Norwegen investiert in vernetzten Winterdienst mit Echtzeitdaten

| Redakteur: Julia Schmidt

Die Fahrzeuge sind mit OBD-Dongles vernetzt und registrieren die aktuelle Position, Außentemperatur, den Reibungskoeffizient der Straßen und die Aktivität der Scheibenwischer.
Die Fahrzeuge sind mit OBD-Dongles vernetzt und registrieren die aktuelle Position, Außentemperatur, den Reibungskoeffizient der Straßen und die Aktivität der Scheibenwischer. (Bild: Pixabay)

Die norwegische Straßenverkehrsbehörde Norska Statens Vegvesen investiert in die neue schwedische Straßenwetter-Technologie Road Status Information. RSI ist eine Software, die Informationen von vernetzten Fahrzeugen durch hochentwickelte Algorithmen mit Daten von lokalen Straßenwetterstationen und Wettervorhersagen zusammenführt.

So vernetzte Fahrzeuge werden zu rollenden Wetterstationen, die unter anderem die lokale Glättegefahr genau beurteilen zu können. Die RSI-Software schafft es in Echtzeit, nicht nur den aktuellen Status sondern auch eine präzise Vorhersage für die nächsten 12 Stunden zu liefern. Damit ermöglicht die Technologie erhebliche Einsparungen im Winterdienst, denn die Ressourcen können effektiver eingesetzt werden.

Die Fahrzeuge sind in Echtzeit über von NIRA enwickelte sogenannte OBD-Dongles vernetzt und registrieren die aktuelle Position, Außentemperatur, den Reibungskoeffizient der Straßen und die Aktivität der Scheibenwischer. Es braucht nur ein paar Minuten, um ein Fahrzeug entsprechend auszurüsten und kurz darauf sind die Fahrzeugdaten kontinuierlich auf dem RSI-Server verfügbar.

„Wir haben uns von unserem erfolgreichen Reifendruckkontrollsystem inspirieren lassen, das inzwischen in bald 53 Millionen Fahrzeugen in aller Welt benutzt wird. Langfristig werden die Daten jedoch nicht mehr mit OBD-Dongles übermittelt. Unser kleines Softwaremodul sollte es in allen modernen, vernetzten Fahrzeugen als integrierte Standardausrüstung geben - bis dahin sind es aber leider noch ein paar Jahre", ergänzt Gustaf Kristiansson, Manager Neue Technologien bei NIRA Dynamics.

Im Januar 2018 startet das Projekt in Tromsö und das Interesse für die Technologie ist groß. Mehr als 300 Privatpersonen haben ihre Fahrzeuge freiwillig für eine Teilnahme angemeldet. „Mit so einer Resonanz hatten wir nicht gerechnet“, gibt Torgeir Vaa zu. „Wir hatten nur rund 50 OBD-Dongles für Freiwillige eingeplant, aber wir freuen uns sehr über das Engagement der Autofahrer. Die restlichen OBD-Dongles werden in Taxis, Mietwagen und Auslieferungsfahrzeuge mit anderen Nutzungsprofilen verbaut - es erwarten uns spannende Wintermonate.“

Auch international ist das Interesse groß. Deshalb wird RSI unter anderem im Februar auf der PIARC-Messe präsentiert, einem der größten Treffpunkte für Winterdienstspezialisten weltweit. „Dieser Technologiesprung in der Branche ist überfällig, um den neuen Möglichkeiten und Anforderungen der Verkehrsteilnehmer gerecht zu werden. Wir haben die Technologie intensiv getestet und sind uns sicher, mit RSI die derzeit leistungsfähigste Lösung gefunden zu haben“, so Torgeir Vaa vom Norska Statens Vegvesen.

Wie die Mobilität in der Stadt von morgen aussehen kann

Wie die Mobilität in der Stadt von morgen aussehen kann

28.12.17 - Die smarte Stadt ist vernetzt und wird von autonom fahrenden Fahrzeugen befahren. Wie die neue Form der Mobilität aussehen kann, zeigt Bosch auf der CES im Januar 2018 in Las Vegas. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45137817 / IoT)