Brownfield-Digitalisierung IoT-Edge-Gateway macht ältere Maschinen digitaltauglich

Redakteur: Johann Wiesböck

Älteren Anlagen fehlen häufig Schnittstellen für die Anbindung an die intelligente Produktion. Dieses Problem löst ein IoT-Edge-Gateway, das für eine schnelle Inbetriebnahme ausgelegt ist und auch den Fernzugriff via TeamViewer IoT unterstützt.

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Der SmartMOD SL-100 ist das kleinste der IoT-Edge-Gateways von EFCO. Der Industrie-PC im Smartphone-Format (173mm x 88mm x 21,7mm) besitzt ein robustes Aluminium-Gehäuse und übersteht auch Stürze aus Schreibtischhöhe problemlos.
Der SmartMOD SL-100 ist das kleinste der IoT-Edge-Gateways von EFCO. Der Industrie-PC im Smartphone-Format (173mm x 88mm x 21,7mm) besitzt ein robustes Aluminium-Gehäuse und übersteht auch Stürze aus Schreibtischhöhe problemlos.
(Bild: EFCO Electronics)

Produktionsleiter können ein Lied davon singen: Die verlässlichen und abgeschriebenen, also wirtschaftlich noch sehr attraktiven Anlagen haben weder Ethernet noch Windows 10. Die Realität im Brownfield ist ein Sammelsurium von Betriebssystemen und Schnittstellen. Zudem ist es oft nicht einmal möglich, die Software zu verändern, weil die Quellen nicht zugänglich, die Programmiermittel längst nicht mehr verfügbar, die Rechenleistung schlicht zu schmal dafür ist – oder es sich um qualifizierte Software handelt, und jede Änderung den hohen Aufwand einer Requalifikation bedeutet. Ganz zu schweigen von der Begeisterung, die das Ansinnen bei der Produktionsleitung auslösen dürfte, die Software einer zuverlässig arbeitenden Anlage „eben mal“ umzuschreiben.

Für solche Problemstellungen hat EFCO Electronics ein langzeitverfügbares, lüfterloses IoT-Edge-Gateway entwickelt: Diese kommen mit einer Vielzahl an Brownfield-Schnittstellen daher, wie RS-232 oder RS-485. Zudem lassen sich über die 16 galvanisch getrennten, programmierbaren digitalen IOs weitere Schnittstellen emulieren oder Signale direkt an Sensoren oder anderer Hardware abgreifen. Die eingebaute Rechenleistung erlaubt es dabei, die Signale zu filtern, auszuwerten, weiterzuverarbeiten – oder mit weiteren Sensordaten zu verknüpfen; beispielsweise mit Bilddaten von der vom IoT-Edge-Gateway via PoE versorgten Kamera.

Die flexiblen IoT-Edge-Gateways von EFCO lassen sich modular erweitern – mit Schnittstellen zu mobilen Netzen beispielsweise, oder zusätzlichen Datenspeicher in Form von SSD-Karten. Die Integration der IoT-Edge-Gateways in die Welt von TeamViewer IoT vereinfacht den Datenaustausch – auch in Netzwerken mit geringer oder stark schwankender Bandbreite. Ebenso lässt sich das IoT-Edge-Gateway aus der Ferne steuern oder eine neue Software einspielen – verschlüsselt und geschützt.

Ein Weitbereichseingang von 9 bis 36 VDC mit Überspannungsschutz, ein erweiterter Temperaturbereich von –20 bis +50° C (optional bis zu –40...+70°C) sowie eine intelligente Monitoring-Software vervollständigen die Basis-Ausstattung der Gateways. Je nach Bedarf an Rechenleistung und Ausführung lassen sie sich per mitgelieferter Montagewinkel an geeigneter Stelle vor Ort oder direkt im Schaltschrank montieren. Bei letzteren Ausführungen befinden sich alle Schnittstellen auf der Frontseite, was die Verkabelung in bereits gut bestücken Schaltschränken erleichtert.

Weil gerade im Brownfield keine Aufgabenstellung der anderen gleicht, hat EFCO sein Design-in-Team in Deggendorf personell verstärkt. Experten mit langjähriger Branchenerfahrung unterstützen die Kunden mit pragmatischen Lösungen und technischer Kompetenz. Zudem gewährleisten die Deggendorfer, dass in ihren Systemen keine Komponenten aus dem Consumer-Bereich verbaut werden. Bei EFCO kommen ausschließlich Bauteile zum Einsatz, welche für den rauen industriellen Dauereinsatz rund um die Uhr ausgelegt sind.

Unternehmenshintergrund: EFCO Electronics wurde 1992 in Taiwan gegründet und ist aus deutscher Sicht mit rund 150 Mitarbeitern ein Mittelständler unter den IPC-Produzenten. Mit gut 20 Ingenieuren hat das Unternehmen eine ganze Reihe von lüfterlosen Rechner-Plattformen für den industriellen Einsatz entwickelt – bis hin zu Hutschienen-IPCs, bei denen sich alle Anschlüsse vorne befinden.

Ganz im Sinne von Industriekunden konzentriert sich EFCO zunehmend auf Langzeit-verfügbare Lösungen, welche für den rauen industriellen Dauereinsatz rund um die Uhr ausgelegt und ohne Consumer-Komponenten aufgebaut sind. Neben Deggendorf verfügt das Taiwanesische Unternehmen über Niederlassungen in den USA (Las Vegas), in UK sowie in China (Shenzhen).

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