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Entwicklungsprojekte managen Iterativ die beste Lösung finden – Hardwareentwicklung mit SCRUM

| Autor / Redakteur: Gregor Groß * / Franz Graser

Die Entwicklungsmethode SCRUM ist in erster Linie aus der Softwareentwicklung bekannt. Der Berliner Leiterplatten-Dienstleister alpha-board hat SCRUM für die Hardwareentwicklung adaptiert und berichtet von seinen Erfahrungen.

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Alles an einer Wand: Das Kanban-Board mit Time Box Clock ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Projektplanung. Vor dieser Tafel findet das tägliche SCRUM-Meeting statt. Damit kennt jedes Team-Mitglied den augenblicklichen Stand der Projekte.
Alles an einer Wand: Das Kanban-Board mit Time Box Clock ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Projektplanung. Vor dieser Tafel findet das tägliche SCRUM-Meeting statt. Damit kennt jedes Team-Mitglied den augenblicklichen Stand der Projekte.
(Bild: alpha-board)

Neue Hardware zu entwickeln, ist an sich schon eine Herausforderung. Diese Entwicklungsprojekte zu managen, ist aber besonders schwer. Ein Grund dafür ist die spezielle Art dieser Projekte.

In allen Projekten ist das Problem bekannt: Es geht darum, eine Lösung zu implementieren. Was die Sache bei Hardware-Entwicklung so knifflig macht, ist der Umstand, dass die optimale Lösung erst noch gesucht werden muss. Problem bekannt, Lösung unbekannt – allgemein gültige Projektmanagement-Ansätze wie Wasserfall-, Balkenplan- oder Netzplan-Projektmanagement fallen somit aus, denn sie sind nur für die reine Implementierung geeignet. Werden sie trotzdem verwendet, führt das dazu, dass die falschen Ziele erreicht werden, kein Platz fürs Experimentieren bleibt, die Mitarbeiter und Kunden unzufrieden sind.

Als Dienstleister für Elektronik-Design und Fertigungsservice haben wir bei alpha-board diese Erfahrungen sehr oft gemacht. Uns wurde klar: Die Hardware-Entwicklung gehört zu einer anderen Art von Projekt, bei der zwar das Problem bekannt ist, die Lösung aber unbekannt ist. Es geht also nicht nur ums reine Implementieren, sondern darum, iterativ die beste Lösung zu finden und diese dann zu implementieren. Traditionelle Projektmanagement-Ansätze sind dafür nicht geeignet.

SCRUM - abgeschaut bei der Softwareentwicklung

Wenn Software entwickelt wird, ist das ähnlich. Auch dort geht es darum, iterativ die optimale Lösung zu finden und diese auch gleich zu implementieren. Und so wurde in der Software-Industrie das Projektmanagement-Framework SCRUM entwickelt.

Dabei sind in der Software-Entwicklung folgende Vorteile zu beobachten, wenn SCRUM eingesetzt wird:

  • Gesteigerte Produktivität des gesamten Teams,
  • Mehr Verantwortung und Motivation für alle SCRUMmer,
  • Schnelle Reaktion auf neue Anforderungen,
  • Mehr Transparenz im Team,
  • Schnellere Entwicklungszyklen mit weniger Fehlern.

SCRUM erhöht auch die Zusammenarbeit mit Anwendern und Kunden. So erhält das Team schneller Feedback und kann mithilfe dieses Feedbacks schneller in Richtung optimale Lösung iterieren. Und da auch die Tester ins Team integriert sind und alle Aufgabenpakete bereits von Anfang an auf Testen ausgelegt sind und vor Lieferung an Kunden getestet werden, sinkt die Zahl der ausgelieferten Bugs.

Also haben wir uns SCRUM angeschaut und getestet. Einiges muss angepasst werden, weil sich eben das Entwickeln von Soft- und Hardware doch unterscheidet. Ein Unterschied: Hardware entwickeln ist wie Software entwickeln, nur dass man eben nur zwei- bis dreimal kompilieren darf (dann nämlich, wenn wir Prototypen fertigen lassen).

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