RoHS-Ausnahmen

IT- und Elektronikhersteller sollten sich nach Alternativen umsehen

| Redakteur: Hendrik Härter

IT- und Elektronikhersteller sollten ihre Lagerbestände bereinigen und die Ersatzteil-Logistik anpassen. Denn die RoHS-Ausnahmen laufen aus.
IT- und Elektronikhersteller sollten ihre Lagerbestände bereinigen und die Ersatzteil-Logistik anpassen. Denn die RoHS-Ausnahmen laufen aus. (TÜV SüD)

Wenn die EU eine Verlängerung von den Ausnahmen bestehender Stoffverbote ablehnt, müssen sich IT- und Elektronikhersteller nach Alternativen umsehen. Und bereits für 2017 sind weitere Verbote geplant.

Bis zum 21. Januar konnten IT- und Elektronikhersteller einen Antrag stellen, wenn sie die bestehenden Ausnahmen von den Stoffverboten weiter nutzen möchten. Lehnt die zuständige EU-Kommission eine Verlängerung ab, müssen RoHS-konforme Alternativen gefunden und geeignete Prozesse für das Ausphasen der Komponenten installiert werden (Lagerbestände bereinigen und Ersatzteil-Logistik anpassen.

Im Moment umfassen die Stoffverbote die Schwermetalle Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom und die Flammschutzmittel PBB und PBDE. Die laufenden Ausnahmen von diesen Stoffverboten gelten für fast alle Produktkategorien der RoHS noch bis Juli 2016 mit Ausnahme medizinischer Geräte und Überwachungs- und Kontrollinstrumente.

Aus heutiger Sicht ist zu erwarten, dass die Ausnahme 7b nicht verlängert wird. Diese bezieht sich auf Blei in Loten für Server und Telekommunikationseinrichtungen. Ob es Verlängerungen bei den derzeit oft genutzten Ausnahmen für Blei in Legierungen (6a, 6b, 6c) gibt, ist angesichts mittlerweile vorhandener technischer Alternativen abzuwarten. Produkte oder Komponenten, die eine ausgelaufene Ausnahme in Anspruch nehmen, dürfen nach dem Ablaufdatum nicht mehr innerhalb der EU in den Verkehr gebracht werden.

Weitere Stoffverbote für 2017 geplant

Nach aktuellem Stand werden im Juli 2017 voraussichtlich weitere Stoffverbote in die RoHS aufgenommen. Auf der Liste stehen folgende Phthalate, die oftmals als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt werden: Diethylhexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Benzylbutylphthalat (BBP), Diisobutylphthalat (DIBP). Sollte die RoHS um weitere Stoffverbote ergänzt werden, dann gilt für die Anwendung eine Übergangszeit von zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Zu den Herstellerplichten im Rahmen der RoHS-Richtlinie gehören die technische Dokumentation entsprechend der harmonisierten Norm EN 50581, die interne Fertigungskontrolle, die Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung. Alle Wirtschaftsakteure haben auch bei bereits in Verkehr gebrachten Produkten entsprechende Kontrollpflichten und müssen bei Verdacht auf Nicht-Konformität bestimmte Maßnahmen ergreifen.

Im Kern geht es darum, entsprechende Prozesse für die RoHS-Konformitätsbewertung nicht nur zu implementieren, sondern sie auch auditfähig zu dokumentieren und einen normgerechten Umgang mit Risikokomponenten zu finden. Die nötigen internen Anpassungen betreffen verschiedenste Unternehmensbereiche und sind erfahrungsgemäß mit einem hohen Aufwand verbunden.

Das Product Compliance Center von Fujitsu in Augsburg unterstützt externe Kunden: Neben Messungen der RoHS-relevanten Stoffe berät das Unternehmen in allen Bereichen des RoHS-Konformitätsnachweises und veranstaltet Seminare.

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