Sicherheit

Autoklau per Notebook

| Autor: Robert Di Marcoberardino

Moderne Fahrzeuge werden immer häufiger Ziele von Hackern
Moderne Fahrzeuge werden immer häufiger Ziele von Hackern (Bild: Jeep)

Die Hersteller rüsten ihre Fahrzeuge digital auf – mit den Sicherheitskonsequenzen haben sie aber kaum Erfahrung. Ein aktueller Fall in den USA zeigt, wie die Diebe mittlerweile vorgehen: Statt Brecheisen setzen sie auf Notebooks und Software-Tools.

In Film und Fernsehen gehen Autodiebe stets mit vollem Körpereinsatz vor. Da werden gebogene Drähte durch Dichtungen geschoben, Türschlösser mit Tennisbällen manipuliert oder ganz rustikal die Seitenscheibe eingeschlagen.

Die Realität sieht allerdings zunehmend anders aus - statt roher Gewalt treten Autoknacker immer häufiger mit elektronischen Gadgets wie Funkverstärker oder Signaljammer auf. Auch schlüssellose Keyless-Go-Systeme lassen sich unbemerkt klonen.

Obwohl Autos immer sicherer werden und mit Wegfahrsperre und oft auch Alarm ausgestattet sind, bleiben die Diebstahlzahlen konstant: Im Schnitt werden pro Jahr in Deutschland rund 17.000 bis 19.000 Autos gestohlen und 300.000 Fahrzeuge immerhin aufgebrochen.

Das ist weit entfernt von den Spitzenzahlen der frühen 90er-Jahre wo jährlich über 100.000 Autos entwendet wurden, aber trotzdem bleibt die Zahl bedenklich, zumal die Diebe immer raffinierter vorgehen.

Denn: Statt schwerer Jungs in der Dunkelheit sind es zunehmend clevere Hacker mit Software und Notebook, die die Fahrzeuge entwenden. Das suggeriert zumindest eine Artikel des Wall Street Journal.

Auslöser für die Recherche war das Video einer Überwachungskamera, die einen Autodieb filmt, wie er einen Jeep Wrangler öffnet und wegfährt. Ausgerüstet ist er dabei scheinbar nur mit einem Notebook.

Der Vorfall ereignete sich in Houston im Bundesstaat Texas. Die dortige Polizei vermutet, dass die gleiche Methode in vier weiteren Fällen eingesetzt wurde. Möglicherweise paaren die Diebe per Software einen neuen Schlüssel mit dem Fahrzeug-Computer. Wo die Tools herkommen ist allerdings ungeklärt.

Auch das National Insurance Crime Bureau, eine Organisation der Versicherungswirtschaft, die Aufklärung betreibt und gestohlene Fahrzeuge wieder aufspürt, hat das Phänomen bemerkt. Immer häufiger würden Polizeiberichte von „mysteriösen“ Elektrogeräten sprechen, die beim Diebstahl aktueller Automodelle eingesetzt werden.

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Absolute Sicherheit gibt es prinzipiell nicht - relative Sicherheit ist indessen ganz einfach: Man...  lesen
posted am 15.07.2016 um 12:39 von HieronymusFischer

... also, wenn die Diebe wirklich die Daten durch die Haustüre auslesen, dann wäre der erste...  lesen
posted am 15.07.2016 um 10:35 von Unregistriert

Da die Hersteller aus Kostengründen keine Datenübertragung mit Kryptierung einsetzen, ist halt der...  lesen
posted am 14.07.2016 um 15:33 von Unregistriert

@Olaf Barheine Leider ist es so, dass die Systeme nicht sicher gestaltet werden können. Die...  lesen
posted am 14.07.2016 um 14:15 von Unregistriert

Allein bei uns in der Region wurden in den letzten Wochen unzählige mit Keyless-go ausgestattete...  lesen
posted am 14.07.2016 um 12:54 von Olaf Barheine


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