Gebäude-Automatisierung

IP500-Allianz propagiert Freiheit für das Internet der Dinge

| Redakteur: Franz Graser

Helmut Adamski, der CEO und Chairman der IP500-Allianz. Er stellt klar: Die Allianz ist nicht der Hebel eines großen Herstellers, der seine Claims im Internet der Dinge abstecken will. Der Allianz geht es darum, die beste Technik für das Anwendungsfeld der Gebäudeautomatisierung zu finden und zu propagieren.
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Helmut Adamski, der CEO und Chairman der IP500-Allianz. Er stellt klar: Die Allianz ist nicht der Hebel eines großen Herstellers, der seine Claims im Internet der Dinge abstecken will. Der Allianz geht es darum, die beste Technik für das Anwendungsfeld der Gebäudeautomatisierung zu finden und zu propagieren. (Bild: IP500 Alliance)

Den meisten Industriekonsortien im Internet der Dinge geht es darum, die Interessen der großen Player zu wahren. Die Allianz IP500 will dagegen möglichst viel Freiheit für die User erreichen.

Das Internet der Dinge ist für die IP500-Allianz nicht erst seit gestern ein Thema. Sie beschäftigt sich bereits seit sieben Jahren mit der drahtlosen Gebäudeautomatisierung. Dazu zählen Themen wie der Brandschutz, die Zugangskontrolle, Energieeffizienz und die Gebäudesicherheit.

Die Herangehensweise der IP500 Alliance unterscheidet sich allerdings stark von der anderer Verbände und Allianzen. Helmut Adamski, CEO und Chairman der IP 500 Alliance, erklärt: „Die meisten Allianzen, die man so kennt, wählen einen Bottom-Up-Ansatz. Da treffen sich zum Beispiel all die technischen Experten und entdecken: ‚Das ist eine interessante Modulationstechnik! Das ist ein interessantes Frequenzband!‘ Das ist toll. Aber löst es die Probleme in der Gebäudetechnik? Nein.“

Stattdessen habe die IP500 Alliance einem Top-Down-Ansatz gewählt. „Wir verstehen, dass es Bausteine wie IEEE, IPv6, Protokollstacks und Protokollschichten gibt. Wir sehen sie alle als gegeben an. Das Wichtigste ist aber die Vogelperspektive. Die Allianz konzentrierte sich am Anfang vor allem auf folgende Fragen: Was braucht ein Gebäude? Welche Probleme gibt es? Wie kann man das Problem lösen, ein Gebäude auf sichere Weise betreten zu können?“

Ein wichtiges Anwendungsfeld in diesem Zusammenhang sind Rauchmelder. Die meisten Bundesländer verpflichten Hausbesitzer und Vermieter dazu, Rauchmelder in Gebäuden und Wohnungen zu installieren. Für den IP500-CEO Adamski ist es aber eine entscheidende Frage, welchen Rauchmelder man wählen sollte. „Wollen Sie einen ganz dummen Rauchmelder oder einen intelligenten Rauchmelder installieren, der das Risiko eines falschen Alarms reduziert?“

Ein intelligenter Rauchmelder könnte zum Beispiel mit IP500-Technik ausgestattet sein und die Alarmierung über ein GSM-Gateway an das Smartphone des Hausbesitzers oder des Mieters schicken. Die alarmierte Person könnte dann nachsehen, ob es sich um einen echten Alarm handelt, sofern sie sich im Gebäude oder in dessen Nähe befindet.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Rauchmelder mit einem Temperatursensor zu koppeln. Wird Rauch detektiert, dann könnte ein in der Nähe befindlicher Temperatursensor abgefragt werden, ob auch eine ungewöhnliche Hitzeentwicklung festzustellen ist. Ist das nicht der Fall, dann liegt möglicherweise ein falscher Alarm vor.

In den zurückliegenden Monaten gab es immer wieder Schlagzeilen über große Online-Unternehmen, die sich mit Firmenübernahmen in das Internet der Dinge einzukaufen versuchen. Ein Beispiel ist die Übernahme von Nest, einem amerikanischen Hersteller von Thermostaten und Rauchmeldern, durch den Suchmaschinengiganten Google. Aus Sicht von Adamski ist das ein problematischer, denn: „Wir wollen einen nach EU-Norm zertifizierten Rauchmelder. Man kann Nest nicht in ein europäisches Rauchmeldersystem einbauen, weil es nicht zertifiziert ist.“

Daran wird klar: Er stellt klar: Die IP500-Allianz ist nicht der Hebel eines großen Herstellers, der seine Claims im Internet der Dinge abstecken will. Der Allianz geht es vielmehr darum, die beste Technologie für ein bestimmtes Anwendungsfeld in der Gebäudeautomatisierung, speziell im Sicherheitsumfeld, zu finden und zu propagieren.

„Die drei Schmerzpunkte sind die Batterielebensdauer, die Sicherheit und die Betriebskosten“, sagt CEO Adamski: „Würden Sie ein Schließsystem auf WiFi-Basis bauen, bei dem die Batterie nur ein halbes Jahr lang hält? Sicher nicht. Würden Sie eine Technik einkaufen, die leicht gehackt oder gestört werden kann? Sicher auch nicht. Würden Sie eine Technik für kommerzielle wählen, die nicht in der Lage ist, skalierbar zu sein, um fünf oder sogar Tausende von Sensoren anzubinden? Nein.“

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Abwärtskompatibilität und die Update-Fähigkeit, damit die Technik an künftige regulatorische Anforderungen angepasst werden kann. Ein weiteres Feld ist die Sicherheit. Mit dem TÜV Rheinland konnte ein Partner gewonnen werden, der sicherstellt, dass jedes Produkt, das das IP500-Label trägt, auch den Sicherheitsanforderungen gerecht wird.

Das zentrale Anliegen für den IP500-CEO ist jedoch die Freiheit. Hersteller, die die IP500-Technik verwenden, sollen sicher sein können, dass sie die Technik in ihre Produkte integrieren können, ohne die Komponenten in Zukunft ändern zu müssen. „Wenn Sie in der Vergangenheit Geräte anderer Allianzen gekauft haben, dann müssten Sie möglicherweise heute Ihre Produkte verändern, weil sich etwas geändert hat. Wenn Sie aber zur IP500-Allianz kommen, dann haben Sie mehr Freiheiten und ein komplettes Paket. Und Sie müssen existierende Komponenten nicht noch einmal entwickeln.“

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