge übernehmen. Was kommt also nach Silizium?

• Gigantisch sind die Möglichkeiten des Raspberry Pi – für Programmierer. Anlass für die ELEKTRONIKPRAXIS, Literatur aufzuspüren, mit der auch Einsteiger die Programmierhürde überwinden können – und zwar gratis.

• Umweltschutz ist in aller Munde, weltweit wird diskutiert, ob und wie man den CO2-Ausstoß von Anlagen reduzieren könnte. Zwei Schweizer Ingenieure gehen einen anderen Weg: Statt den Kohlendioxidausstoß zu verringern, wollen sie die Emissionen absaugen und anderswo sinnvoll verwenden. Mit der Anlage wollen sie ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus der Luft holen.

Juni:

• 11 Jahre im Betrieb und noch immer nicht müde: Eine Brennstoffzelle am Jülicher Forschungszentrum bringt es mittlerweile auf über 100.000 Stunden Dauerbetrieb.

• Die Faszination „KI“ geht inzwischen nicht mehr nur von Hollywood aus, sondern wird anekdotisch längst aus realen Begebenheiten gespeist, bei denen ein fremdartiges „Denken“ bei schwacher KI zu Tage tritt. Teilweise agiert oder reagiert die KI so unerwartet im Sinne von Out-of-the-box-Denken, dass man entweder Schmunzeln muss oder es einem einen kalten Schauer über den Rücken jagt. So oder so wird einem die Fremdartigkeit des KI-„Denkens“ bewusst. Sieben Beispiele dafür finden Sie in diesem Beitrag.

• Elektrolytkondensatoren bieten eine höhere Kapazität für ein bestimmtes Volumen als andere Kondensatortechnologien. Richtig spezifizierte Elektrolytkondensatoren können in anspruchsvollen Industrieanwendungen eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahren erreichen. Dieser Beitrag erklärt den Aufbau eines Elektrolytkondensators und seine Betriebseigenschaften.

Die meistgelesenen Elektronikpraxis-Beiträge 2019: Juli - Dezember

Juli:

Juni/Juli: Mit dem Raspberry Pi 4 erscheint der bislang leistungsstärkste SBC der populären Reihe, doch ein Designfehler am USB-C-Stromanschluss sorgt für Verstimmung.
Juni/Juli: Mit dem Raspberry Pi 4 erscheint der bislang leistungsstärkste SBC der populären Reihe, doch ein Designfehler am USB-C-Stromanschluss sorgt für Verstimmung.
(Bild: Raspberrypi.org)

Ende Juni erschien mit dem Raspberry Pi 4 der bislang leistungsstärkste Einplatinencomputer der beliebten Reihe– zur großen Freude der Maker-Community. Doch nur kurze Zeit später trübt sich die Freude: Die Stromversorgung über den USB-C-Port klappt oft nicht. Schuld ist ein Designfehler.

• In den USA landet ein skurriler Fall von Software-Sabotage vor Gericht: Ein Freelance-Programmierer baute absichtlich Fehler in Siemens-Software ein, um immer wieder aufs Neue Aufträge zu erhalten.

• Ein schwerer Schlag für Toshibas ohnehin schon schwer gebeuteltes Speichergeschäft: Ein Stromausfall legt eine Flash-Fabrik von Toshiba Memory lahm und zerstört dadurch Wafer mit mindestens 6 ExaByte NAND-Flash-Kapazität. Der Vorfall beschädigte laut Joint-Venture-Partner Western Digital auch Fertigungsmaschinen. Davon unabhängig verschwindet der Name Toshiba Memory nur knapp zwei Wochen später vom Markt: Das Unternehmen will unter dem Namen Kioxia einen Neuanfang wagen.

August:

• Nach 20 Jahren kündigt Intel an, seine Prozessorfamilie Itanium endgültig einzustellen. Dessen Prozessorarchitektur Explicitly Parallel Instruction Computing (EPIC) sollte 1999 das Post-RISC-Zeitalter einführen – wurde aber für Intel zum milliardenschweren Flop. Für ELEKTRONIKPRAXIS ein Anlass, einen Blick auf die 20-jährige Geschichte der Itanium-Prozessoren zu werfen.

• Weniger Lichtverschmutzung, geringerer Energieverbrauch: seit vielen Jahren wird die Natriumdampf-Hochdrucklampe als Alternative zur LED angepriesen. Was ist dran an dieser Aussage?

• Roboter, die Jogger mit Tomaten füttern oder uns in einsamen Stunden als Saufkumpanen Gesellschaft leisten – es gibt zahlreiche skurrile Roboter. Dieser Beitrag wirft einen Blick auf 11 der skurrilsten Roboter-Entwicklungen.

