Light + Building

Digitalisierung im Gebäude verbessert die Energieeffizienz

| Redakteur: Franz Graser

Michael Ziesemer, Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, wies zum Auftakt der Messe Light + Building auf den Nutzen der digitalen Vernetzung für die Energieeffizienz in Gebäuden hin.
Michael Ziesemer, Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, wies zum Auftakt der Messe Light + Building auf den Nutzen der digitalen Vernetzung für die Energieeffizienz in Gebäuden hin. (Bild: ZVEI)

Digitalisierung und Vernetzung schreiten auch in den Bereichen Gebäude und Beleuchtungssysteme schnell voran. Intelligente Techniken im Smart Home und Smart Building sind energieeffizient, bieten den Nutzern mehr Komfort und sind immer leichter einzurichten, so der ZVEI.

ZVEI-Präsident Michael Ziesemer sagte zur Eröffnung der Messe Light + Building in Frankfurt/Main: „Die Messe zeigt anschaulich, wie die Digitalisierung von Elektroinstallation und Beleuchtung neue Produkte und überzeugende Lösungen hervorbringt, die im Gebäude großen Nutzen stiften und sofort eingesetzt können.“

Ziesemer wies gleichzeitig auf die Herausforderung hin, Akzeptanz für die digitale Technologie zu schaffen: „Die Menschen von den Chancen der Digitalisierung zu überzeugen, ist eine der vordringlichen Aufgaben.“

Cyber-Sicherheit und Datensouveränität sind dafür Schlüsselanforderungen. Deshalb setzt sich der ZVEI mit seinen Leitlinien für den sicheren Umgang mit Daten für die verantwortungsvolle Nutzung sowohl von Maschinendaten als auch von persönlichen Daten ein. „Vertrauen in die digitalen Systemlösungen ist die Grundwährung für unseren künftigen Erfolg“, betonte der ZVEI-Präsident.

Die Lichtindustrie präsentiert auf der Light + Building nahezu ausschließlich energieeffiziente LED-Beleuchtungstechnik. Digital vernetzbare Beleuchtungssysteme, in Helligkeit und Lichttemperatur regelbar, erlauben die Gestaltung individueller Lichtsituationen.

Die Produktion der auf der Light + Building gezeigten Lichttechnik wird 2016 in Deutschland um ein Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro wachsen. Wachstumsschwerpunkte sind im öffentlichen Bereich zu erwarten, bei Außenbeleuchtung und öffentlichen Gebäuden wie etwa Schulen. Hier wirken sich Förderprogramme des Bundes aus.

Die LED-Technologie hat bei Innenbeleuchtung im Jahr 2015 einen Umsatzanteil von 63 Prozent erreicht, bei Außenbeleuchtung sogar von 75 Prozent. Damit spart man gegenüber konventioneller Beleuchtung bis zu 80 Prozent Energie, so der Verband.

Internet of Things vernetzt Gewerke im Gebäude

Im Bereich der elektrischen Installationstechnik präsentieren die Unternehmen vielfältige Automatisierungs-Lösungen für Smart Home und Smart Building. Für Zweckbauten gibt es bereits breit eingeführte Systeme. Der Smart-Home-Markt ist ein junger, sich entwickelnder Markt mit proprietären Lösungen. Auf der Light + Building 2016 zeichnet sich jedoch ein Trend zur Konvergenz der Systeme ab, stellt der ZVEI fest.

Die Sonderschau „Digital Building“ zeigt, wie vernetzte Zweckbauten in Zukunft aussehen können. Die Vernetzung der unterschiedlichen Gewerke ist hier im „Internet of Things“ realisiert – über das Internetprotokoll als Hauptträger der verschiedenen Subsysteme.

Rund 40 Prozent der Energie wird in Deutschland von Gebäuden verbraucht. Fast um die Hälfte können bei Zweckbauten der Energieverbrauch durch konsequente Automatisierung gesenkt werden, so das Ergebnis einer ZVEI-Studie.

Bei der elektrischen Installationstechnik erwartet der Verband ein robustes Geschäftsjahr 2016. Der ZVEI geht von einem Produktionsplus von 1,5 bis zwei Prozent auf gut sieben Milliarden Euro aus.

Die Zahl der Beschäftigten in der Lichtbranche in Deutschland ging 2015 um knapp 3,3 Prozent auf etwas unter 30.000 zurück. In der Installationsbranche blieb sie mit 60.000 Beschäftigten stabil.

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