IoT-Innovationen: Deutschen Unternehmen fehlen die Ideen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Um die IoT-Potenziale zu heben, sind Ideen und Visionen gefragt. Doch genau daran fehlt es vielen deutschen Industrieunternehmen.
Um die IoT-Potenziale zu heben, sind Ideen und Visionen gefragt. Doch genau daran fehlt es vielen deutschen Industrieunternehmen. (Bild: Pixabay / CC0)

Deutschlands Wirtschaft schneidet bei digitalen Ideen leider nur mittelmäßig ab. Das legt eine neue Umfrage von DXC Technology nahe. Auch bei der Nutzung industrieller Internetplattformen für den Vertrieb kommen die deutschen Unternehmen laut dem „Deutschen Industrie 4.0 Index 2017“ nicht so recht in die Pötte.

Zwei Drittel der Führungskräfte in Deutschland glauben, dass die Beschleunigung von Innovationen einer der wichtigsten Vorteile ist, den die Digitalisierung ihres Unternehmens innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre leisten kann. Jedoch bewerten 60 Prozent der deutschen Manager die Innovationsreife ihres Unternehmens bei digitalen Projekten nur als mittelmäßig oder sogar schwächer. Das sind Ergebnisse der Studie „Digitale Agenda 2020“, die vom End-to-end IT-Dienstleister DXC Technology (ehemals CSC) über ein Marktforschungsinstitut durchgeführt wurde.

Im Prinzip bietet die Digitalisirrung zahllose Möglichkeiten für neue Ideen - sei es für Produkte, Dienstleitungen oder komplette Geschäftsmodelle. „Doch wie unsere jüngsten Ergebnisse der Digital Agenda-Studie zeigen, schätzen wenige Manager die Innovationskraft ihres Unternehmens als exzellent ein: Nur knapp zehn Prozent geben an, dass sie in der Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen einen Top-Reifegrad für Innovation erreicht haben. Dies gilt sowohl innerhalb der Unternehmensorganisation als auch für externe Partner", so Dr. Martin Eldracher, Head of Consulting in Nord und Zentraleuropa von DXC Technology.

Digitale Visionen: gefragt, aber nicht vorhanden

Speziell in den Chefetagen fehle es aber an Visionen, um neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und zügig auf die „Straße" zu bringen. Davon ist knapp jede zweite Fach- und Führungskraft überzeugt (48 Prozent).

Sollten digitale Projekte tatsächlich initiiert wurden, besteht das Risiko, dass eher „traditionell" eingestellte Bereichsleiter ihr Veto gegen diese einlegen. Oft haben diese Mitarbeiter ein Problem damit, „zukunftsbezogen" einen etablierten Prozess zu verändern, solange er noch reibungslos läuft. Von diesem Phänomen berichten rund 60 Prozent der von DXC Technology befragten Entscheider.

„Um diesen negativen Einfluss von Tradition zu entschärfen, sollten neue organisatorische Strukturen geschaffen werden, in denen sich digitale Projekte separat entwickeln und ausarbeiten lassen", empfiehlt DXC-Berater Eldracher. Also spezielle Abteilungen oder ausgelagerte Start-ups, die sich exklusiv den digitalen Projekten widmen.

Außerdem gelte es, so Eldracher, im Kontext der Digitalisierung eine Leitlinie nicht aus den Augen zu verlieren, die da heißt: Groß denken, klein anfangen, früh testen und Erfolge schnell skalieren. „Damit wird sichergestellt, dass der Innovationsweg nicht in eine Sackgasse führt", ist der DXC-Consultant überzeugt.

Auch bei der Etablierung oder Nutzung industrieller Internetplattformen für den Vertrieb oder die Unterstützung der eigenen Wertschöpfungskette gibt es in deutschen Industrieunternehmen nach wie vor erhebliche Defizite. Jedes vierte Unternehmen schließt sogar aus, sich mit dem Plattform-Thema in nächster Zeit zu befassen. Das belegt der „Deutsche Industrie 4.0 Index 2017“ der Unternehmensberatung Staufen.

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