September:

• Ein Team aus Physikern und Informatikern der ETH Zürich hat einen neuen Zugang zum Problem der dunklen Materie und dunklen Energie im Universum entwickelt. Mit Hilfsmitteln des Maschinellen Lernens programmierten sie Computer so, dass diese sich selbst beibrachten, relevante Informationen aus Himmelskarten zu gewinnen. Nun erforscht eine Künstliche Intelligenz dunkle Materie im Universum.

• Zuverlässige Stromversorgungen sind eine Grundvoraussetzung für geringe Ausfallraten von Elektrogeräten. Aber der Umgang mit Schalttransistor und MOSFET-Treiber ist nicht trivial – beides ist häufige Ausfallursache. Dieser Beitrag erklärt typische Probleme bei Stromversorgungen und wie man sie vermeidet.

September: Das Oszilloskop und die Fast-Fourier-Transformation (FFT).
September: Das Oszilloskop und die Fast-Fourier-Transformation (FFT).
(Bild: ALEXEY FILATOV - stock.adobe.com)

• Mit der Fast-Fourier-Transformation (FFT) lässt sich ein Signal in seine Frequenzanteile zerlegen und analysieren. Hier leistet das Oszilloskop wertvolle Hilfe. Doch worauf muss der Messtechniker achten?

Oktober:

• Wenn sich über Nacht Frost am Boden bildet, auch wenn die Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt liegen, oder Wassertropfen auf den Windschutzscheiben von Autos auch in einer klaren Nacht auftreten, ist die Ursache oft ein Phänomen, das als strahlende Himmelskühlung (radiative sky cooling) bezeichnet wird. Forscher der UCLA und der Stanford University machen sich dieses Prinzip zu nutze, um einen kostengünstigen thermoelektrischen Generator zu entwickeln, der nachts erneuerbare Energie aus der Kälte des Weltraums erzeugen kann.

• So genannte Magnetare sind die stärksten Magnete im Universum. Wie diese Magnetsterne entstehen war bislang jedoch ungeklärt. Ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern hat nun eine mögliche Antwort gefunden.

3022 Kilometer im australischen Outback ohne einen einzigen Tropfen Treibstoff zurücklegen? Diese Herausforderung nahmen die Teams aus aller Welt bei der World Solar Challenge an. Mit dabei der Sonnenwagen, den Studierende der RWTH und FH Aachen entwickelt haben.

November:

• Meist müssen Forscher jahrelang an einer Theorie feilen, ehe sie mit einer neuen Technologie einen Durchbruch erreichen. Doch das muss nicht immer der Fall sein: Diese 10 Erfindungen sind rein zufällig entstanden.

• Siemens und Qualcomm haben im Automotive Showroom und Testcenter von Siemens in Nürnberg ein privates 5G-Standalone-Mobilfunknetz installiert – das erste private Standalone-5G-Netz im industriellen Umfeld. Mit ihrem Proof-of-Concept wollen die Konzerne die Tauglichkeit von 5G für industrielle Anwendungen testen, darunter auch Feldbus-Protokolle wie OPC UA und Profinet.

Neuer Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule: Ein Forscherteam aus Nürnberg und Erlangen hat eine neue Bestmarke für die Umwandlungseffizienz von organischen Photovoltaikmodulen (OPV) gesetzt.

Dezember:

• Das Light-Drive-System von Bosch Sensortec verspricht, jede Brille in augmentierte Smart Glasses zu verwandeln. Es wiegt weniger als zehn Gramm und funktioniert auch bei direktem Sonnenlicht.

Dezember: Die Sajano-Schuschensker Talsperre in Russland erzeugt 6,4 GW Strom - und ist damit doch nur das zehntstärkste Kraftwerk weltweit.
Dezember: Die Sajano-Schuschensker Talsperre in Russland erzeugt 6,4 GW Strom - und ist damit doch nur das zehntstärkste Kraftwerk weltweit.
(Bild: Wikipedia)

• Kraftwerke sind eine faszinierende Symbiose aus Natur und Technik. Sie wandeln beispielsweise in Wasser oder Kernbrennstoff enthaltene Primärenergie in für uns nutzbaren Strom um. Hier ist eine Übersicht über die 10 größten Stromerzeuger weltweit.

Ein kommerzieller Quantencomputer für Europa – das ist das Ziel von Alpine Quantum Technologies, einem Spin-off der Uni Innsbruck. Eine Investition in Höhe von 10 Millionen Euro soll den Entwicklern erlauben, bis 2022 einen Ionenfallen-Quantencomputer zur Marktreife zu bringen.

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